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Neues Nachwuchskonzept

Basketball-Bundestrainer Bauermann in Göttingen

„Wir müssen um jedes Mädchen und jeden Jungen kämpfen. Dafür müssen wir vor allem die jungen Trainer sensibilisieren, denn sie besitzen als Multiplikatoren eine Schlüsselfunktion“, begründet Basketball-Bundestrainer Dirk Bauermann seinen persönlichen Einsatz für die Trainerausbildung.

Anschauungsunterricht: Bundestrainer Dirk Bauermann präsentiert sein neues Nachwuchskonzept.

© Pförtner
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Seine Mission hat den erfolgreichsten deutschen Bundesliga- und Nationalcoach am gestrigen Sonntag in die Sporthalle des Göttinger Hainberg-Gymnasiums geführt, wo er vor rund 40 jungen und altgedienten Kollegen bei der vom ASC 46 organisierten zweiten Göttinger Coach-Clinic über „Führung und Motivation junger Spieler“ referierte und in Übungen mit ASC-Nachwuchsakteuren „Offensive und defensive Grundlagen im modernen Basketball“ demonstrierte.

Quer durch die Republik zu touren und junge Vereinstrainer für sein Konzept zur Entwicklung des deutschen Basketball-Nachwuchses zu gewinnen, gehöre keineswegs zu seinen Pflichten als Bundestrainer, sondern sei ihm eine Herzensangelegenheit, versichert der 52-Jährige, der einen Tag zuvor im oberbayerischen Holzkirchen für seine Ideen der Jugendförderung geworben hatte. „Es reicht nicht, auf Missstände hinzuweisen, man muss sich selbst engagieren, um etwas zu ändern“, sagt Bauermann, der vor einigen Monaten mit seiner harschen Kritik an der Dominanz der US-Akteure in der Bundesliga („In Deutschland stehen amerikanische Spieler unter Vertrag, die in den USA im Supermarkt Kisten schleppen würden, wenn sie nicht hier spielen würden“) bei vielen Trainern und Funktionären einen Sturm der Entrüstung entfacht hatte. So hatte ihm BG-Headcoach John Patrick Rassismus vorgeworfen.

„Die Reaktionen auf meine Äußerungen waren deftig, aber das war beabsichtigt. Eine Problematik wird oft nur dann wahrgenommen, wenn man sie überspitzt formuliert, und erst dann entwickeln sich oft Dinge“, begründet der neunmalige Deutsche Meister mit Leverkusen und Bamberg sowie Vize-Europameister 2005 mit der DBB-Auswahl seine Wortwahl.

Seitdem habe es schon „kleine Fortschritte“ gegeben, würden mehr deutsche Spieler in der Bundesliga zum Einsatz kommen. Dass Klubs finanziell belohnt werden, je öfter sie deutsche U-24-Spieler einsetzen,sei gut, „noch besser wäre allerdings ein Ausbildungs-Belohnungssystem“, findet der Bundestrainer. Der Konflikt, in dem Trainer oft stünden, Spiele zu gewinnen oder Spieler zu entwickeln, dürfe nicht dazu führen, Spiele auf Kosten der Ausbildung zu gewinnen. Vor allem Jugendtrainer, die so verfahren, hätten ihre Aufgabe falsch verstanden, warnt Bauermann.

Von Michael Geisendorf


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