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Signal der Bodenständigkeit

CDU nominiert McAllister für Landtagswahl

Von Klaus Wallbaum

Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister wird bei der Landtagswahl 2013 für die CDU im Wahlkreis 57 Hadeln/Wesermünde ins Rennen gehen. Alle Stimmberechtigten stimmten am Montagabend bei der Nominierungsveranstaltung für den Nachfolger von Christian Wulff in der niedersächsischen Staatskanzlei.
Foto: Zwei Bodenständige: Peter-Harry Carstensen (links) und David McAllister.

Zwei Bodenständige: Peter-Harry Carstensen (links) und David McAllister.

© dpa

Moorausmoor. In diesem Ort geht es dörflich zu, und das ist so gewollt. Am Montagabend treffen sich knapp 200 CDU-Mitglieder aus dem Wahlkreis Hadeln-Wesermünde, um ihren Landtagskandidaten aufzustellen. Der Mann ist nicht irgendwer, es ist der Ministerpräsident. David McAllister wohnt nicht weit von hier entfernt, er ist in dieser Gegend zuhause. Warum wählt er Moorausmoor, einen Ort mit gerade mal 186 Einwohnern? Das ist, wie sich im Laufe des Abends zeigt, eine ganz bewusste Entscheidung. Es ist ein Akt demonstrativer Provinzialität – wobei dieser Begriff hier nur positiv gemeint ist.

So beginnt die Veranstaltung wie eine Hauptversammlung der Feuerwehr. Die lokalen Größen werden begrüßt, der Tagungsleiter liest die Kennzeichen der Fahrzeuge vor, die gerade auf den schmalen Wegen die Zufahrten versperren. Dann kommt der Samtgemeindebürgermeister zu Wort, redet von der Flurbereinigung und den Baufortschritten beim Kindergarten. Und er lobt McAllister, der „nie die Bodenhaftung verloren hat“.

Das wird das Leitmotto des Tages. McAllister demonstriert geradezu die Ortsnähe, die Kleinheit der Politik – und das wenige Tage, nachdem sein Amtsvorgänger Christian Wulff als Bundespräsident über seine Nähe zur großen Glanz- und Glamourwelt gestolpert ist. Im Gasthaus „Stockfisch“ weht ein Geruch von Currywurst durch den Saal, Kellnerinnen servieren Bier aus Gläsern. Hier gerät niemand in die Gefahr einer zu großen Nähe zum Glamour. McAllister schon gar nicht, als er über den Marktplatz in Cadenberge redet, über die Dorferneuerung in Oberndorf und über den Radweg von Köhlen nach Geestenseth, der nach jahrelanger Planung endlich fertiggestellt werden konnte. Da brandet Beifall auf. Das mit dem Radweg, raunen sich Zuhörer zu, habe ja auch wahrlich lange gedauert.

Die große Politik streift McAllister nur ganz knapp. Er warnt vor „Verhältnissen wie in Nordrhein-Westfalen“, wo SPD und Grüne „gemeinsam mit den Kommunisten regieren“. Ansonsten bleibt es an diesem Tag in Moorausmoor sehr dörflich, und dazu trägt auch ein Ehrengast bei. Aus Kiel ist McAllisters Ministerpräsidentenkollege Peter-Harry Carstensen gekommen, einen „Pfundskerl“, wie McAllister meint. Die beiden sind gute Freunde, halten sich auf Ministerpräsidentenkonferenzen und bei CDU-Präsidiumssitzungen gegenseitig Plätze frei.

Carstensen, so wird rasch deutlich, hat einen ähnlichen Politikansatz. Kein Politiker, meint er, dürfe die kleinen Probleme der Menschen geringschätzen, kein Politiker dürfe überheblich oder abgehoben sein. „Die kleinen Probleme mögen für die Außenstehenden klein sein, für Betroffene sind sie oft sehr groß.“ McAllister, lobt Carstensen, beherzige diesen Grundsatz, bleibe den Menschen nah und komme deshalb bei den einfachen Leuten so gut an. Das gefällt im Saal, Applaus kommt auf.

Wenig später dann ein Traumresultat für den Ministerpräsidenten: In geheimer Wahl haben sich von 185 CDU-Mitgliedern auch 185 für McAllister entschieden. Sichtlich berührt ist der frisch nominierte Landtagskandidat von diesem Ergebnis, und er setzt zu einem Schlusswort an, das er ausgesprochen kämpferisch vorträgt: „Hier liegt die wahre Stärke der niedersächsischen CDU“, sagt er, „in den Weiten des Landes“. Niemand solle die Kampfeskraft der Partei unterschätzen. „Nur wenn man weiß, woher man kommt, kann man auch weite Wege gehen.“ Die Mitglieder jubeln, sie feiern ihren David. Und es gibt freie Getränke für alle.

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