„Das war schon eine tolle Saison. Leider hat es nicht ganz zum Titel gereicht“, resümiert Grube, der bei der Ursachenforschung vor allem die beiden direkten Duelle mit Meister FC Lindenberg-Adelebsen anführt. Ein 3:3-Unentschieden und eine unglückliche 0:1-Niederlage hätten die Titelträume letztlich platzen lassen. Unglücklich sei aber auch der Saisonstart gewesen, bei dem sich die Germaninnen daheim gegen die Reserve von Sparta Göttingen ein 0:2 einhandelten – die einzige Heimniederlage überhaupt. „Diesen Punkten sind wir ewig hinterher gelaufen“, erklärt Grube.
Überrascht sei das Germania-Trainergespann vom Auftreten des FC Lindenberg/ Adelebsen gewesen, der sich letztlich verdient den Titel gesichert habe. Grube: „Die haben fast 60 Punkte geholt. Das ist schon eine Hausnummer.“ Im Vorfeld der Saison hatte das Eichsfeldteam mit ganz anderen Kontrahenten im Meisterschaftskampf gerechnet und beispielsweise die SVG Göttingen und Puma Göttingen auf der Rechnung gehabt.
Immer wieder kämpfte die Germania in der zurückliegenden Spielzeit mit personellen Problemen, zeitweise hatte sie sogar den Ausfall von sieben Stammspielerinnen zu beklagen. „Man muss den Mädchen ein Riesenlob aussprechen. Je schlimmer die Situation wurde, desto mehr sind sie zusammengerückt und das hat sich auch im Spiel wiedergespiegelt. Wir haben die Ausfälle durchweg gut kompensiert“, so Grube. Mit großem Stolz blickt dieser auch auf den Pokalwettbewerb zurück, in dem die Breitenbergerinnen den Finaleinzug schafften. Zweitrangig war da die 0:6-Endspielniederlage gegen Bezirksoberligist MTV Wolfenbüttel. „Das wir überhaupt soweit gekommen sind, zählt.“
Weg ist zu weit
In der kommenden Saison wollen die Frauen vom Berg wiederum oben angreifen, wissen aber auch, dass dies kein leichtes Unterfangen wird. So rechnen Grube/Nolte damit, dass vor allem die Göttinger Mannschaften großen Zulauf haben werden, auch aufgrund der Auflösung der Oberliga-Mannschaft der SG Holtensen. „Wir haben versucht, ein Stück vom Kuchen abzubekommen. Aber für die meisten Spielerinnen ist der Weg ins Eichsfeld einfach zu weit“, erklärt Grube die Absagen, die es gegeben habe. Gespräche würden aber weiter geführt, spruchreif sei noch nichts. Nach dem Aufstieg des FC Lindenberg-Adelebsen und den Abgängen des VfL Herzberg und der SG Denkershausen, wird die Bezirksliga in der kommenden Saison durch SV GA Rammelsberg, SV Union Seesen und FC Eisdorf aufgefüllt. Mit den Eisdorferinnen hatten die Breitenbergerinnen bereits ihre erste Begegnung, als das Harzer Team vor einigen Tagen zum freundschaftlichen Vergleich ins Eichsfeld anreiste. Dabei gab es einen 4:2-Erfolg für das Eichsfeldteam, das sich durch drei Treffer von Martina Trappe und ein Tor von Annika Nickel durchsetzte. „Eisdorf hat sich den Klassenerhalt als Ziel gesetzt. Wir müssen uns an anderen Mannschaften orientieren“, weiß Grube.
Von Kristin Kunze
Goettinger-Tageblatt.de Anmeldung