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Paralympics erstmals seit 1986 ohne Otto-Bock-Techniker

In den vergangenen 22 Jahren – seit den Spielen 1988 in Seoul – war das Duderstädter Medizintechnik-Unternehmen Otto Bock bei allen Paralympics als technischer Dienstleister vor Ort. In Vancouver, wo bei den X. Paralympischen Winterspielen vom 12. bis 21. März fast 600 Athleten aus 64 Nationen in Ski Alpin, Skilanglauf, Biathlon, Sledge-Eishockey und Rollstuhl-Curling um Gold, Silber und Bronze kämpfen werden, wird dies nicht der Fall sein.

So soll der Snow-Dome aussehen: Eine Studie des 120 Quadratmeter großen Ausstellungshalle.

© EF
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Die Otto Bock Health Care und das kanadische Organisationskomitee konnten sich nicht auf einen Vertrag einigen, das bestätigte Unternehmenssprecher Dirk Artmann gestern: „Es hat nicht zusammengepasst. Wir haben uns gemeinsam mit dem Internationalen Paralympischen Komitee (IPC) aber etwas einfallen lassen, sind vor Ort mit einer großen Ausstellung präsent. Wir arbeiten aber daran, um in London 2012, Sochi 2014 und Rio de Janeiro 2016 technischer Dienstleister zu sein. Um das zu erreichen, führen wir intensive Gespräche mit den jeweiligen nationalen Organisationskomitees.“

Bei den Sommerspielen 2008 in Peking sorgten fast 150 Orthopädie-Techniker dafür, dass die Sportler sich voll auf ihren Sport konzentrieren konnten und sich keine Gedanken um den technischen Zustand ihrer Prothesen, Rollstühle oder sonstigen Equipments machen mussten. In Vancouver will dafür nun ein Konsortium kanadischer Sanitätshäuser sorgen. „Der ein oder andere Otto-Bock-Techniker aus Kanada wird dennoch unterstützend vor Ort sein, auch wenn wir nicht Vertragspartner sind“, erklärt Artmann.

Ganz offiziell wird Otto Bock allerdings im Herzen von Whistler präsent sein: Mitten im Zentrum präsentieren die Duderstädter mit Partner IPC eine Ausstellung zu paralympischen Themen mit dem Titel „Spirit in Motion – Discover What Moves Us“. Die interaktive Ausstellung steht allen Besuchern offen und wird von der Geschichte der Paralympischen Bewegung über Informationen zu Sportarten bis zur Medizintechnologie Hintergrundwissen und Mitmachaktionen verbinden.

„Wir haben schon immer den Wunsch gehabt, den vielen Zuschauern der Spiele die Gelegenheit zu geben, sich im Dialog mit dem Thema Behinderung ein wenig bewusster auseinander zu setzen. Es ist wichtig zu wissen, dass hinter der Leistung eines Sportlers die Rückgewinnung der Mobilität im Alltag steht. Das IPC hat die Idee nach einem Besuch unseres Science-Center in Berlin sofort positiv aufgenommen“, teilte Otto-Bock-Chef Hans Georg Näder mit.

In Whistler wird nun eine freitragende Halbkugel, der sogenannte Snow-Dome, aufgebaut. Dort werden den Besuchern auf rund 120 Quadratmetern verschiedene Themen begegnen: Ein Zeitstrahl beschreibt die Entwicklung des Sports von Menschen mit Behinderung seit 1948 und hebt Höhepunkte der Paralympischen Bewegung hervor. Sport und Lebensalltag für den mobilitätseingeschränkten Menschen bilden einen weiteren Schwerpunkt, wobei Hilfsmittel vom Beinprothesensystem C-Leg bis zum Rollstuhl verständlich gemacht werden. Den Abschluss eines Besuches der Erlebnisausstellung bildet die Paralympic-Lounge, die Filme zu Sportarten und den vergangenen Paralympischen Spielen bietet. „Wir sind stolz darauf, diese einzigartige Ausstellung gemeinsam mit unserem langjährigen Partner zu realisieren. Nichts liegt näher, den Paralympischen Gedanken für die Menschen erlebbar zu machen“, beschrieb IPC-Präsident Sir Philip Craven.

bam


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