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Basketball-Euro-Challenge

Blank: „Es hätte schlimmer kommen können“


Eigentlich wäre für die Basketballer der BG Göttingen genau jetzt der richtige Moment, kurz inne zu halten, um das Erreichte Revue passieren zu lassen. Doch die größten Erfolge der Vereinsgeschichte müssen später aufgearbeitet und gefeiert werden. BG-Headcoach John Patrick und sein Team verzichten allerdings gerne darauf, um sich konzentriert vorzubereiten und der Erfolgsstory weitere Kapitel hinzuzufügen.

Gemeinsam auf der Erfolgswelle: Die BG Göttingen – hier beim gemeinschaftlichen Ritual nach Spielende – ist noch in allen drei Wettbewerben am Start und hat Chancen, sie auch zu gewinnen.

© Pförtner

Die Chancen, das Turnier der besten vier Teams der Euro-Challenge zu erreichen, stehen nicht schlecht. BG-Pressesprecher Björn-Lars Blank meinte zum Viertelfinalgegner FMP Zeleznik Belgrad: „Es hätte schlimmer kommen können.“ Zweifellos ist Viertelfinalgegner FMP Belgrad in den diversen europäischen Wettbewerben keine unbekannte Größe, doch derzeit spielt das Team eigentlich unter seinen Möglichkeiten. Noch in der Saison 2006/2007 erreichte die serbische Talentschmiede das Halbfinale des ULEB-Cups. Doch ausgerechnet das Hervorbringen von Nachwuchsakteuren, durch das sich der Club im europäischen Basketball einen Namen gemacht hat, ist auch der Grund für die derzeit mangelnde Konstanz.

Von seinen bisher absolvierten zwölf Partien in der Euro-Challenge hat Zeleznik nur drei verloren. Dabei scheinen die Serben besonders zu Hause in der 3000 Zuschauer fassenden „FMP Hall Zeleznik“ eine Macht zu sein. Es gab zahlreiche deutliche Siege, nur Zwischenrunden-Gruppensieger KK Zagreb – ein Titelmitfavorit – nahm die Punkte mit. In der Adria-Liga läuft es indes nicht so rund, da rangieren die Serben weit hinter ihren Erwartungen nur auf Platz zwölf.

Das FMP-Team hat gerade mal ein Durchschnittsalter von 22 Jahren, Topscorer ist der 22-jährige Miroslav Raduljica. Der Center markiert durchschnittlich 14,3 Punkte. Neun von zwölf Akteuren sind 22 Jahre oder jünger, einziger Ausreißer ist Oldie Sasa Stefanovic, der 34 Jahre alt ist.

Im Fokus steht allerdings Dejan Musli. Der im Januar 19 Jahre alt gewordene 2,14 Meter lange Center ist eines der am meisten beachteten europäischen Talente. Headcoach Vlado Djurovic bereitet den Rohdiamanten behutsam auf die europäische Bühne vor, Musli spielt im Schnitt elf Minuten und kommt durchschnittlich auf knapp vier Punkte und drei Rebounds. „Ich freue mich sehr darauf, Dejan Musli in der Lokhalle spielen zu sehen. Viele Fachmänner sagen ihm eine Karriere in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBL voraus“, sagt BG-Pressesprecher Blank.

Im Viertelfinale gilt es im Playoff-Format „Best of Three“ zwei Siege gegen einen als „Talentschmiede“ bekannten Gegner zu erzielen, um in das Final-Four-Turnier einzuziehen. Im ersten Vergleich des Viertelfinales haben die Veilchen das Heimrecht. Am 23. März empfangen sie Belgrad in der Lokhalle, Spielbeginn ist um 19.30 Uhr. Nur zwei Tage später (25. März) steht bereits das zweite Duell an, dann treffen beide Teams in Belgrad aufeinander. Steht es in der Serie dann 1:1, wird ein entscheidendes Spiel drei nötig sein. Dann hätten die Veilchen am Dienstag, 31. März, erneut den Heimvorteil auf ihrer Seite, den sie sich als Zwischenrundengruppen-Erster erarbeitet haben.

Interessant ist die Verteilung der Teams, denn kein Land stellt zwei Teilnehmer. Die anderen Viertelfinal-Partien lauten: KK Zagreb (Kroatien) – Krasnye Krylia Samara (Russland), Scavolini Pesaro (Italien) – An

twerp Giants (Belgien), Roanne Basket (Frankreich) – APOEL Nicosia (Zypern).
Sollten die Veilchen Belgrad bezwingen, würden sie im Halbfinale während des Top-Four-Turniers auf den Sieger der Partie Roanne – Nicosia treffen. Wo dieses Turnier ausgetragen wird, steht noch nicht fest, da sich die vier Teilnehmer darum bewerben können. „In Göttingen wird es nicht stattfinden“, betont allerdings Blank und erklärt: „Das käme zu früh für uns, wir haben noch nicht die Infrastruktur und in dieser Serie auch nicht den finanziellen Spielraum, solch ein Risiko eingehen zu können.“

Von Mark Bambey

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