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Trennung von Jahn-Coach Albrecht

„Eine Entscheidung mit Blick auf die Zukunft“

„Es waren nicht die jüngsten Niederlagen, die zur Trennung von Stephan Albrecht geführt haben – das kann ich ausdrücklich verneinen. Es sind Interna, über die ich in der Öffentlichkeit nicht sprechen werde.“ Mit diesen Worten begründete Geschäftsführer Rüdiger Anhuef, wieso die Handball Marketing GmbH Albrecht mit sofortiger Wirkung vom Amt des Trainers der Regionalliga-Mannschaft des TV Jahn Duderstadt entbunden hat (Tageblatt berichtete).

Tiefpunkt: Gegen den TV Neerstedt enttäuschten Lukasz Kobusinski (am Ball) und die übrigen Jahn-Handballer. Die Heimpleite war laut GmbH-Geschäftsführer Rüdiger Anhuef aber nicht der Grund für die sofortige Trennung von Trainer Stephan Albrecht.

© Tietzek
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„Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“, versicherte Anhuef. Schließlich habe Albrecht in den vergangenen dreieinhalb Jahren gute Arbeit geleistet, lobte er den beurlaubten Coach. „Er hat den TV Jahn zu Erfolgen geführt, aber wir waren nicht überzeugt, dass das auch weiterhin der Fall sein würde – es war eine Entscheidung mit Blick auf die Zukunft“, betonte Anhuef. Das Verhältnis innerhalb des Teams, bedauerte er, habe in Fragen der Führung und Kommunikation nicht mehr gestimmt.

Vor drei Monaten, erklärte Anhuef, sei er noch davon ausgegangen, dass es in der nächsten Saison mit Albrecht weitergehen könne. Allerdings habe er über eine neue Trainerkonstellation mit einem Sportlichen Leiter oder einem „Co“ an Albrechts Seite nachgedacht. Nach den jüngsten Entwicklungen sei eine solche Konstellation unter Einbeziehung Albrechts nicht mehr zu verwirklichen, unterstrich Anhuef, und auch eine Zusammenarbeit bis zum Saisonende sei nicht mehr vorstellbar gewesen. In den letzten sieben Punktspielen soll nun Kreisläufer Nerijus Kesilis, wie berichtet, als Spielertrainer die Verantwortung für die Jahn-Sieben tragen. Wie die Trainerlösung für das Spieljahr 2010/11 aussehen werde, sei noch völlig offen, so Anhuef.

Im Umfeld wurde die Trennung von Albrecht, der aber als Jugendtrainer weiterhin für den TV Jahn tätig ist, mit Verwunderung aufgenommen. „Ich war richtig erschrocken“, erzählte der ehemalige Fanclub-Vorsitzende Karl-Heinz Pohl. Er könne die Entscheidung nicht nachvollziehen, sagte Pohl, denn dass die Mannschaft derzeit auf dem zweiten Platz stehe, sei nicht zuletzt dessen Verdienst. Pohl: „Demnach muss es ja Ungereimtheiten gegeben haben, die nicht durchgesickert sind.“

Die Jahn-Handballer selbst hatten, wie Matthias Heim vom Mannschaftsrat berichtete, vom Beschluss gegen Albrecht nichts geahnt. Die Entscheidung wollte der Rückraumspieler nicht kommentieren, versprach aber, dass die Mannschaft in den verbleibenden Saisonspielen Gas geben werde. Albrecht unterstrich, er wünsche Kesilis einen erfolgreichen Einstand und der Mannschaft, „dass sie in Ruhe weiterarbeiten kann.“

Von Michael Bohl

Entscheidung der unverständlichen Art 

Trainerentlassungen gehören – nicht nur in der Fußball-Bundesliga – zum Geschäft. Auch in der Handball-Regionalliga darf sich ein Verein oder Lizenzinhaber von seinem Trainer trennen. Im konkreten Fall ist die Personalentscheidung aber unverständlich: Als Stephan Albrecht vor dreieinhalb Jahren nach Duderstadt kam, war der TV Jahn in die Oberliga abgestiegen und drohte in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Albrecht leistete jedoch aus Sicht des neutralen Beobachters gute Arbeit, baute eine neue Mannschaft auf und führte diese in die Spitzengruppe der Regionalliga. Erst auf dieser Basis konnte die Handball Marketing GmbH ihr Projekt TOP 75 starten: Nicht zuletzt Albrecht ist es zu verdanken, dass man das Ziel, sich unter den besten 75 Teams Deutschlands zu etablieren, überhaupt erst formulieren kann.
Dieses Vorhaben schien überdies eng mit Albrecht verknüpft. Schließlich hatten die Verantwortlichen ihn erst vor kurzem gefragt, ob er in Duderstadt weitermachen wolle. Es wirkt daher merkwürdig, dass Geschäftsführer Rüdiger Anhuef nun erklärt, die GmbH habe frühzeitig über eine neue Trainerkonstellation zur nächsten Saison nachgedacht. Schon zu diesem Zeitpunkt scheint das Vertrauen in Albrecht nicht mehr ungebrochen gewesen zu sein. Auch wenn intern aktuell etwas passiert sein sollte, was Außenstehende nicht wissen, wäre es stilvoll gewesen, Albrecht bis zum Ende der Saison weitermachen zu lassen – das hätte er verdient gehabt. Von Michael Bohl


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  • RE: Sven Heidi – 11.03.10
    Eine so plötzliche Trainerentlassung wird meiner Meinung nach nicht ohne Grund entschieden. Auch wenn die Gründe in der Öffentlichkeit nicht preisgegeben werden, wird Rüdiger Anhuef einen triftigen Grund gehabt haben. Was deiner Meinung nach ein Herr L. (wir wissen alle von wem du sprichst!) damit zu tun haben soll, kann ich nicht nachvollziehen, da dieser mit der 1. Mannschaft nichts zu tun hat und schon gar keine Entscheidungen beeinflussen kann, da Anfang der Saison die Führenden der Handball Marketing GmbH offen gelegt haben, dass sie nun alles anders machen wollen als ihre Vorgänger.

    Abschließend möchte ich noch einmal klarstellen, dass ich die Entscheidung richtig gut finde, weil man bei genauerem Hinsehen bei Spielen gesehen hat, dass Albrecht nicht genau weiß was er da eigentlich tut und dauernd Fehlentscheidungen trifft.

    Sowas sehen allerdings nur Kenner, die mit dieser Sportart vertraut sind !
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  • Trainerentlassung Sven – 11.03.10
    völlig unverständlich in dieser hervorragenden sportlichen Situation.
    Vielleicht hat die führende Ebende aber auch nur Angst vorm eventuellen Aufstieg und der damit verbundenen finanziellen Hürde.
    Oder hat da wieder ein Herr L. seine Finger im Spiel, denn Stephan Albrecht war alles nur kein Ja-Sager der jede Entscheidung einfach so geschluckt hat.
    Wenn der sportliche Erfolg jetzt ausbleibt kann mann ja immer noch den ehemaligen Trainer vorschieben und die "unüberbrückbaren Differenzen mit der Mannschaft".
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