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Behindertengolf

Christian Nachtwey: Große Freude über Silber


Zum ersten Mal fanden die Deutschen Meisterschaften der behinderten Golferinnen und Golfer im Eichsfeld statt. Am Wochenende starteten 53 Sportler aus ganz Deutschland auf der Anlage des Golfclubs Rittergut Rothenberger Haus, um die Besten zu ermitteln. Mit Rolf Vieten und Christian Nachtwey waren auch zwei Lokalmatadore dabei. Über die Wettkämpfe in Brochthausen berichtet Christian Roeben.

Auf den Ball fixiert: Lokalmatador Christian Nachtwey sicherte sich in Brochthausen bei seinen neunten Deutschen Meisterschaften zum vierten Mal die Silbermedaille.

© Walliser

Eichsfeld. Als der letzte Put von Christian Nachtwey seinen Weg ins Loch gefunden hatte, konnte auch der Regen, der am Sonntag mit nervender Regelmäßig aus einem grauen Himmel fiel, nicht das Lächeln aus dem Gesicht des Bodenseers spülen. Mit dem zweiten Platz sicherte sich der seit seinem 1997 erlittenen Motorradunfall querschnittsgelähmte Golfer seine insgesamt neunte Medaille bei Deutschen Meisterschaften.

Mit 49 Netto-Punkten musste sich Nachtwey nur dem neuen Deutschen Meister Wilhelm Page (Krogaspe) geschlagen geben, der im Endklassement auf 53 Zähler kam. „Ich hatte mir nach meiner krankheitsbedingten Pause vorgenommen, Dritter zu werden, deshalb bin ich vollkommen zufrieden mit meinem Abschneiden“, freute sich Nachtwey, der dem neuen Champion Page verbal auf die Schulter klopfte: „Ich gönne ihm den Sieg. Der spielt erst seit sechs Monaten Golf, das ist eine tolle Leistung.“

Auch der zweite Lokalmatador konnte mit seinem Auftreten auf der schmucken Anlage, die von allen Aktiven einheitlich gelobt wurde, zufrieden sein: Rolf Vieten, ehemaliger Göttinger Oberstadtdirektor, landete in der Kategorie „Bein“, die mit 16 Golfern zahlenmäßig üppig gefüllt war, mit 58 Punkten auf dem fünften Rang und verpasste nur knapp eine Podestplatzierung. Ähnlich erging es einem der großen Favoriten: Gesamttitelverteidiger Reinhard Friske, der wenige Tage zuvor noch bei den Weltmeisterschaften in Schweden aktiv gewesen war und sich direkt von Malmö aus auf den Weg ins Eichsfeld gemacht hatte, musste seinem Nachfolger Rainer Birkenstock, Nationalmannschaftsteamkollege Peter Haustein und Michael Mittelhammer den Vortritt überlassen. „Ich habe mir bei der WM eine leichte Knieverletzung zugezogen. Das soll keine Ausrede sein, aber gemerkt habe ich es schon“, so Friske, der nach dem ersten Tag bereits sechs Schläge auf die Spitze eingebüßt hatte. Der Wiesbadener Birkenstock, der sich zudem noch über die Bronzemedaille in der Kategorie „Sonstige“ freuen konnte, triumphierte gleich bei seiner ersten Teilnahme an Deutschen Meisterschaften überhaupt. „Ich freue mich sehr über den Titel und darüber, Teil einer tollen Veranstaltung gewesen zu sein“, sagte der Gewinner bei der abschließenden Siegerehrung.

Viel Lob gab es für die Ausrichter um Clubpräsident Jürgen Wundrack und Vizepräsidentin Johanna Elsner von der Malsburg. „Für das Wetter können wir ja nichts“, schmunzelte Wundrack und bedankte sich bei allen Mitgliedern, die als Caddie, Vorcaddie oder Begleitung der Akteure das ganze Wochenende im Einsatz waren. Auch der Parcours, der sich dank Greenkeeper Günter Hinzmann trotz des Regens bestens bespielen ließ, wurde als „anspruchsvoll, aber attraktiv“ lobend bewertet.

Pech hatte Karin Dort: Als eine von lediglich drei Damen gestartet, musste die für Bad Arolsen startende Spielerin aufgrund eines Wespenstiches nach dem ersten Tag aufgeben. Siegerin bei den Frauen wurde Gabriele Lorenz mit Runden von 107 und 102 Schlägen.
So entspannt die Atmosphäre während des Turniers auch war – „Es ist auch kein Kindergeburtstag, die Golfer kommen hierher, um zu gewinnen“, betonte Julia Kramer, Pressesprecherin des Deutschen Golfverbandes. Für Johanna Elsner von der Malsburg endete am Sonntagabend ein gelungenes Wochenende: „Ich habe noch nie so viele nette Leute kennengelernt“, freute sich die Club-Vizepräsidentin und kündigte sogleich an, sich im nächsten Jahr erneut um die Ausrichtung bewerben zu wollen.

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