Duderstadt. Der Vierte des Vorjahres, der sich am morgigen Sonnabend um 18 Uhr in der Halle „Auf der Klappe“ in Duderstadt beim heimischen TV Jahn vorstellen muss, war mit großen Ambitionen in die laufende Saison gestartet und wollte im Rennen um den Aufstieg ein gewichtiges Wort mitreden. Jetzt liegen die Handballer aus der sächsischen Schweiz bereits elf Punkte hinter dem führenden EHV Aue.
„Wir haben es einfach nicht geschafft, in diesem halben Jahr ein funktionierendes Team zu bilden“, zog Manager Uwe Heller einen alles andere als geraden Strich unter die Vorrunde, in der der 32:26-Hinspielerfolg über den TV Jahn Duderstadt noch zu den positiven Begleiterscheinungen zählte. „Ich wünsche mir, dass unsere Mannschaft endlich einmal eine stabile Leistung über einen längeren Zeitraum bringt“, hofft Weber für den weiteren Saisonverlauf.
Bisher hat die Lok zwischenzeitlich immer wieder gestreikt. Wobei nicht nur Spielertrainer Petr Hazl einen „solch blamablen Auftritt wie kurz vor Weihnachten mit der 22:28 in Pohlheim“ schon längst aus dem Hinterkopf streichen wollte. Der letzte Auswärtssieg datiert vom 26. November 2011 bei der TSG Münster – mit 26:25 kam dieser zudem äußerst glücklich zustande. Die folgenden drei Begegnungen in fremden Hallen gingen danach allesamt in die Hose.
„Wir wollen nach wie vor den dritten Tabellenplatz“, heißt das Credo vor der Fahrt nach Duderstadt. Was gleichermaßen ganz konkret mit dem Wunsch nach zwei Punkten beim Gegner verbunden ist. Schließlich will man an der Elbe wieder in ruhigere Fahrwasser zurückkehren.
Turbulenzen gab in dieser Saison schon genug. Nur 7:7 Punkte aus den ersten Saisonspielen, das war bereits im Oktober 2011 zu wenig für die Ansprüche des ambitionierten ESV Lok. Und so zog der Verein die Reißleine und entließ vorzeitig Trainer Fritz Zenk.
Erst einmal ist bis zum Saisonende Petr Hazl (40) als Spielertrainer am Ruder. 125 Länderspiele für Tschechien stehen in dessen Vita und ebenso bemerkenswerte Vereinsnamen als Stationen seiner Spielerlaufbahn: Dukla Prag, EHV Aue, MT Melsungen, TuS Nettelstedt-Lübbecke, ASV Hamm und eben ESV Lok Pirna.
In Pirna wurde zu Saisonbeginn eine völlig neue Mannschaft zusammengestellt: Robert Delinac (VfL Edewecht), Dusan Milicevic (Kolubara Lazarevac/Serbien), Mario Percin (RK Split/Kroatien), Gasper Martinc (Slovan Ljubljana/Slowenien), Niels Jürschke (VfL Potsdam) und Antonio Fernandez Rodriguez (Universidad Ademar Leon/Spanien) stehen auf der Liste der Zugänge. Aus diesem internationalen Geflecht hat sich ganz deutlich der serbische Nationalspieler Dusan Milicevic herauskristallisiert, der mit aktuell 153 Treffern die Torschützenliste der 3. Liga anführt.
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