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Islam-Studie löst Parteienstreit aus

Innenminister relativiert Islam-Studie löst Parteienstreit aus

Ein Viertel der jungen Moslems mit deutschem Pass steht einer Integration ablehnend gegenüber. Bei ausländischen Altersgenossen ist der Anteil noch höher. Die Bundesregierung will dennoch an ihrer Integrationspolitik festhalten.

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Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich relativiert die Ergebnisse der Umfrage.

Quelle: dpa

Berlin. Gut vier Millionen Menschen in Deutschland bekennen sich zum Islam. 706 junge Muslime standen für eine Studie Rede und Antwort – diese sorgt seit ihrer Veröffentlichung am Donnerstag für Wirbel. Der Grund: Viele der Interviewten geben sich integrationsunwillig. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat die Ergebnisse der nicht repräsentativen Umfrage relativiert, andere zweifeln jetzt an der doppelten Staatsbürgerschaft.

Zentraler Streitpunkt über die 764 Seiten starke Veröffentlichung ist die Darstellung, dass 22 Prozent der deutschen Muslime zwischen 14 und 32 Jahren einer Integration zurückhaltend gegenüber stehen und die eigene Herkunftskultur betonten. Bei den Muslimen ohne deutschen Pass hätten 48 Prozent starke Separationsneigungen. Innerhalb der jungen Muslime seien es wiederum 15 Prozent bei den deutschen und etwa 24 Prozent bei den nichtdeutschen Jugendlichen, die laut Studie als „streng Religiöse mit starken Abneigungen gegenüber dem Westen, tendenzieller Gewaltakzeptanz und ohne Integrationstendenz“ bezeichnet werden könnten.

Die Union sieht sich dadurch in ihrer Integrationspolitik bestätigt. „Für mich ist das ein Argument gegen die automatische doppelte Staatsangehörigkeit“, sagt Unionsfraktionsvize Günter Krings. Er räumte allerdings auch ein, es sei erfreulich, dass die Mehrzahl junger Muslime die deutsche Kultur unter Wahrung ihrer Traditionen übernehmen wolle. Innenminister Friedrich kommentiert die hohe Zahl der Integrationsverweigerer weicher: „Diese Zahl - unabhängig davon, ob sie in dieser Größen-ordnung realistisch sein mag oder nicht – bestätigt, dass wir in der Grundtendenz richtig gehandelt haben, die Integration weiter ganz oben auf die Tagesordnung zu setzen." Beispielhaft führte er Integrationskurse und die sogenannte Sicherheitspartnerschaft mit muslimischen Verbänden an, die das Ziel hat, Radikalisierungen vorzubeugen.

Friedrich betont, dass sich die meisten Muslime – egal, welchen Alters – deutlich vom islamistischen Terrorismus distanzieren. Sie fühlen sich allerdings pauschal als Terroristen verurteilt. „Auch das ist etwas, wo wir dagegen arbeiten müssen – auch in der öffentlichen Darstellung“, sagt Friedrich. In der Studie heißt es: „Ein großer Teil der deutschen Bevölkerung steht skeptisch bis ablehnend den in Deutschland lebenden Muslimen gegenüber und ein geringer, aber nicht zu vernachlässigender Teil assoziiert die Muslime generell mit dem (islamistischen) Terrorismus.“

In der wissenschaftlichen Arbeit wurden auch deutsche und türkische Nachrichtensendungen untersucht - und ihre sehr unterschiedlichen Berichte über die gleichen Konflikte. Die Autoren appellieren an die Medien, sich ihrer Rolle als Meinungsmacher bewusster zu werden. Im Innenministerium ist man daher verschnupft darüber, dass just die negative Schlagzeile der Integrationsverweigerer diskutiert wird. Die Opposition kritisiert, dass es Friedrich „um Stimmungsmache durch die Hintertür“ gehe, wie Grünen-Chef Cem Özdemir sagt. Die Linke wirft Friedrich Festhalten an „rechtspopulistischem Popanz“ vor.

Maja Heinrich

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