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Wettbewerb um Fördergelder

Uni Göttingen kämpft um ihren Elite-Status


Für die Universität Göttingen wird dieses ein besonders spannendes und ereignisreiches Jahr werden. Die traditionsreiche Hochschule will 2012 nicht nur ihren 275. Geburtstag feiern, sondern als einzige in Niedersachsen auch ihren Status als Elite-Uni verteidigen.
Seit 275 Jahren eine exzellente Hochschule: Die Universität Göttingen.

Seit 275 Jahren eine exzellente Hochschule: Die Universität Göttingen.

© dpa

Göttingen. Im Juni wollen die Deutsche Forschungsgemeinschaft und der Wissenschaftsrat entscheiden, welche Hochschulen weitere Fördermittel aus der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder erhalten. Universitätspräsidentin Professor Ulrike Beisiegel hofft, dass Göttingen auch in der zweiten Phase des Förderprogramms zum Kreis der Auserwählten gehört: „Das wäre das allerschönste Jubiläumsgeschenk für uns.“

Die Georg-August-Universität steht dabei im Wettbewerb mit 15 weiteren Hochschulen, deren Zukunftskonzept für die Endrunde ausgewählt wurde. 2007 hatte es Göttingen als einzige Hochschule in Niedersachsen geschafft, in den Kreis der „Elite-Unis“ aufgenommen zu werden. Vor einigen Wochen war ein internationales Gutachter-Gremium in Göttingen, um sich einen Eindruck von den Projekten aus dem Zukunftskonzept zu verschaffen. Die Stimmung sei sehr gut gewesen, sagte Uni-Präsidentin Beisiegel: „Wir haben das Beste gegeben.“

Da die Entscheidung zur Exzellenzinitiative erst nach der Festwoche fällt, werden die Jubiläumsfeiern von gespannter Erwartung geprägt sein. Zum Festakt am 29. Mai wird unter anderem Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister erwartet. Den Festvortrag wird der Historiker Professor Hans-Ulrich Wehler halten.

Studentenprotest statt Festakt

Vor genau 25 Jahren, am 29. Mai 1987, hatte die Universität schon einmal groß feiern wollen. Damals wurde die 250-Jahr-Feier, zu der Bundespräsident Richard von Weizsäcker erwartet wurde, allerdings kurzfristig abgesagt. Die Hochschulleitung hatte Angst vor gewalttätigen Auseinandersetzungen. Am Tag des geplanten Festaktes demonstrierten 25.000 Studenten aus ganz Niedersachsen in Göttingen gegen die Sparbeschlüsse der damaligen CDU/FDP-Landesregierung. Die Proteste richteten sich gegen geplante Stellenstreichungen, Einstellungsstopps und Studiengebühren für Langzeitstudenten. Die Jubiläumsfeier wurde dann im September nachgeholt.

Diesmal erwartet die Georgia Augusta zu ihrem Jubiläum zahlreiche hochkarätige Gäste aus dem Ausland. So gibt es unter anderem ein internationales Alumni-Treffen. Außerdem werden die Universitätspräsidenten der so genannten Coimbra-Gruppe ihre Jahreskonferenz in Göttingen abhalten. Dies ist ein Zusammenschluss von 40 traditionsreichen europäischen Hochschulen, darunter die Universitäten Oxford, Cambridge, Padua, Salamanca, Uppsala und Leiden sowie die Karls-Universität in Prag, die Jagiellonen-Universität in Krakau und das Trinity College in Dublin.

Aus Deutschland gehören die Universitäten Göttingen, Heidelberg, Jena und Würzburg dem Netzwerk an.

Auf dem Festprogramm stehen außerdem ein Universitätssporttag, ein Kulturtag sowie ein großes Mitarbeiterfest. Am 2. Juni lädt die Hochschule zu einem „Tag der offenen Aula“ ein, bei dem die Besucher auch den historischen Karzer, die ehemalige Arrestzelle für allzu aufmüpfige Studenten, besichtigen können. Denn bis ins 20. Jahrhundert hatte die Universität sogar eine eigene Gerichtsbarkeit. Am gleichen Tag wird die Ausstellung „Dinge des Wissens“ eröffnet. Bis Anfang Oktober werden in der Paulinerkirche herausragende Exponate aus den wissenschaftlichen Sammlungen der Universität zu sehen sein.

Am 24. November soll außerdem erstmals eine „Nacht des Wissens“ stattfinden, an der sich neben den Fakultäten der Universität auch die Max-Planck-Institute, das Deutsche Forschungszentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und das Deutsche Primatenzentrum (DPZ) beteiligen werden. Besucher können sich dabei einen Eindruck vom Forschungsstandort Göttingen verschaffen.

dpa/kas

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