Erstmals gibt es dafür ein eigenes Konzept. Das Sportgerät namens „Para-Golfer“, das zum Beispiel Querschnittsgelähmte zum Spielen benötigen, stellt das Unternehmen Otto Bock. Paralympic-Star Martin Braxenthaler hat das einmalige Projekt am gestrigen Montag unter großem medialen Andrang präsentiert.
Der zehnfache Goldmedaillen-Gewinner bei Paralympics steht locker im „Para-Golfer“ und schlägt die Bälle ab. „Leicht und genau“ lasse sich das dreirädrige Sportgerät über einen kleinen Joy-Stick – liebevolles Detail ist ein Golfball als Knauf – bedienen. Per Knopfdruck richtet der „Para-Golfer“ den an Knien und Brustkorb mit einem Gurt fixierten Spieler von der Sitz- in die Abschlag-Position und auch wieder zurück. „Ich bin einfach begeistert, das ist ein Projekt mit Vorbildcharakter. Jetzt können Menschen mit Mobilitätseinschränkung ohne Probleme Golf spielen“, sagt Braxenthaler.
Der 39-Jährige ist eng mit dem Duderstädter Unternehmen Otto Bock verbunden. „Otto Bock war mein Sponsor“, sagt Braxenthaler, der seine Karriere nach drei Goldmedaillen in Vancouver 2010 beendet hat und fügt an: „Jetzt teste und bewerte ich viel für Otto Bock im Bereich Mobility Service und fungiere als Ideengeber.“
Carl Graf von Hardenberg, Eigentümer des Golf-Resorts, betonte, dass in den vergangenen Jahren viel Arbeit nötig gewesen sei, um Para-Golf zu etablieren – viel aufwendiger als zum Beispiel Reiten für Behinderte. „Golf-Club und das Hotel Freigeist sind barrierefrei. Die Öffnung in Richtung Menschen mit Handicap verstehen wir als Kombination aus gesellschaftlicher Verantwortung und zielgruppenorientierter Vermarktung“, betonte Graf von Hardenberg.
Bevor Golf-Professional Quirmbach mit dem Training beginnt, gibt es eine individuelle Anamnese des Einschränkungsprofils. „Es gibt dann eine technische Einführung fürs Sportgerät, dann werden schon Sporttechniken vermittelt. Nach zwölf bis 15 Unterrichtsstunden besteht schon die Möglichkeit zur Platzprüfung“, betont Quirmbach.
Im GC Hardenberg stehen Interessierten zwei „Para-Golfer“ zur Verfügung, die sowohl für das Training als auch für Runden auf dem Golfplatz genutzt werden. „Die können gegen 25 Euro Gebühr gemietet werden. Ähnliches gibt es ja auch mit unseren Elektro-Karts auf unserer Anlage“, sagt Norbert Hoffmann, Geschäftsführer des GC Hardenberg. Anfang April hätten sich die Mitglieder in der Mitgliederversammlung mit großer Mehrheit für dieses Projekt entschieden.
Gunter Röper, Geschäftsführer der Otto Bock Mobility Solutions, ist sich sicher, „dass dieses Projekt internationale Standards setzen kann“. Als Kunden sehe er „angesichts der Anschaffungskosten für den Para-Golfer, der so teuer ist wie ein Kleinwagen“, vor allem Golfklubs und Golfschulen.
Interessenten können sich unter Tel.: 0551-7977891 an die Golfschule wenden.
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