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Deutschland / Welt Worum geht es bei der Islamkonferenz?
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13:07 28.11.2018
Das Logo der Deutschen Islam Konferenz im Jahr 2016. Es ist dasselbe geblieben. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa
Berlin

Der damalige Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) rief 2006 die Deutsche Islamkonferenz ins Leben. Der jetzige Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) lässt die Konferenz wieder aufleben. Die Probleme ähneln sich.

Was will Horst Seehofer?

Seehofer hatte in einem Interview zu Beginn seiner Amtszeit gesagt, der Islam gehöre nicht zu Deutschland, weist aber heute daraufhin, dass dies vor allem historisch gemeint gewesen sei. Zur Eröffnung der neuen Islamkonferenz am Mittwoch sagte er: „Muslime gehören zu Deutschland.“ Sie hätten die gleichen Rechte und Pflichten wie alle Bürger. Daran könne es „keinen vernünftigen Zweifel geben“. Die zentrale Frage für die Islamkonferenz in dieser Wahlperiode sei für ihn, wie ein Islam in Deutschland gefördert werden könne, „der in unserer Gesellschaft verwurzelt ist“. Der CSU-Politiker kündigte ein Programm „Moscheen für Integration“ an, über das muslimische Gemeinden Förderung für Integrationsarbeit erhalten können. Die Höhe der Summe nannte er nicht.

Was wird bei der Islamkonferenz konkret debattiert?

Der Bundesinnenminister fordert, dass sich der Islam von ausländischen Einflüssen befreit. Ähnlich äußert sich der grüne Bundestagsabgeordnete Cem Özdemir, der eine Initiative für einen säkularen Islam unterstützt. Die linke Vizefraktionschefin Sevim Dagdelen monierte, die Islamkonferenz sei eine Bühne für den politischen Islam. Besonders strittig ist die Herkunft der Imame.

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Worin besteht das Problem mit den Imamen?

Ein Problem besteht darin, dass die in Deutschland tätigen Imame vielfach aus dem Ausland entsandt werden, vor allem von der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib), der man 900 Moscheen zurechnet – bei schätzungsweise 2400 Moscheen insgesamt. Denn die Ditib untersteht der türkischen Religionsbehörde Diyanet. Ein weiteres Problem besteht darin, dass lediglich 25 Prozent der rund 4,5 Millionen deutschen Muslime von muslimischen Verbänden wie dem Zentralrat der Muslime repräsentiert werden. Das Bundesinnenministerium wünscht sich einen gemeinsamen Ansprechpartner, der von sich aus die Initiative ergreift, findet aber keinen.

Warum kann Deutschland den Bedarf an Imamen nicht decken?

Es gibt derzeit 2000 Studierende an bundesweit vier muslimischen Fakultäten, die vom Bundesforschungsministerium eine Anschubfinanzierung von 38 Millionen Euro erhielten. Wenn zehn Prozent von ihnen Imame würden, so die Rechnung des Bundesinnenministeriums, wäre der Bedarf nach fünf bis zehn Jahren gedeckt. Der Direktor des Instituts für Islamische Theologie an der Universität Osnabrück, Bülent Ucar, beklagte freilich, seit Jahren werde viel geredet. „Aber keiner rührt sich.“ Dafür handle der türkische Staat. Die Religionsbehörde in Ankara habe gerade 400 Imam-Stellen für das Ausland ausgeschrieben. Von den Bewerbern würden hervorragende Fremdsprachenkenntnisse etwa in Deutsch oder Englisch erwartet.

Ist eine Moschee-Steuer realistisch?

Seehofers zuständiger Staatssekretär Markus Kerber hat sich für eine solche Moschee-Steuer offen gezeigt. „Das Ziel muss sein, dass die Moscheen in Deutschland nicht mehr von Finanzhilfen aus dem Ausland abhängig sind“, sagte er der Bild-Zeitung. Ob eine Religionsgemeinschaft eine Moschee-Steuer für ihre Mitglieder als Lösung ansehe, müsse sie selbst entscheiden. Voraussetzung sei, dass Moscheen die Anforderungen an eine Körperschaft des öffentlichen Rechts erfüllten. Das wiederum setzt voraus, dass sie die Werte teilen, die der Staat vertritt, und dessen Gewaltmonopol akzeptieren.

Wie geht es weiter?

Bei der Islamkonferenz soll das Programm bis 2021 festgelegt werden. Die Schwierigkeiten sind seit Jahren dieselben. Die Verbände fordern mehr Respekt und Unterstützung. Die Politiker fordern überwiegend, dass die Muslime sich der deutschen Gesellschaft öffnen und das Grundgesetz verinnerlichen. Ein dritter Akteur sind die liberalen Muslime, die mit Blick auf die Verbände teilweise noch kritischer argumentieren. Insofern dreht sich die Debatte seit 2006 im Kreis.

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Von Markus Decker/RND

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