Abenteuer Wildnis: Die letzten Kilometer bis zum Brocken sind für die Läufer noch einmal eine Herausforderung.
10 000 Euro Spendengelder sammelte der Ausrichterverein Ausdauersport für Menschlichkeit (ASFM). Das Geld geht an das Hospiz an der Lutter und die Göttinger Bahnhofsmission.
Dabei waren die Voraussetzungen des Rennens, Qualifikationslauf für den 166 Kilometer langen Ultra-Marathon „Ultra Trail du Mont Blanc“, alles andere als gut: Wegen unpassierbarer Abschnitte musste die Strecke geändert werden, so dass schließlich fünf Kilometer und 300 Höhenmeter mehr zu bewältigen waren.
Um 6 Uhr morgens machten sich die Athleten auf den Weg, ab dem Hainholzhof zunächst stimmungsvoll durch ein Spalier von Fackeln. Aufgrund der Verhältnisse hatten sich die meisten Läufer mit speziellen Spikes oder Schneeketten ausgerüstet – eine dringend gebotene Maßnahme, war doch der Untergrund bis Barbis zu 95 Prozent vereist. Acht Verpflegungsstationen hatten die Organisatoren entlang der Route aufgebaut. Durch den winterweißen Forst ging es vorbei an Bäumen, die sich unter der Schneelast bogen.
Früher hat man aus anderen Gründen den Brocken bestiegen: Die Aussicht lockte die Gäste im Sommer, das Schneevergnügen im Winter, man nahm sich Zeit. Zwischendurch wurde das Kraftfahrzeug erfunden, doch heute – zurück zu den Wurzeln im besten Sinne – geht es wieder zu Fuß auf den Gipfel, und zwar im Laufschritt von Göttingen aus über mehr als 80 Kilometer.
Die Brocken-Challenge konnte dieses Jahr mit einer Rekordbeteiligung, dem Aufstieg zum Qualifikationslauf für den bekannten Mont-Blanc-Ultramarathon und einem Spendenerlös in Höhe von 10 000 Euro aufwarten. Dafür gilt nicht nur den Läufern, sondern vor allem auch den Veranstaltern Respekt. Heines Harzreise mag gemütlicher gewesen sein, aber am wohltätigen Zweck des Brockenlaufs hätte auch er seine Freude gehabt.
Den Sieg holte sich der 41-jährige Favorit Andreas Schneidewind aus Helmstedt, der 8:56 Stunden benötigte, vor Hansi Köhler aus Sibbesee (9:40). Elf Frauen erreichten das Ziel, angeführt von Dagmar Wucherpfennig aus Braunschweig (10:51), die in der Gesamtwertung den 16. Platz belegte, Antje Müller aus Rötha (11:09) und der Vorjahreszweiten Sanna Almstedt vom ASFM (11:10).
Doch der Lauf war noch nicht vorbei, denn der Bustransfer vom Gipfel nach Schierke kam wetterbedingt zum Erliegen. 50 Läufer brachen somit zur Nachtwanderung auf. „Ein echter Ultraläufer kennt keinen Schmerz“, kommentierte ASFM-Sprecher Andreas Schulze.
epw
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