Navigation:
eShop Online-ServiceCenter
Offensive in Siegen

Westerwelle holt zum Gegenangriff aus


Außenminister Guido Westerwelle hat im Streit über angebliche Günstlingswirtschaft bei Auslandsreisen zum Gegenangriff auf seine Kritiker ausgeholt. Die Vorwürfe der Opposition seien Teil einer Kampagne mit Blick auf die im Mai anstehende Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, sagte der FDP-Vorsitzende am Sonntag beim Parteitag der NRW-FDP in Siegen.
Offensive in Siegen: Außenminister Guido Westerwelle.

Offensive in Siegen: Außenminister Guido Westerwelle.

© dpa

Die Vorwürfe acht Wochen vor der Landtagswahl hätten „ein einziges Ziel: Sie wollen in Nordrhein-Westfalen ein Linksbündnis schaffen“, rief Westerwelle den FDP-Delegierten zu. Zur Kritik an der Zusammensetzung seiner Reisedelegation sagte er an die Presse gerichtet: „Ihr kauft mir den Schneid nicht ab.“ Er werde auch in Zukunft als Außenminister der deutschen Wirtschaft in anderen Ländern die Türen öffnen. Bei seinem ersten Auftritt nach der Rückkehr von seiner Südamerika-Reise bekräftigte Westerwelle auch seine Äußerungen zur Sozialpolitik. Leistungsgerechtigkeit und soziale Gerechtigkeit gehörten zusammen. Der FDP-Chef hatte in der Diskussion um höhere Hartz-IV-Sätze vor „spätrömischer Dekadenz“ gewarnt.

Derweil tauchte neue Kritik an Westerwelles Reisetross auf. Die „Berliner Zeitung“ berichtete am Wochenende, dass sich der Außenminister bei seiner Asien-Reise im Januar auch von einem Vorstandsmitglied des Handelskonzerns Metro begleiten ließ, der zu den wichtigsten Kunden einer früher mit Westerwelle verbundenen Unternehmensberatung gehört. Laut „Spiegel“ gehörte zudem ein enger Mitarbeiter Westerwelles im Auswärtigen Amt bis vor Kurzem noch der Schweizer Firmengruppe Mountain Partners an, deren Gründer Cornelius Boersch wiederholt zur Reisebegleitung Westerwelles gehörte.

Niedersachsens FDP-Chef Philipp Rösler nahm seinen Parteifreund am Wochenende in Schutz. Wenn Westerwelle sich staatsmännisch geäußert hätte, hätte seine Hartz-IV-Kritik niemand zur Kenntnis genommen, sagte Rösler auf dem FDP-Landesparteitag in Lüneburg.

Unterdessen hat Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode Kompromissbereitschaft der Liberalen beim Streit um Steuererleichterungen signalisiert. „Eine Steuerstrukturreform ist unverzichtbar, aber über den Beginn lässt sich reden“, sagte der FDP-Politiker dieser Zeitung. Für Warnungen des FDP-Ehrenvorsitzenden Hans-Dietrich Genscher, nicht die Haushaltskonsolidierung aus dem Blick zu verlieren, zeigte Bode Verständnis: „Der Kuchen wird knapp, das heißt, dass man ihn sinnvoll verteilen muss. Aber auf den psychologischen Effekt einer Steuer- und Abgabenreform können wir nicht verzichten. Wir brauchen in einem ersten Schritt die Entlastung der Sozialbeträge.“

Hans-Edzard Busemann 
und Michael B. Berger

Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel
  • Westerwelle holt zum Gegenangriff aus reh – 15.03.10
    Hier halte ich es ausnahmsweise mal mit Horst Seehofer:
    "Das ist kein Tsunami, sondern nur eine Westerwelle!"

    Je mehr Guidolein rumzetert, desto angreifbarer macht er sich. Mein Vater (ein Erzkonservativer) sagte früher zur FDP, es sei eine "Speckjäger-Partei". Die Vorkommnisse erinnern mich immer wieder an diesen Spruch ...
    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Westerwelles Gegenangriff XYZ – 15.03.10
    Ein altes Sprichwort sagt: "Wer sich verteidigt klagt sich selber an" !
    Viele Politiker vor ihm haben sich versucht heraus zu reden,nur irgendwann kommt die Wahrheit an den Tag und dann ist Schluss mit diesem bunten Spaßvogel ! Wir brauchen dringend einen gestandenen Aussenminister der unseren Staat in der Welt vertritt und nicht täglich für Horrormeldungen in der Tagespresse sorgt; denn für die eigentliche politische Arbeit bleibt da kaum zeit! Aber bald ist Wahl - ihr deutschen Wähler seid wachsam; so einen Aussenminister wie Westerwelle darf es nie mehr geben!
    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Guido, Guido,Guido... koppelin – 15.03.10
    Selbst wenn es gelänge, mit viel Phantasie und gutem Willen, Guido Westerwelle bei der Wahl seiner Reisebegleitung korrektes Handeln zu attestieren, so bleibt er dennoch zumindest im Amt des Außenministers eine krasse Fehlbesetzung, wenn nicht gar ein absoluter Totalausfall. Die FDP wäre gut beraten, wenn sie diesen bunten Spaßvogel die Flügel stutzen würde und er allenfalls noch beim ChristopherStreetDay öffentliche Auftritte wahrnehmen dürfte. Mit Steinbach angefangen, über Mövenpick, Talibanrente, EU-Beitritt der Türkei und jetzt eben die zweifelhaften Reisebegleiter schafft es WW ansonsten, die Partei wieder zu alter Stärke zu führen, als FDP für F-ast D-rei P-rozent stand! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Kommentar schreiben

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet sein!

Anzeige
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Röttgen nach seiner Wahlniederlage in NRW entlassen. Wie finden Sie das?
Anzeige

Branchenführer - Handwerk Regional

Sie suchen qualifizierte Handwerker aus Südniedersachsen? Dann testen Sie unseren neuen regionalen Handwerkerführer: Hier finden Sie schnell und einfach den passenden Handwerksbetrieb für Ihr Vorhaben!

Lokales Videos

Das Unternehmen im Überblick

Die Göttinger Tageblatt Mediengruppe ist das führende Medienhaus in Südniedersachsen – ein moderner Dienstleister für Kommunikation, Nachrichten, Werbung und Druck.

E-Shop

Ganz vorne mit dabei

Egal ob regionale Veranstaltung oder internationaler Top-Show-Act. In unserem Tageblatt-Ticketshop können Sie bequem am Bildschirm die gewünschten Eintrittskarten kaufen.

Tipps rund um die Uhr

Haben Sie Lust auf Nachtleben oder Oper? Darf eine Lesung sein oder eine Ausstellung? Hier finden Sie alle Termine.

Prämien-Shop

Werben Sie einen neuen Abonnenten, und wählen Sie Ihre Wunsch-Prämie aus über 2.500 Top-Prämien.



Top