Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Niedersachsen In Niedersachsens Kitas fehlen 1200 Erzieher
Nachrichten Politik Niedersachsen In Niedersachsens Kitas fehlen 1200 Erzieher
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 05.09.2017
Quelle: dpa (Symbolbild)
Anzeige
Hannover

Immer häufiger können offene Stellen für Erzieher in niedersächsischen Kitas nicht besetzt werden - es fehlt einfach an geeigneten Bewerbern. Seit 2010 hat sich die Zahl der vakanten Jobs nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit fast vervierfacht. Gewerkschaften und Kommunen fordern, den Beruf attraktiver zu machen.

„Die Forderung nach mehr Fachkräften für die Einrichtungen ist nicht von heute auf morgen zu erfüllen“, sagte die Sprecherin der Agentur für Arbeit in Niedersachsen und Bremen, Anja Schmiedeke. Im Juli waren landesweit 1205 unbesetzte Stellen für Erzieher und Sozialassistenten in der Kinderbetreuung gemeldet, sieben Jahre zuvor waren es nur 346. Im gleichen Zeitraum sank die Zahl der arbeitslosen Fachkräfte von rund 2430 auf etwa 1400. Dass es trotz der vielen offenen Stellen immer noch arbeitslose Fachkräfte gibt, liege oft an räumlicher Distanz zwischen freier Arbeitsstelle und suchender Fachkraft, so Schmiedeke: „Wer in Frage kommt, wohnt vielleicht einige Hundert Kilometer entfernt und möchte nicht so weit pendeln oder gar umziehen.“

513 unbesetzte Stellen allein in Hannover

Auch in Hannover gibt es noch vakante Erzieherstellen. Die Agentur für Arbeit registriert aktuell 513 unbesetzte Stellen. „Der tatsächliche Bedarf dürfte noch höher liegen“, sagt Holger Habenicht, Sprecher der Arbeitsagentur. Manche Kita-Träger verzichteten inzwischen auf Stellenausschreibungen, obwohl die Nachfrage von Eltern groß genug wäre, um neue Betreuungsgruppen zu eröffnen. Auch die hannoversche Stadtverwaltung, Träger von 40 Kitas, räumt ein, dass es in den vergangenen Jahren immer schwieriger geworden sei, geeignetes Personal zu finden. „Bisher ist es aber immer gelungen, die im Kitagesetz geregelten Personalschlüssel zu erfüllen“, sagt eine Stadtsprecherin.

Anfang 2017 gab es nach Auskunft des Kultusministeriums 14.000 Auszubildende in Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe, so viele wie nie zuvor. Ministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) betonte, man habe jedes Jahr 450 neue Schulplätze geschaffen.

Wie kann die Ausbildung attraktiver werden?

Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund plädiert für eine Reform der Ausbildung. „Wir können uns eine dreijährige duale Ausbildung mit einer Vergütung gut vorstellen“, sagte Verbandspräsident Marco Trips.

„Der Beruf muss attraktiver werden“, fordert auch Katja Wingelewski von der Gewerkschaft Verdi. Notwendig seien kleinere Betreuungsgruppen sowie mehr Zeit für die Vorbereitung und für Leitungsaufgaben.

Von Andreas Schinkel und Heiko Randermann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nach dem Kollaps eines Offiziersanwärters während eines Übungsmarschs Mitte Juli in Munster hat die Bundeswehr einen vorläufigen Abschlussbericht vorgelegt. Doch die Angaben bleiben vage. Die Bundeswehr räumt Fehler der Ausbilder ein – doch viele Fragen bleiben offen. Was wir bisher wissen.

04.09.2017

Nur 1649 der 1800 neuen Lehrerstellen konnten zum Schuljahresbeginn besetzt werden. Besonders an Grundschulen fehlten zum Schuljahresbeginn Lehrer. 421 Gymnasiallehrer müssen daher zeitweise an Grundschulen aushelfen.

01.09.2017
Niedersachsen CDU-Politiker soll sich entschuldigen - Erdogan-Streit: Empörung über Bürgermeister

CDU-Stadtoberhaupt Helmut Affelt soll sich für seinen Umgang mit der Integrationsbeauftragten in Stadtoldendorf entschuldigen. Er hatte sie ohne erkennbaren Anlass dazu aufgefordert, sich von Erdogan zu distanzieren - oder zurückzutreten.

03.09.2017
Anzeige