Dennis Knudsen in Aktion.
„Erfolg ist die beste Antwort“, stellte Duderstadts Abteilungsleiter und Interimscoach Ekkehard Loest nach dem ersten Heimspiel nach der Trennung von Trainer Stephan Albrecht fest. Tatsächlich trumpften die Jahner, die beim Einstand von Spielertrainer Nerijus Kesilis in Glinde noch 32:36 verloren hatten, vor eigenem Publikum wie entfesselt auf. Dem neutralen Beobachter, der sich an die letzten Niederlagen unter Albrechts Regie erinnerte, drängte sich der Eindruck auf, dass die Mannschaft bei der 32:35-Heimpleite gegen Neerstedt gegen ihren mittlerweile beurlaubten Trainer gespielt haben muss.
Wie dem auch sei: Gegen Aschersleben bot das Eichsfeldteam eine Glanzleistung. „Das war in der ersten Halbzeit sensationell gespielt“, strahlte Loest. Die Deckung stand stabil und verbuchte etliche Ballgewinne, die in schnelle Tore umgemünzt wurden.
Im Positionsangriff spielten die Hausherren mehr und variablere Systeme als zuvor und überraschten damit die favorisierten Gäste offensichtlich, auch wenn HC-Spielertrainer Dimitri Filipovic dies bestritt: „Wir haben gewusst, dass wir auf einen starken Gegner treffen, und wir waren gut vorbereitet.“ Allerdings habe der krankheitsbedingte Ausfall der beiden Außen Enrico Lampe und Carsten Kommoß (Letztgenannter kam immerhin nach dem Seitenwechsel zum Einsatz) sein Team maßgeblich geschwächt, bedauerte Filipovic.
Die Personalsorgen des Gegners schmälerten den Duderstädter Erfolg aber keineswegs. „Das war das beste Handballspiel, das in den letzten zehn Jahren hier stattgefunden hat“, schwärmte Jahn-Fan Matthias Nörthemann nicht einmal zu Unrecht. Nach dem bereits geschilderten 5:1-Blitzstart spielten Kesilis & Co. auf unverändert hohem Niveau weiter und rissen ihre Anhänger mit spektakulären Aktionen und Treffern immer wieder von den Sitzen: So kam Rechtsaußen Carlos Swoboda nach 16 Minuten erstmals zum Einsatz und erzielte prompt – innerhalb von nur 120 Sekunden – gleich drei Tore in Folge. Kesilis erkämpfte in der 22. Minute im Zweikampf an der eigenen Neun-Meter-Linie den Ball, stürmte im Alleingang über das ganze Feld und erhöhte auf 13:6.
Gab es für die Heimmannschaft Applaus auf offener Szene, so handelten sich die Alligators für ihren harten Einsatz sowie die Unparteiischen Sebastian Grobel und Adrian Kinzel (Braunschweig/Salzgitter) für einige umstrittene Entscheidungen Pfiffe ein. Allerdings darf man den Gästen nicht den Vorwurf machen, allein die Härte in die Partie gebracht zu haben, denn die Duderstädter waren ebenfalls nicht zimperlich: Lukasz Kobusinski und Kesilis arbeiteten mit versteckten Fouls, wie auch Wolfgang Feike von der Handball Marketing eingestand. Unter der zunehmenden Härte litt der Spielfluss im zweiten Durchgang, dessen negativen Höhepunkte die Roten Karten für Kobusinski (50.) und Ascherslebens Böcker (51.) sowie eine Rangelei auf der Tribüne waren. Doch es gab auch während der zweiten 30 Minuten Glanzlichter: Christian Schmidt meisterte einen Strafwurf von Filipovic (34.), und Loest wechselte in der Schlussphase die Ergänzungsspieler Sandro Bogott und Julien Sandrock ein, die sich auf Anhieb in die Torschützenliste eintrugen.
TV Jahn: Wedemeyer, Schmidt – Krist (5/3), Kesilis (4), Tetzlaff (2), Swoboda (4), Knudsen (8), Heim (4), Nass (6), Kobusinski (2), Sandrock (1), Bogott (1).
Bester HC-Torschütze: Liesche (6/3).
Stationen: 5:1 (6.), 10:4 (18.), 15:7 (27.), 17:8 (30.); 21:9 (36.), 24:12 (42.), 28:13 (49.), 31:14 (53.), 37:19 (60., Endstand).
Die BG Göttingen hat ihr Ziel weiter aus den Augen verloren. Der Tabellenletzte unterlag beim FC Bayern München vor 6548 Zuschauern verdient mit 78:101 (50:77, 45:57, 23:31) und wartet auswärts weiter auf den ersten Saisonsieg. mehr