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Niedersachsen So will das Land die gefährlichen A2-Baustellen entschärfen
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00:33 27.05.2018
Unfall im Berufsverkehr: Am Donnerstagmorgen kam bei Braunschweig erneut ein Lkw-Fahrer ums Leben. Quelle: Foto: dpa
Hannover

Niedersachsen will mit einem Bündel von Maßnahmen tödliche Unfälle an Baustellen auf der A2 künftig verhindern. Dazu gehören kürzere Bauzeiten und der Erhalt aller Fahrstreifen während der Bauzeit. Bauaufträge sollen an Generalunternehmer vergeben werden. Bei Bauverzögerungen drohen Strafzahlungen.

Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) kündigte am Donnerstag in Hannover ein Konzept für mehr Sicherheit auf der viel befahrenen Autobahn an – kurz nachdem es bei Braunschweig wieder einen schweren Unfall mit einem Toten und einem Schwerverletzten gegeben hatte.

„Wir setzen auf eine flexible Verkehrsführung“, sagte Althusmann. „Das verbessert den Verkehrsfluss, senkt die Stauwahrscheinlichkeit und erhöht somit die Verkehrssicherheit.“ Der CDU-Politiker forderte zudem, Notbremssysteme für Lastwagen vorzuschreiben, um Auffahrunfälle zu verhindern. Er will bei der EU-Kommission Druck für eine europaweite Einführung machen.

Nach den Zahlen der Polizei gab es 2017 auf dem 160 Kilometer langen niedersächsischen A2-Abschnitt insgesamt 3538 Unfälle. Laut Ministerium waren an 1924 Unfällen Lastwagen beteiligt. Der Automobilclub ADAC zählte im vergangenen Jahr 1644 Staus auf der Strecke.

Zwischen 2015 und 2017 starben 37 Menschen auf der A2. In diesem Jahr gab es bereits fünf tödliche Unfälle. „Die A2 ist eine der gefährlichsten Autobahnen in Niedersachsen“, sagte Althusmann.

Der ADAC nannte das Konzept ungenügend.„Das ist nicht der große Wurf“, sagte die Sprecherin des ADAC in Niedersachsen, Christine Rettig, der HAZ. Die Probleme mit den Baustellen seien lange bekannt. „Wir würden gerne mal Taten sehen.“

Der Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen (UVN), Volker Müller, sagte, es sei „höchste Zeit“, das Problem anzugehen. Müller schlug kürzere Bauabschnitte vor. Man müsse auch über Nachtbaustellen nachdenken.

„Die geringste Gefahr geht von Baustellen aus, die nicht existieren“, erklärte der FDP-Fraktionsvize im Landtag, Jörg Bode. Er forderte 24-Stunden-Baustellen und digitale Baustellen-Leitsysteme wie in Bayern.

Die Grünen wollen eine Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene. „Althusmann bekämpft die Symptome, aber nicht die Ursachen“, sagte der Grünen-Verkehrspolitiker Detlef Schulz-Hendel. Grund für die Staus sei der zunehmende Straßenverkehr.

Nach Prognosen soll allein der Lkw-Verkehr bis zum Jahr 2030 um bis zu 40 Prozent zunehmen. Althusmann hält deshalb einen achtstreifigen Ausbau der A2 für „wünschenswert“. Vom geplanten Weiterbau der A39 bei Wolfsburg verspricht er sich eine „große Entlastung“ der A2.

Das Ministerium kündigte für dieses Jahr acht weitere Großbaustellen auf der A2 an. Unter anderem zwischen Bothfeld und Herrenhausen sowie zwischen Lehrte und Hämelerwald.

Von Marco Seng

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