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Lauf-Event in Bildern

Der Marathon in Hannover verbindet

Von Carsten Schmidt

Schneller, bunter, Hannover: 14.021 Sportler und 120.000 Zuschauer zelebrieren den großen Lauf durch die Landeshauptstadt
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© Ulrich zur Nieden

Es wird bunt, je mehr man sich am Sonntagmorgen dem Neuen Rathaus in Hannover nähert. Bunt vor Mützen, Jacken, Hemden und Hosen. Bunt vor Menschen, auch wenn die Redewendung eigentlich „schwarz“ lautet. Doch „schwarz“ ist zu monolithisch für den bunten Läuferhaufen am Marathon-Wochenende, der sich schon bald nach dem Start ziehharmonikaförmig auseinanderzieht und die Stadt per pedes einnimmt.

14.021 Läufer, Walker, Handbiker und Inlineskater sind im Rahmen des „TUIfly Marathons“ unterwegs – in elf Wettbewerben auf fünf verschiedenen Distanzen. Damit gelingt wieder der in den vergangenen Jahren übliche Teilnehmerrekord. Es spricht sich herum, dass die „Sportstadt Hannover“ ein großes Herz für die Rennen auf ihren Straßen hat. Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil stellt den Athleten am Wochenende sogar „sein“ Rathaus zur Verfügung, so schnüren sich die Läufer im Erdgeschoss die Schnürbänder, kleiden sich um und warten teilweise mit einer Engelsgeduld nach der verrichteten Fußarbeit auf Urkunden oder ein freies „stilles Örtchen“.

Es hilft dem Hannover-Marathon, dass der Oberbürgermeister ein passionierter Läufer ist, der gestern selbst den Halbmarathon klar unter zwei Stunden (1:47:40) lief. Sein Vorbild verbindet die Menschen auf und neben der Strecke wie der Kurs die Stadtteile – die betuliche Südstadt mit der studentisch-lebendigen Nordstadt oder die gediegene List mit dem alten Industrievorort Wülfel. Und 120.000 Zuschauer, eine gemeinsame Schätzung der Polizei und des Veranstalters, lassen sich von den Läufern einnehmen.

Die größte Kulisse der vergangenen Jahre animiert zu Bestzeiten im großen Rahmen, aber auch viele Amateurläufer zu großartigen Leistungen – wie den Burgdorfer Günther Giesbert, der mit 70 Jahren den Halbmarathon in 1:35:55 Stunden zurücklegt.

Der Stadtmarathon in Hannover ist mehr als ein Wirtschaftsfaktor. Natürlich freuen sich Hoteliers und Geschäftsleute über die Läufergäste und deren Begleitung. Aber auch der Hannoveraner zelebriert seinen Marathon-Sonntag. Er stellt das Ledersofa an die Straße, um ganz bequem den Lauf zu schauen. Er wiegt sich im Rhythmus der Sambabands entlang der Strecke. Oder er pfeift, trötet und trommelt mit allerlei lärmenden Instrumenten.

Die Zahl der Hannoveraner, die sich über den Marathon ärgern, weil sie nur mit Mühe von einem in den anderen Stadtteil kommen, oder über Studien sinnieren, die Läufer als „hechelnde Öko-Ferkel“ wegen ihres Kohlendioxid-Ausstoßes beschreiben, sinkt. In Hannover gilt: Laufen ist gesund, aber es gibt keine Pflicht zum Mitmachen oder Zuschauen.

Außerdem beschildern Veranstalter und die Polizei so rechtzeitig die Strecke, weisen Halteverbote aus und stellen Absperrgitter auf, dass jeder in der Stadt merkt: Der Marathon naht. Fast jeder, denn Uwe Hollstein von der Polizei Hannover meldet 175 abgeschleppte Fahrzeuge am Wochenende – auch mehr als 2008. „Dabei hatten wir gar nicht die Vorgabe, uns zu steigern“, flachst Hollstein.

Und während sich die Ziehharmonika im Ziel wieder zu einem bunten Haufen zusammenzieht, freut sich TUI-Chef Michael Frenzel über die „tausend glücklichen Gesichter“ und Organisationschefin Stefanie Eichel über den „schönsten Marathon, seit ich dabei bin“. Und wenn’s am schönsten ist, dann … sagt Oberbürgermeister Weil: „Ich sehe noch Potenzial nach oben.“ „Hannover ist bunt“ reicht nur für den 1. Mai. Beim Marathon gilt: Schneller + bunter = Hannover.

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