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Immer mehr Ausfälle

Erst Trainingstrott, dann Spieltagsstress

Vor einer Woche gab es für einen kleinen Augenblick Hoffnung. Die Niederschläge wurden weniger, und mit den Temperaturen ging es nach oben: endlich Fußball spielen, sich im Wettkampf messen. Doch Schneefall in der Nacht von Freitag auf Sonnabend ließ die Träume vom Spielbetrieb platzen wie eine Seifenblase. Seitdem geht es wie gewohnt weiter im Trainings- und Testspieltrott und so mancher Fußballer wünscht sich momentan nichts sehnlicher als den Startschuss in die Rückrunde – zumal die Saison nicht verlängert werden soll.

Verwaist: das SVG-Stadion. Die Partie gegen Eintracht Braunschweig II ist gefährdet.

© CR
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Das einzige Pflichtspiel des Jahres 2010 hat in der Region Frauenfußball-Oberligist Sparta absolviert und dabei den HSC Hannover auf dem Kunstrasenplatz am Greitweg mit 3:0 bezwungen. Die übrigen Teams machen seit zweieinhalb Monaten nichts anderes als trainieren, und das bei teilweise miserablen Bedingungen: Zeitweise war nur Lauftraining möglich.

Auch die Spiele des Oberligisten SVG sind bis dato den schlechten Platzverhältnissen zum Opfer gefallen, und der Heimpartie gegen die Reserve von Eintracht Braunschweig am kommenden Sonntag um 15 Uhr droht das gleiche Schicksal. Dabei gehört die Oberliga Niedersachsen Ost bereits jetzt zu den am schlimmsten gebeutelten Ligen: Von 269 bisher ausgefallen Partien in der Regionalliga Nord und den Oberligen Norddeutschlands gehen allein 52 auf ihr Konto, schlimmer hat es mit 55 Ausfällen nur die Schleswig-Holstein-Liga getroffen.
Eins ist seit einer Woche klar: Die Saison wird nicht verlängert – eine Entscheidung des NFV, die trotz des riesigen Restprogramms von Helmut Latermann, Pressesprecher der SVG, begrüßt wird. „Die Aufstiegs- und Relegationsspiele müssen ja auch irgendwo reingepackt werden“, sagt er. Nicht verlängern halte er für richtig, gleichwohl müssten aus der Situation die Lehren gezogen werden.
Vollgepackt worden sind für die Oberligisten mittlerweile die Osterfeiertage: Gespielt wird am Sonnabend und Montag. Im Bezirk treffen sich am 20. März Bezirksspielausschuss und Vertreter der Bezirksoberligateams. Dann soll „gemeinsam mit den Vereinen“ ein Restprogramm erarbeitet werden, wie der Spielausschussvorsitzende Wolfgang Reese unterstreicht. Gleichzeitig betont er: „Wir können nicht verlängern.“

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Zuviel verlangt

Der langsam dahinschmelzende Schnee bringt in diesem Jahr nach einem harten Winter einen Missstand der Spielplanung zum Vorschein: Läuft das Wetter, wie geschehen, ein wenig aus dem Ruder, wird es terminlich eng, weil nach Abschluss der Saison noch Relegations- und Aufstiegsspiele anstehen. Doch das Problem ist hausgemacht.
Warum geht man nicht zu Saisonbeginn mit Doppelspieltagen in Vorleistung? Das würde den Fußballern längst nicht so weh tun wie eine englische Woche nach der anderen am Ende der Spielzeit. Die Hälfte aller Partien in zwei Monaten stemmen zu müssen, ist eigentlich zuviel verlangt. Von Eduard Warda

Am Ende könnten die Klubs ein Vierteljahr trainiert haben für zwei Monate Spielbetrieb: Der letzte Bezirksoberligaspieltag ist am 29. Mai angesetzt. Reese bleibt gelassen. Schließlich verfüge man über „zweimal Ostern, zweimal Pfingsten und den Vatertag“ als Ausweichtermine. „Darüber hinaus können Partien jenseits einer Linie, Einbeck, Petershütte und Göttingen auch unter der Woche angesetzt werden.“ Spätestens dann heißt es: Vom Trainingstrott zum Spieltagsstress.

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