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Niedersachsen Braunschweigs Hauptstadtträume
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00:19 15.04.2019
Michael B. Berger Quelle: HAZ
Hannover

Lang, lang ist’s her, dass Braunschweig mal so etwas wie Hauptstadt war. Irgendwann zu Zeiten Heinrichs des Löwen muss das gewesen sein. Braunschweig, das fürstliche Repräsentationszentrum. Seitdem fast nichts mehr.

Eine Fußballmannschaft, die noch unter dem Niveau von Hannover 96 spielt (das will was heißen), ein Schloss, das zur Hälfte ein Warenhaus ist, aber ein historischer Anspruch, der ins Unermessliche reicht. Oder zumindest bis zu der Zeit, als es in Niedersachsen noch Bezirksregierungen gab. Und heute? Bleibt der Straßenkarneval, der Jahr für Jahr sein fröhliches Unwesen treibt. Aber jetzt, liebe Hannoveraner, kommt es. Die Nachricht: Braunschweig will die „Wildbienenhauptstadt“ Deutschlands werden, meldet die Deutsche Presseagentur. Mehr als 16 Hektar Stadtfläche sollen insektengerecht umgestaltet werden. Experten sollen künftig „konsequent durch die ’Wildbienenbrille’ auf ihre Stadt blicken“, schreibt dpa. Und wir hören es bereits summen und brummen, dass es die schiere Freude ist. Denn Wildbienen sind allemal netter als angetrunkene Jecken im Straßenkarneval...

Wo wir grade bei den Jecken sind. Die Briten bleiben jetzt doch erstmal drin. Tun sie nicht. Tun sie doch. Tun sie nicht. Tun sie doch. Tun sie nicht. Tun sie doch. Tun sie nicht. Nun gut, wir unterbrechen hier mal die Nachricht für die Eilmeldung, dass es noch eine Bedenkzeit bis zum 31.Oktober gibt, der zumindest in Deutschland ein Reformationstag ist. Tun sie nicht. Tun sie doch. Und dazwischen gibt es noch eine Europawahl, zu der unsere Brexit- und Europaministerin Birgit Hone eine Onlinekampagne gestartet hat, bei der junge Menschen gegen die Ministerin wetten können, wie hoch die Wahlbeteiligung ausfallen wird. Letzes Mal gingen übrigens 49,6 Prozent der wahlberechtigten Niedersachsen wählen. Nicht stiften wie die Briten. Tun sie nicht. Tun sie doch. Tun sie nicht... Ach, wie heißt es doch: Die Hoffnung stirbt..

Wir haben uns ja schon an den Gedanken gewöhnt, dass das Automobil bald zu dem kommt, was bereits sein Name verrät: Also selbst mobil ist, ganz ohne Fahrer. Wir haben auch schon ab und an erlebt, das unser Handy sich selbstständig macht und irgend wen anwählt, obwohl es in der Hosentasche Ruhe geben sollte. Aber das Festnetz galt uns bislang als heilig, bis wir diese Woche dieser dpa-Meldung gewahr wurden: „Gehackte niedersächsische Diensttelefone riefen teuer in Afrika an“. Teuer anrufen – klingt wie„lecker essen“. Doch Vorsicht. Einen Schaden von 188 000 Euro soll ein Hacker verursacht haben, der die Festnetztelefone so knackte, dass sie kostenpflichtige Nummern in Afrika, sowie Mittel- und Südamerika anwählten. So haben wir uns die Digitalisierung nicht vorgestellt....

Auch mit der Europäisierung der Engstirnigkeit hatten wir in diesem Umfang nicht gerechnet. So haben sich jüngst in Italien die Vertreter populistischer Parteien getroffen und dem „gesunden Menschenverstand“ gehuldigt, der zur Milch der frommen Denkungsart werden soll. Europa wollen sie zur Festung machen. Mein Gott, dagegen war Heinrich, der Löwe, ein Kosmopolit.

Von Michael B. Berger

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