Stehen unter Beobachtung: Gewaltätige Rockergruppierungen.
LKA-Sprecher Frank Federau sagte am Freitag: „Wir können Gewaltdelikte dieser Art zukünftig nicht mehr hundertprozentig ausschließen.“ Derzeit gebe es zwar keinerlei Hinweise auf eine bevorstehende Eskalation. Doch die niedersächsischen Rockergruppierungen, insbesondere die Hells Angels und die Bandidos, würden vom LKA als gefährlich und äußerst gewaltbereit eingestuft, teilte die Behörde mit. „Wir gehen nicht davon aus, dass die Gewaltspirale vor Ländergrenzen haltmacht“, sagte Federau.
In Schleswig-Holstein tobt seit Monaten ein erbitterte Kampf zwischen den rivalisierenden Klubs der Hells Angels und der Bandidos. Dabei geht es nach Ansicht der Ermittler um Machtkämpfe in der Rotlicht- und der Drogenszene. Dass die Mitglieder der Rockergangs dabei vor nichts zurückschrecken, belegen jetzt auch Polizeidokumente, in denen aus internen Schriften verschiedener Rockergruppierungen zitiert wird und die der NDR-Info am Freitag veröffentlichte. „Hells Angels werden niedergemacht, mit einem Messer oder Revolver bearbeitet“, heißt es da unter anderem. Außerdem ist die Art der Bewaffnung für den Kampf gegen verfeindete Gruppierungen offenbar genau festgelegt: „Standardbewaffnung: drei bis vier Pumpen (Pumpguns), drei bis vier Schroter (Schrotflinten) – beide mit abgesägtem Lauf, damit sie zwischen die Tanks der HD (Harley Davidson) passen.“ Auch über ein System der schwarzen Kassen bei den Rockern geben die Dokumente Aufschluss: „Jeder Klub hat zwei Kassen, eine ist die offizielle Kasse, in die werden Klubbeiträge und Mieten eingezahlt. Die andere Kasse ist für sämtliche kriminelle Geschäfte des Chapters.“