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Niedersachsen Schlechte Noten für Niedersachsens Seen
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00:17 17.04.2018
„Noch große Aufgaben vor uns“: Die Wasserqualität des Steinhuder Meeres wird als „mäßig“ eingestuft. Quelle: Foto: Dpa
Hannover

 Das Ewige Meer in Ostfriesland dürfte Niedersachsens sauberster See sein. Denn nur dieser knapp 90 Hektar große Hochmoorsee wird kein Problem mit den Wasser-Grenzwerten der Europäischen Union bekommen. Das stille Gewässer achteinhalb Meter über Normalnull ist ein gut gehütetes Naturschutzgebiet – Baden streng verboten. Ansonsten werden die Grenzwerte, die die Europäische Union für die mehr als 50 Hektar großen Stillgewässer vorschreibt, derzeit nur in den Harztalsperren eingehalten. Alle anderen Gewässer sind in einem wesentlich schlechteren Zustand, wie Justitia Lethen, Sprecherin im niedersächsischen Umweltministerikum bestätigte.

Einen aktuell deprimierenden Befund hatte zuvor eine Anfrage der Grünen an die Bundesregierung zutage gebracht. Sie fragten nach der Gewässerqualität aller bundesdeutschen Seen. Die Antwort: Dreiviertel der Gewässer seien in einem mittelmäßigen bis schlechten Zustand. Nur 2,3 Prozent seien astrein.

 In Niedersachsen ist die Lage, wie eine HAZ-Nachfrage ergab, keineswegs besser. So erreicht das Steinhuder Meer laut Umweltmin isterium die Note „mäßig“,  während der Zustand des Zwischenahner Meeres als „unbefriedigend“ und der des Dümmers sogar als „schlecht“ angegeben wird. Vorrangig sei der schlechte Zustand auf Phosphat-Überdüngungen sowie Nutzungsprobleme an den Seen hervorgerufen. Sie führten dazu, dass sich toxische Blaualgen massenhaft entwickelten. Die wiederum führten zu Eintrübungen des Wassers und damit zu Keimungs- problemen. „Im Extremfall kann dies zum Umkippen des Sees führen.“

Eigentlich sollte die strenge EU-Wasserrahmenrichtlinie bereits im Jahr 2015 erfüllt sein, berichtet der frühere Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne). Jetzt gebe es seitens der EU noch einmal zwei Verlängerungsoptionen – die eine bis 2021, die letzte bis 2027.

Den Vorwurf, nicht genug gegen die Verschmutzung der Seen getan zu haben, läßt Wenzel nicht auf sich sitzen. „Was wir vorgefunden haben, war meilenweit von den Vorgaben der EU entfernt“, sagt Wenzel. Sein liberaler Vorgänger habe sich nicht um die EU-Vorgaben geschert. „Wir haben jedenfalls massiv versucht, das Düngerecht zu verschärfen, weil ein Großteil der Einträge durch die Überdungung geschieht.“ Wenzels Nachfolger Olaf Lies (SPD) verweist auf elf bereits gestartete Förderprojekte, etwa am Steinhuder Meer, dem Dümmer, dem Bederkesaer oder Seeburger See. „Wir haben mit Blick auf die Wasserrahmenrichtlinie noch große Aufgaben vor uns“, sagt Lies

Von Michael B. Berger

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