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Niedersachsen Lies hält Asse für Milliardenprojekt
Nachrichten Politik Niedersachsen Lies hält Asse für Milliardenprojekt
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00:17 08.12.2018
Olaf Lies (SPD), niedersächsischer Umweltminister, besuchte am Mittwoch das Atomlager Asse und gab untertage Interviews. Foto: Ole Spata/dpa Quelle: dpa
Remlingen

Die Sanierung des maroden Bergwerks Asse wird nach Schätzung des niedersächsischen Umweltministers Olaf Lies (SPD) mehrere Milliarden Euro kosten. „Dass wir uns in einem einstelligen Milliardenbereich bewegen, ist abzusehen“, sagte der Minister während einer Besichtigung des Bergwerks in Remlingen bei Wolfenbüttel, in dem mehr als 126.000 schwach- und mittelradioaktive Fässer industriellen Abfalls liegen.

Bereits jetzt werden pro Jahr rund hundert Millionen Euro in das frühere Kali- und Salzbergwerk investiert, um es abzusichern und einen höheren Eintritt von Wasser zu verhindern, wie Thomas Lautsch, Technischer Direktor bei der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) versicherte.

Minister wirbt um Verständnis

Lies stattete der Asse seinen Antrittsbesuch als neuer Umweltminister ab. Er war allerdings schon vor sechs Jahren in dem Schacht zu Besuch, in dem 600 Mitarbeiter der BGE an der Sanierung arbeiten. Die radioaktiven Fässer, die bis 1978 in der Anlage eingelagert worden sind, sollen in etwa 12 bis 15 Jahren herausgeholt werden. Zuvor muss allerdings noch ein neuer Bergungsschacht angelegt werden sowie ein Zwischenlager für den schwach- und mittelradioaktiven Müll.

Der Standort dieses Lagers ist umstritten. Alle bisherigen Überlegungen konzentrieren sich darauf, die zu bergenden Fässer möglichst nah an ihrem früheren Verwahrungsort aufzubereiten ( zu konditionieren). Örtliche Bürgerinitiativen fordern allerdings einen Sicherheitsabstand von mindestens vier Kilometern zur nächsten Wohnbebauung, die im nahe gelegenen Dorf Remlingen gegeben ist. Die bislang angepeilte Zwischenlagerung würde sich allerdings näher an der Wohnbebauung befinden – schon aus dem Grund, um gefährliche Atomtransporte zu vermeiden. Allerdings steht die Rückholung der Fässer aus den teils 511 Meter tiefen oder auch 750 Meter tiefen Schächten noch in weiter Ferne, wie Lies auch bei seiner kurzen Asse-Expedition erfuhr. Man sei im Augenblick noch dabei, alle Risiken abzuschecken und die umfangreichen atomrechtlichen Genehmigungsverfahren vorzubereiten, erläuterte der Experte Thomas Lautsch. Probleme bereiteten etwa der (geringe) Wasserzufluss von 12, 5 Kubikmeter pro Tag wie auch die Instabilität des gesamten Bergwerks. „Wir arbeiten hier jedenfalls rund um die Uhr.“

Minister Lies bezeichnete die Asse als das „erschütterndste Beispiel“ einer verfehlten Umweltpolitik in Niedersachsen. Er warb auch vor örtlichen Bürgerinitiativen um Verständnis dafür, dass die Sanierung so lange dauere. Er forderte von der BGE, einen Zeitplan bis Ende kommenden Jahres mit möglichen Varianten zu erstellen. Bei der Rückholung gehe aber Sorgfalt vor Schnelligkeit. Die Verfahren, den gefährlichen Müll herauszuholen, würden hier entwickelt und könnten auch der durch das Lager belasteten Region einen Schub bringen, hofft der Minister.

Von Michael B. Berger

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