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Baskeball-Bundesliga

Patrick glaubt an eigene Kraft, nicht an Wunder


Nach der 60:72-Heimniederlage der MEG Göttingen in den Viertelfinal-Playoffs der Basketball-Bundesliga gegen Bamberg gibt kaum noch ein Experte einen Pfifferling auf die Veilchen. Doch so schnell werfen Trainer John Patrick und seine Mannen die Flinte nicht ins Korn. Sie glauben fest daran, Dienstag, 26.Mai, um 21 Uhr in Bamberg zu gewinnen und die Serie ausgleichen zu können.

Neues Spiel, neues Glück in der Jako-Arena: Rocky Trice, Ben Jacobson, John Goldsberry, Elton Brown, Beckham Wyrick, Jason Boone, John Little, Predrag Suput, Demond Greene und Chris Oliver (von links) beim Eröffnungs-Sprungball der ersten Partie in Bamberg.

© Pförtner

Einen Tag nach der Heimpleite, die den Veilchen den 1:2-Rückstand in der Playoff-Serie gegen die Brose Baskets beschert hatte, strahlt Trainer John Patrick schon wieder ungebrochenen Optimismus aus: „Ich habe solche Situationen in meiner Karriere als Spieler und Trainer oft genug erlebt. Natürlich war auch ich nach dem Spiel enttäuscht, weil wir eine goldene Chance vertan haben. Ich sehe aber keinen Grund aufzugeben und glaube fest daran, dass wir in Bamberg gewinnen können. Wir geben die Serie noch nicht verloren“, versichert der Coach.

Seine Zuversicht schöpft Patrick daraus, dass seine Mannschaft sich nie hängen lässt und auch dann noch bis zum Schluss verbissen kämpft, wenn die Lage aussichtlos erscheint. „In dieser Saison haben wir auf kritische Situationen noch jedes Mal die passende Antwort gefunden“, erinnert er an eine Reihe von scheinbar schon verlorenen Partien, die die Göttinger noch umgebogen haben. 

Sogar beim Auftritt des Teams am vergangenen Sonntag hat der Trainer etliche Mut machende Elemente ausgemacht. „Die Spieler haben hervorragenden Einsatz gezeigt, in der Abwehr einen guten Job gegen Goldsberry, Greene, Suput, Elton Brown und Taylor gemacht und Bamberg vor allem im dritten Viertel eine harte Zeit beschert“, erklärt er mit Hinweis auf die erfolgreiche Aufholjagd mit der knappen Führung vor dem Schlussviertel. Dann aber hatten sie Robert Garrett und insbesondere den erst 20-jährigen Nachwuchsspieler Karsten Tadda nicht auf der Rechnung  und mit der schwachen Offensive nahtlos an die erste Halbzeit sowie die erste Partie in Bamberg angeknüpft. 

Freie Würfe besser nutzen

„Wir hatten genügend freie Würfe, haben diese aber nicht genutzt, waren deshalb frustriert und haben uns dann wieder in Einzelaktionen verzettelt“, zählt Patrick die Gründe für den Leistungsabfall gegen Ende der Partie auf. Keinesfalls hätten Ermüdungserscheinungen eine Rolle gespielt.  „Körperlich sind alle topfit“, versichert Patrick – diesen Eindruck habe er hingegen nicht von allen Bambergern. Im konsequenten Teamspiel und der besseren Verwertung der Wurfchancen von außen sieht der Coach den Schlüssel für einen Sieg heute in der Höllen-Atmosphäre der wieder ausverkauften Jako-Arena, die für die Göttinger bei bislang vier Gastspielen uneinnehmbar war. 

Darüber hinaus setzt Patrick darauf, dass die Akteure ihre Enttäuschung und Wut über die Heimniederlage konstruktiv in noch mehr Motivation und Entschlossenheit ummünzen, um zu schaffen, was für die meisten das Wunder von Bamberg, für den MEG-Trainer dagegen das Resultat der optimalen Nutzung der eigenen Kräfte wäre. Auf zahlreiche Fanunterstützung dürfen die Veilchen nicht hoffen. „Der Termin um 21 Uhr ist furchtbar. Da viele am nächsten Tag arbeiten müssen, werden wohl nur die Treuesten der Treuen mitkommen“, bedauert Veilchenpower-Vorsitzender Hartmut Niemann.

Mitfiebern können Sie auch heute wieder im Tageblatt-Liveticker. Sie finden ihn unter www.goettinger-tageblatt.de im Internet. Im Monro‘s Park (Hospitalstr. 29) wird die Partie auf Großbildleinwand übertragen. Eurosport berichtet live im frei empfangbaren Fernsehen. Falls MEG gewinnt, sind Karten für das dann notwendige fünfte Match am Donnerstag (19.30 Uhr) in der Lokhalle ab Mittwoch in allen Vorverkaufsstellen erhältlich sowie im Internet unter www.meggoettingen.de.

Von Michael Geisendorf

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