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3. Handball-Liga Ost

Fulminante Aufholjagd des TV Jahn nicht belohnt

Von Vicki Schwarze

Ekkehard Loest, Trainer des TV Jahn Duderstadt, wird am Sonnabend Abend, 28. Januar, ansatzweise gewusst haben, wie sich Handball-Bundestrainer Martin Heuberger nach dem Aus bei der Europameisterschaft in Serbien gegen Polen gefühlt haben muss. Mit 23:24 (6:11) verlor der Eichsfelder Drittligist gegen die Rimpar Wölfe aus der Nähe Würzburgs.

Kaum zu halten: Duderstadts Grazvydas Sereicikas (Nr. 9), der hier von Sebastian Kraus (DJK Rimpar) attackiert wird.

© Kunze

Duderstadt. Nach der ersten Hälfte hätten die Fans des TV Jahn keineswegs protestiert, wenn von einem verdienten Sieg der Franken gesprochen worden wäre. Nach 60 Minuten aber sah die Lage deutlich anders aus. Nach einem äußerst schwachen ersten Durchgang, über den Coach Loest sagte, „da waren wir gar nicht richtig da“, müssen in der Kabine deutliche Worte gefallen sein, denn die Jahner kamen aus der Pause zurück, als hätten sie in einem Jungbrunnen gebadet.

Fünf Tore Rückstand galt es wettzumachen. „Unsere Abwehrleistung in der ersten Halbzeit war ganz ok, aber sechs Tore im Angriff sind natürlich viel zu wenig“, analysierte Coach Ekkehard Loest. Dabei hätten eigentlich die Wölfe viel mehr Grund gehabt, die Fassung und dadurch ihre Linie zu verlieren. Denn ab der 18. Minute mussten sie auf ihren bis dahin sehr guten Torwart Max Brustmann verzichten, der nach einem weiten Abwurf von Jahn-Keeper Christian Wedemeyer-Kuhlenkamp außerhalb des Kreises vermeintlich „Körperkontakt“ mit dem Duderstädter Frederik Brandes hatte und daraufhin von den Unparteiischen die Rote Karte sah.

Brandes vergab allerdings den anschließenden Siebenmeter und statt des möglichen 4:5-Anschlusstreffers zogen die Franken auf 6:3 davon. Die Duderstädter fanden einfach nicht ins Spiel, vergaben gute Chancen und mussten ein ganz dickes Dankeschön in Richtung Christian Wedemeyer-Kuhlenkamp schicken, der sie mit glänzenden Paraden davor bewahrte, dass die Partie nicht nach 30 Minuten bereits entschieden war.

Fünf Tore Rückstand waren ohnehin schon eine „richtige Nummer“. Doch nach einem fulminanten 8:1-Lauf der Eichsfelder war die Partie wieder völlig offen. Das Zusammenspiel von Janis Grisanovs, Grazvydas Sereicikas, Chris Meiser, Daniel Müller, Frederik Brandes und Marco Krist funktionierte in dieser Phase hervorragend. Plötzlich stand es in der 40. Minute 14:12, die Partie schien zugunsten der Jahner gekippt zu sein. Doch nur zehn Minuten hielt dieses Gefühl an, nämlich bis zum 18:18 (50.), das der an diesem Abend sehr starke Grazvydas Sereicikas markierte. Doch dann folgten unglückliche Aktionen, wie beispielsweise ein weiterer vergebener Siebenmeter sowie ein Lattentreffer von Frederik Brandes beim Stande von 18:20.

Aber bis zum Schluss stand die Partie dennoch auf des Messers Schneide. 24:23 führten die Gäste aus Rimpar, die mannschaftlich sehr geschlossen auftraten. Sie profitierten allerdings in dieser Phase von Unkonzentriertheiten der Duderstädter, denen letztlich auch eine offene Manndeckung nichts mehr nützte, um vielleicht wenigstens noch einen Punkt zu retten. „Wir haben zu viele Chancen vergeben“, resümierte Jahn-Coach Ekkehard Loest. Eine Trotzreaktion erwarten die Eichsfelder Fans: „Dann holen wir uns die Punkte eben am kommenden Wochenende in Münden wieder.“

TV Jahn: Wedemeyer-Kuhlenkamp, Krüger – Krist (1/1), Kesilis (1), Brandes (4/1), Tetzlaff, Sereicikas (6), Grisanovs (4), Swoboda, Meiser (3), Müller (3), Heim (1), Naß.

Beste Werfer Rimpar: Schmidt (6/3), Sauer, Skrbic (je 5), Kraus (4/1).

Stationen: 2:2 (9.), 3:5 (16.), 4:7 (23.), 6:9 (29.), 6:11 (30./Halbzeit) – 12:12 (37.), 14:12 (40.), 18:18 (50.), 18:21 (53.), 20:23 (56.) 23:24 (60./Endstand).

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