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Niedersachsen Tonne will Planungschaos vermeiden
Nachrichten Politik Niedersachsen Tonne will Planungschaos vermeiden
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00:21 14.10.2018
ARCHIV - 07.05.2018, Niedersachsen, Hannover: Grant Hendrik Tonne (SPD), Kultusminister von Niedersachsen, will für eine bessere Planung bei der Lehrerausbildung sorgen. Foto: Holger Hollemann/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Quelle: dpa
Hannover

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) will künftig wesentlich genauer berechnen, wie viele Lehrer benötigt werden. Damit sollen Fehlplanungen und ein akuter Lehrermangel vermieden werden, wie es ihn derzeit in allen Bundesländern gibt. Im laufenden Jahr fehlen nach Berechnungen der Kultusministerkonferenz bundesweit 11 510 Pädagogen.

Eine Arbeitsgruppe von Wissenschafts- und Kultusministerium soll sich mit den Prognosen beschäftigen. „Diesen neuen niedersächsischen Weg hat soeben auch die Kultusministerkonferenz in Berlin beschlossen“, sagte Tonne am Donnerstagabend der HAZ. „Wir müssen versuchen, die Daten vergleichbar zu machen, um zu verhindern, dass wir nach Phasen von Lehrerüberschüssen Phasen von Lehrermangel bekommen, wie es in den letzten Jahrzehnten der Fall war.“

Engpass steht 2020 bevor

Eine verlässliche bundesweite Planung sei auch deshalb wichtig, weil die Zahlen zwischen den einzelnen Bundesländern bislang schwer vergleichbar gewesen seien, sagte Tonne, der seit Donnerstag an der Kultusministerkonferenz teilnimmt. Wenn ein Bundesland verstärkt Lehrer ausbilde und die Absolventen dann an andere Länder abgebe, sei nicht viel geholfen.

Aus Modellrechnungen für die Jahre 2018 bis 2030 geht hervor, dass Niedersachsen und Bremen vom Jahr 2021 an dauerhaft mehr Lehrer ausbilden, als benötigt werden. Die Rechnungen basieren auf den prognostizierten Schülerzahlen bis 2030 und dem sich daraus ergebenden Lehrerbedarf sowie auf der Vorausberechnung der Zahl der Absolventen von Lehramtsstudiengängen in dem jeweiligen Bundesland. Niedersachsen wird demnach im laufenden Jahr 3660 neue Lehrer benötigen. Allerdings werden voraussichtlich 360 Pädagogen weniger ihr Studium abschließen.

Vor allem im Jahr 2020 ist mit einem Engpass zu rechnen. Grund ist die Rückkehr zur neunjährigen Gymnasialzeit (G 9), die dann abgeschlossen sein wird. Dem Bedarf steht der Prognose zufolge ein Angebot von 3500 fertig ausgebildeten Lehrern gegenüber – 760 zu wenig in Niedersachsen.

Wie Tonne weiter sagte, fehlten vor allem Grund-, Haupt- und Realschullehrer sowie Sonderpädagogen. Das Land prüfe, ob man die bereits erhöhte Zahl von Plätzen an den Studienseminaren noch einmal aufstocke. Außer der Besoldungsfrage sei auch die Frage nach der gewachsenen Arbeitsbelastung der Pädagogen zu klären, weil sie junge Menschen davon abhalte, Lehrer zu werden.

Holger Westphal, stellvertretender Landesvorsitzender der Lehrergewerkschaft GEW, hält die Frage der Besoldung für den zentralen Hebel, die Attraktivität des Lehrerberufes zu steigern: „Wir brauchen A 13 für Grundschullehrer.“ Tonne hat Verständnis für die Forderung. Der Minister rechnete aber auch vor: Eine Aufstockung in die Besoldungsstufe A 13 koste das Land jährlich 200 Millionen Euro.

 

Von Michael B. Berger

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