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Durchmarsch des FC Lindenberg-Adelebsen

Geschichte vom nicht gewollten Aufsteiger, der Meister wurde


Später einmal wird es nichts als ein Titelgewinn sein. Die Art und Weise allerdings, wie sich die Fußballerinnen des FC Lindenberg-Adelebsen als Aufsteiger die Meisterschaft in der Bezirksliga erspielt haben, sucht ihresgleichen – denn eigentlich sollten sie gar nicht in dieser Klasse starten dürfen.

Souveräner Bezirksliga-Meister: Die Fußball-Frauen des FC Lindenberg-Adelebsen.

© SPF

Die Saison 2007/08 neigte sich ihrem Ende entgegen, und alles schien umsonst gewesen zu sein. Nachdem Wolfgang Reese, Spielausschussvorsitzender des Bezirks Braunschweig, dem FC Lindenberg-Adelebsen signalisiert hatte, dass neben dem Kreisliga-Meister SVG auch der Zweite aufsteigen darf, hatten sich die FC-Fußballerinnen tatsächlich die Vizemeisterschaft erspielt. Doch die Freude währte nur kurz – der Kreisspielausschuss, der sich übergangen fühlte und wie Reese eine Unterzahl seiner Liga vermeiden wollte, untersagte den Aufstieg. „Die Mädchen haben noch mal Gas gegeben und dann so etwas“, sagt im Rückblick der FC-Vorsitzende Guido Sievert. Erst ein Machtwort Reeses brachte den Kreisspielausschuss dazu, dem Aufstieg zuzustimmen.

Was danach passierte, gibt es eigentlich nur im Märchen. Die FC-Frauen holten sich mit sechs Punkten Vorsprung den Titel. „Wir waren ja eigentlich nur froh, im Bezirk zu spielen“, macht Trainer Friedhelm Schaper deutlich. „Man kann es heute noch nicht fassen, dass ein nicht gewollter Aufsteiger nach 22 Spielen ohne Niederlage Meister wird, den Durchmarsch schafft.“ Sicherlich, einige Zugänge wie die erfahrene Ilse Fazekas vom damaligen Oberligisten SG Holtensen hätten zum Erfolg des jungen Teams beigetragen. Im Prinzip jedoch habe das Team mannschaftlich überzeugt.

Nach dem Spiel gegen die SG-Reserve war der Aufstieg besiegelt – und die Freude groß. Bis 3.30 Uhr sei Party gemacht worden, berichtet die 19-jährige Kapitänin Katharina Kamp. Sie ist eine von vier Spielerinnen, die seit der Gründung der Adelebser Frauenabteilung dabei ist. „Vier Jahre sind wir erst unterwegs und seitdem dreimal aufgestiegen“, unterstreicht Schaper. „Ich habe da einfach eine Bombentruppe.“

„Werden wahnsinnig helfen“

Im Gegensatz zu Schaper stand Sievert dem Frauenfußball zunächst skeptisch gegenüber, aus ästhetischen Gründen, wie er sagt. Mittlerweile hat ich der Saulus zum Paulus gewandelt, verpasst kaum ein Auswärtsspiel und keine Heimpartie.

Sportlich könne das Team es allemal mit den künftigen Konkurrenten in der Bezirksoberliga aufnehmen, meint Schaper. Unterstützung kommt wiederum von der SG Holtensen – in deren Oberligateam spielten bis zur Auflösung Sandra Hallmann und Daniela Hennecke.

Von Eduard Warda

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