Rosdorf. Vor allem das Strafmaß gegen Eichhorn sorgt für Unverständnis und Empörung: „Das ist ein Unding. Wir werden Einspruch einlegen“, kündigt Jaissle an. Im verbissenen Kampf um den Sieg gab es am vergangenen Sonnabend beim 29:29 gegen den SV Aue Liebenau in der letzten Minute eine Rudelbildung mit „wilder Schubserei“ (Liebenaus Betreuer Andreas Stingl). Christoph Falke foulte in den letzten Sekunden einen Gegenspieler und bekam die Rote Karte.
Was Abwehrspieler Chris Osei-Bonsu so sah: „Frustrierte Liebenauer schlugen daraufhin auf Falke ein. Torwart Eichhorn verteidigte ungeschickt seinen Mitspieler, indem er einige Akteure von Liebenau schubste und dafür ebenfalls die Rote Karte sah.“ Ebenso wie der Liebenauer Lennart Grabisch.
Fest steht: Für HG-Trainer Mirko Jaissle wird nach den Roten Karten gegen Kreisläufer Christoph Falke und Torwart Simon Eichhorn die Personalsituation immer prekärer. Torjäger Marcel Schulz ist nach seiner Schulteroperation im November weiterhin nicht einsetzbar, Spielmacher Hubertus Brandes soll am heutigen Freitag nach seinem Daumenbruch vor rund vier Wochen der Gips abgenommen werden, und der neue Regisseur Marlon Krebs verabschiedet sich am 4. März für einige Monate Richtung Australien. Außerdem steht ab sofort Nicklas Stöber nicht mehr zur Verfügung. Er hat einen Aufnahmetest bei der Lufthansa bestanden und beginnt in Bremen eine Pilotenausbildung.
„Langsam wird mir angst und bange, weil fast alle verbliebenen Spieler 60 Minuten durchspielen müssen“, sagt Jaissle und hofft auf baldige Entspannung der Lage. Dabei löst das Häuflein der Aufrechten die schwierige Aufgabe recht gut. Der erste Auswärtssieg vor zwei Wochen in Warberg und die jüngste Punkteteilung zu Hause gegen Aue Liebenau soll Grundlage für ein weiteres Erfolgserlebnis sein: „Wir müssen jetzt noch wichtige Punkte einsammeln“, fordert Jaissle und denkt besonders an die Heimspiele gegen Soltau (25. Februar) und Nienburg (3. März).“
Das Hinspiel gegen Dingelbe hatte die HG mit 30:23 zu ihren Gunsten entschieden. Damals saß noch der 49-jährige Hildesheimer Kay Kühnel als Trainer auf der Bank des derzeitigen Tabellenzwölften. Doch zu Beginn der Adventszeit trat er überraschend zurück. Offensichtlich stimmte die Chemie zwischen Trainer und Mannschaft nicht mehr. Nach zuvor sieben Niederlagen in Folge sitzt seit Anfang des Jahres Peter Gerfen (42) auf der Trainerbank. Der Ex-Nationalspieler war im Alter von 27 Jahren am Burnout-Syndrom erkrankt. Seine bis dahin erfolgreiche Karriere als Hochleistungssportler war abrupt zu Ende. Unter der Regie von Gerfen hat Dingelbe 4:4 Punkte eingefahren.
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