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11:56 26.02.2018
Anja Karliczek zeigt beim Red Hand Day der Kinderkommission des Deutschen Bundestages gegen den Einsatz von Kindersoldaten ein von ihr signiertes Plakat. Quelle: dpa
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Berlin

Sie ist bisher weitgehend unbekannt, wird aber als zielstrebig, zupackend und gründlich beschrieben: Die 46-jährige Anja Karliczek soll in einer neuen Großen Koalition Bildungsministerin werden.

Erfahrung im Ressort Bildung und Forschung hat sie noch keine. Dennoch ist sie für Bundeskanzlerin Angela Merkel die Richtige für den Posten: „Ich bin überzeugt, dass sie die Aufgabe, die ja neu für sie jetzt ist, sehr gut ausfüllen wird“, sagte Merkel. Sie sei das lebendige Beispiel dafür, wie sich berufliche Bildung, Vereinbarkeit von Beruf und Familie und akademische Bildung auf neuen und ungewohnten Bildungswegen vereinbaren lassen. „Ich denke, sie wird auch ein großes Herz für die Wissenschaft haben.“

Zu der Personalie haben aber sicherlich auch zwei andere Dinge beigetragen: Merkel wollte die Ministerposten zur Hälfte weiblich besetzen – und auch jüngeren Kollegen eine Chance geben. Beides spricht für Karliczek.

Noch ist unklar, ob es überhaupt zu einer neuen GroKo kommt. Stimmen die SPD-Mitglieder dem Koalitionsvertrag zu, werden sie die neuen CDU-Minister.

Ihr Leben

Anja Karliczek ist im Nordrhein-westfälischen Ibbenbüren geboren und wuchs im nahegelegenen Dorf Brochterbeck auf. Nach dem Abitur machte sie eine Lehre zu Bankkauffrau bei der Deutschen Bank in Osnabrück, wechselte anschließend dann aber doch ins familieneigene Ringhotel Teutoburger Wald. Dort absolvierte sie eine zweite Ausbildung zur Hotelfachfrau und arbeitete anschließend als leitende Angestellte. Ihre beiden Brüder führen das Hotel, das seit 1902 von der Familie betrieben wird. Berufsbegleitend studierte Karliczek BWL an der Fernuniversität Hagen.

Karliczek ist katholisch, verheiratet und Mutter von drei Kindern.

Politischer Werdegang

Vor 20 Jahren trat Karliczek über die Junge Union in die CDU ein – damals war sie 26 Jahre alt. Seit 2004 gehört sie dem Rat der Stadt Tecklenburg an. 2013 wurde sie im Wahlkreis Steinfurt III im Münsterland als Direktkandidatin in den Bundestag gewählt, auch bei der Wahl 2017 erhielt sie ein Direktmandat. Seit 2017 ist sie außerdem eine der fünf Parlamentarischen Geschäftsführer/innen der Unionsfraktion im Bundestag.

Bisher saß sie im Tourismusausschuss sowie im Finanzausschuss – und hat sich vor allem mit Finanzthemen beschäftigt: zum Beispiel mit der Reform der Lebensversicherungen, betrieblichen Altersvorsorge und dem Bund-Länder-Finanzausgleich.

Stimmt die SPD für eine Große Koalition, soll sich Karliczek künftig vor allem um berufliche Bildung kümmern, heißt es.

Von Anne Grüneberg/RND/dpa

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