Jubel nach dem Sieg: Ben Jacobson ist der "Man of the Match".
Nicht einmal zwei Minuten stand der Point-Guard auf dem Parkett. Nach einem Schlag auf die Hand musste er früh raus, fuhr direkt zum Röntgen in ein Krankenhaus und kam mit einem Gips, der bis zum Ellenbogen reicht, wieder. Diagnose Handbruch. Morgen wird er operiert. Ob er in dieser Saison noch einmal für die Veilchen auflaufen kann, ist „Spekulation“, sagte BG-Headcoach John Patrick gestern. „Vielleicht reicht es für die Playoffs.“ Ausgerechnet jetzt, ausgerechnet Frazier.
Der 23-Jährige war zuletzt in bestechender Form. In den vergangenen Ligaspielen stand er mindestens 30 Minuten auf dem Parkett, machte gegen Bonn 13 Punkte, gegen Ulm 16. Er zählt zu denen im BG-Team, die sich mit viel Tempo durch eine gut gestaffelte Verteidigung zum Korb wühlen können. Noch wichtiger ist er für die Verteidigung: „Er hat eine unglaubliche Intensität“, sagte Patrick, der seine Mannschaft während der Pause im Match gegen den MBC dazu aufforderte, „dass nun jemand anderes Chesters Intensität in der Verteidigung zeigen muss. Dies hat nicht nur einer beherzigt, sondern alle unsere Guards.“
Bitter ist Fraziers Ausfall besonders deswegen, weil nun die entscheidenden, anstrengenden Wochen der Saison beginnen. Das Spiel gegen die Gäste aus Weißenfels war die erste von vier Partien in acht Tagen. Euro-Challenge-Viertelfinalspiele, Liga und Pokal sind in den nächsten drei Wochen eine Dreifachbelastung, bei der es auf jeden Spieler ankommt.
Patrick bemühte sich bei der Pressekonferenz nach dem Spiel um Gelassenheit. Was soll er auch machen? Wiederholt und vehement hatte er neben der Verpflichtung von Antoine Jordan eine weitere Verstärkung gefordert. Ohne Erfolg. Jetzt muss es so gehen.
Wenigstens sprangen am Sonnabend andere in die Bresche: „Das waren heute Michael Meeks und Antoine Jordan, der Chester Frazier glänzend vertreten hat“, lobte Patrick. Beide spielten knapp 15 Minuten. Ihre Einsatzzeit wird in den nächsten Wochen wahrscheinlich nicht weniger werden.
Eine starke Partie zeigte auch Ben Jacobson. Er sorgte gegen seinen Ex-Verein im zweiten Viertel dafür, dass der Knoten platzte. Dabei hatte man im ersten Viertel den Eindruck, manche Spieler könnten Fäden nicht einmal so übereinanderlegen, dass ein Knoten entsteht. Es waren die schwächsten ersten zehn Saisonminuten der Veilchen. Aber auch die Gäste zeigten unterirdischen Basketball mit unzähligen Ballverlusten, Schrittfehlern und schwachen Würfen. Als „verkrampft“ bezeichnete Patrick den Beginn seines Teams. Aber dann kam die BG in Schwung, machte aus einem 22:23 (13:18) ein 35:23, erzielte alleine im zweiten Viertel 35 Punkte, Jacobson davon 14, und entschieden so das Spiel schon zur Pause (47:32) für sich.
Zur obligatorischen Siegesfeier stand auch Chester Frazier wieder auf dem Parkett. Mit Gips am Arm hat er Erfahrung. Vor einem Jahr trug er den Gips nach einer Verletzung in der US-College-League am rechten Arm. „Er hat eine gute Einstellung“, lobte Patrick seinen defensivstarken Point-Guard, der mit der Mannschaft gestern wieder beim Training war. Unterstützen wird er das Team in den nächsten Wochen allerdings nur von außerhalb des Spielfeldes.
Von Manuel Becker
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Kommentare
... vierundachtzig – 21.03.10
schöner text. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenKommentar schreiben
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