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TSG Münster stellt Weichen


Nach sieben fetten Jahren ist rund 15 Kilometer  westlich von Frankfurt/Main der nüchterne Handball-Alltag wieder eingekehrt. Dort im hessischen Münster, dem  zweitgrößten und südlichsten Stadtteil von Kelkheim, kämpfen die Schützlinge von TSG- Trainer Konrad Bansa verbissen um den Klassenverbleib – ebenso wie der Ligakonkurrent TV Jahn Duderstadt, der die TSG Münster am morgigen Sonnabend um 18 Uhr zum Schlüsselspiel in der Halle „Auf der Klappe“ empfängt.

Muss sich auf harte Gegenwehr einstellen: Chris Meiser vom TV Jahn Duderstadt.

© Walliser

Münster. Durch das jüngste 23:35- Heimdebakel gegen den GSV Eintracht Baunatal und damit die erste Heimniederlage in diesem Jahr ist die TSG-Sieben wieder auf einen Abstiegsplatz in der 3. Liga Ost abgerutscht. Der „Schwimmwettbewerb“ in Richtung rettendes Ufer hat sich mittlerweile ein Dreikampf zwischen den Alligators aus Aschersleben (zuletzt mit 37:36 über den HSC Coburg erfolgreich), TV Jahn Duderstadt (25:33 beim HSC Bad Neustadt) und der TSG herauskristallisiert. Die Südhessen liegen einen Punkt hinter ihren beiden Konkurrenten.

„Dem Auswärtsspiel am kommenden Samstag  in Duderstadt kommt deshalb eine besondere Bedeutung zu“, unterstreichen unisono der Trainer Konrad Bansa und der Sportliche Leiter Thorsten Wolf, deren Wege sich am Saisonende allerdings trennen werden. Der TSG-Vorstand entschied sich nach der Heimpleite im Hessenderby, den auslaufenden Vertrag mit Bansa nicht zu verlängern. Unabhängig von der künftigen Klassenzugehörigkeit hat die Vereinsführung mit Thomas Gölzenleuchter vom Landesligisten TSV Pfungstadt einen neuen Übungsleiter verpflichtet. Vom künftigen Coach glauben die TSG-Verantwortlichen, dass er den vielen jungen Handballern im Aufgebot frische Impulse geben und in ihrer Entwicklung entscheidend voranbringen kann.

Mit dem Namen seines Vorgängers ist dagegen der Aufschwung der TSG Münster zu Beginn des neuen Jahrtausends verbunden. Der 36-jährige Bansa spielte seit der E-Jugend für den Verein und stieg 2005 als  Torwart  mit  der  1.  Herrenmannschaft des Klubs als Regionalliga-Meister in die 2. Bundesliga auf. Bansa hütete nicht nur das Tor des Süd-Zweitligisten, sondern bestritt zwischen 2002 und 2005 bestritt Bansa mehrere Spiele für die Deutsche Beachhandball-Nationalmannschaft, mit der er Vize-Europameister wurde und  an  einer  Weltmeisterschaft teilnahm. 
Weil es für Bansa & Co. in der 2. Liga Süd gut lief, wurde der Spielbetrieb der 1. Mannschaft ab der Saison 2009/10 in eine gemeinsam mit dem TV Wallau gegründete „Spielbetriebs GmbH“ ausgegliedert und trat als „HSG FrankfurtRheinMain“  in der Liga auf. Infolge der Neugliederung der 2. Ligen (aus zwei Staffeln wurde eine) und des Ausfalls wichtiger Sponsoren, blieb die HSG auf der Strecke. In der Saison 2011/12 wird der Spielbetrieb in der 3. Liga wieder von jener TSG allein organisiert, die sich auch in der Nachwuchsförderung einen Namen gemacht hat – schließlich spielt der TSG-Talentschuppen spielt in der Jugend-Bundesliga, und dem Verein wurde bereits zum vierten  Mal das Zertifikat „Exzellente Jugendarbeit“ der Handball-Bundesliga verliehen.

Von Ferdinand Jacksch

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