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Niedersachsen Neustädter Bataillon leitet Versorgung der Nato-Speerspitze
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15:42 26.04.2018
Oberstleuntnant Alexander Eisentraudt leitet das internationale Versorgungsbataillon der schnellen Eingreiftruppe der Nato. Quelle: Thomas Tschörner
Neustadt

 Das Versorgungsbataillon 141 leitet die Versorgung der schnellen Eingreiftruppe der Nato (VJTF –Very High Readiness Joint Task Force) und stellt auch selbst fast die Hälfte der dafür benötigten Soldaten. Engpässe an Fahrzeugen und Material würden derzeit behoben, sagt der Kommandeur Oberstleutnant Alexander Eisentraudt. „Seit Anfang des Jahres haben wir 93 Iveco Trakker für unseren Auftrag bekommen – Tendenz steigend.“ Auch die persönliche Ausrüstung der Soldaten werde aufgestockt, mit Winterkleidung für die Übung Trident Juncture in Norwegen. Diese sei bereits mit Erfolg getestet worden und werde in Kürze ausgegeben.

Noch vor wenigen Wochen wurde darüber berichtet, dass der Bundeswehr das Material fehlt, die Nato-Verpflichtungen in vollem Umfang zu erfüllen. Betroffen waren nicht nur Kampftruppen. Auch der Nachschubtruppe fehlten Fahrzeuge, Ausrüstung und Gerät. Inzwischen habe sich das Blatt aber gewendet, sagt Eisentraudt. „Uns fließt ständig Material zu, das ist eine positive Tendenz.“ Anders wäre der Auftrag auch nicht zu bewältigen. „Ich habe den Eindruck, dass wir mit Blick auf den VJTF-Auftrag wirklich im Fokus stehen und alle Unterstützung erhalten, die die Bundeswehr leisten kann“, sagt Eisentraudt. 

Das Versorgungsbataillon 141 ist im Neustädter Ortsteil Luttmersen mit zwei Kompanien und dem Stab sowie mit je einer Kompanie in Munster und Rotenburg/Wümme stationiert. Für die VJTF-Brigade stellt das Bataillon den kompletten Stab sowie die beiden Kompanien aus Luttmersen. Dazu kommen Spezialisten aus den beiden anderen Standorten, etwa für die Instandsetzung von Artillerie. Weitere Kompanien kommen von den Versorgungsbataillonen 7 (Unna) und 142 (Hagenow) sowie als internationale Komponente mit Soldaten aus Norwegen, Belgien, Luxemburg und Niederlanden. „Der deutsche Anteil besteht aus 1098 Soldaten und 837 Fahrzeugen, dazu kommen 251 multinationale Soldaten“, beschreibt Eisentraudt den Umfang des VJTF-Versorgungsbataillons, das international als CSS (Combat Service Support)  bezeichnet wird.

In den vergangenen Tagen haben die Bundeswehr-Soldaten mit einigen Angehörigen der Streitkräfte aus Norwegen, Belgien, Niederlande und Luxemburg auf dem Übungsplatz Bergen-Hohne bereits trainiert, die feldmäßige Versorgung einer multinationalen kriegstüchtigen Brigade sicherzustellen. „Die Logistik muss seit der Besetzung der Krim wieder die Landesverteidigung lernen.“ Insgesamt haben mehr als 1000 Soldaten der Nachschubtruppe mit rund 550 Fahrzeugen geübt. Die Soldaten seien hochmotiviert. „Dafür sind sie zur Bundeswehr gekommen: Sie wollen dafür sorgen, dass die Versorgung funktioniert.“ Dass die angekündigte Trendwende Material greife, habe sich auch bei dieser Übung gezeigt. Gleichwohl mahnte der Kommandeur bei einem Besuchertag für Offiziere aus der 1. Panzerdivision und dem Kommando Heer weitere Anstrengungen an.

Der nächste große Schritt sei die Übung Trident Juncture in Norwegen, an der sich rund 40.000 Soldaten aus Heer, Luftwaffe und Marine von 28 der 29 Nato-Länder beteiligen. „Wir wollen glaubhaft vermitteln, dass die Nato in der Lage ist, Truppen in dem Maße verlegen und auch einsetzen zu können.“ Dennoch hoffe er, dass es allen Verantwortlichen gelinge, dafür zu sorgen, dass es niemals zu dem Ernstfall kommt, für den jetzt trainiert werde. 

Aufgaben übernehmen andere Einheiten

Wenn die beiden Kompanien aus Luttmersen für die schnelle Eingreiftruppe der Nato gebunden sind, müssen die beiden anderen Kompanien in Rotenburg/Wümme und Munster sowie die Streitkräftebasis deren Aufgaben mitübernehmen, sagt Oberstleutnant Alexander Eisentraudt, Kommandeur des Versorgungsbataillons 141. Denn im Unterschied zur Kampftruppe, die nur ausbilde und übe, arbeite das Versorgungsbataillon im Echtbetrieb und übernehme den Nachschub und die Instandsetzung für die Panzerlehrbrigade 9.

Von Thomas Tschörner

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