Nimmt man den Tabellenstand vor dem Spiel zum Maßstab, hätte es eigentlich eine Begegnung auf Augenhöhe werden sollen: die Rot-Weißen Sechster, die Gäste nur einen Rang dahinter. Doch SVG-Coach Rudi Mahlke zeigte sich ungewöhnlich pessimistisch: „Sparta ist klarer Favorit, allein schon deshalb, weil sie es gewohnt sind, auf dem Hartplatz zu spielen. Ich wäre deshalb schon mit einem Punkt sehr zufrieden. Ambitionen nach oben haben wir keine; für uns geht es lediglich darum, nicht in den Abstiegskampf verwickelt zu werden.“
Sein Kollege Heiko Bause dagegen legte viel Selbstvertrauen an den Tag: „Wir haben in der Winterpause sehr gut trainiert. Der Gewinn des Greitweg-Cups war verdient und hat uns zusätzlichen Auftrieb gegeben. In der Rückrunde wollen wir noch mal richtig angreifen, und dafür müssen und werden wir heute drei Punkte holen.“
So, wie die beiden Übungsleiter es vorgegeben hatten, spielten ihre Schützlinge dann auch: die Spartaner fast immer nach vorn, die Gandersheimer auf Torsicherung bedacht. Lediglich zu Beginn der zweiten Hälfte unternahmen die Gäste ernsthafte Versuche, einen Treffer zu erzielen, was ihnen in der 58. Minute per Elfmeter auch prompt gelang. Zwischen diesem Treffer und dem vorentscheidenden 3:1 in der 71. Minute lag die interessanteste Phase der Begegnung. Die SVG präsentierte sich couragiert, Sparta stand in der Abwehr nicht unbedingt sicher. Die Partie hätte sehr gut auch anders ausgehen können, hätte der nicht immer glücklich pfeifende Schiedsrichter Lars Becker aus Eisdorf in der 65. Minute nach Preis’ Foul auf den Punkt gezeigt. Aber er ließ weiterspielen, was wiederum Sparta eine Minute später die Chance eröffnete, per Strafstoß die Vorentscheidung herbeizuführen. Doch Spielertrainer Muratovic versagten die Nerven – sein Schuss war zwar knallhart, strich jedoch über die Querlatte. Zackenfels machte kurz darauf allerdings alles klar, Gewinner und Verlierer standen fest.
„Mit dem Ergebnis bin ich natürlich zufrieden, mit dem Spiel nur bedingt“, bilanzierte Bause nach dem Abpfiff. „Wir hatten einige starke Phasen, dann aber auch wieder völlig unerklärliche Hänger.“
Sparta: Zöllner – Huck (68. Warnecke), Buermann, Preis – Muratovic, Jasarov, Pochopien, Zackenfels (83. Bendroth), Sen – Matezki, Nasreddine (46. Weska) – Tore: 1:0 Pochopien (22.), setzt sich über rechts durch und lässt dem herausstürzenden Torhüter Cohrs mit einem Flachschuss aus acht Metern keine Chance; 2:0 Muratovic (41.), knallharter Freistoß in den Winkel der Torwartecke; 2:1 Statz (58.), schickt Zöllner beim Elfer in die falsche Ecke, nachdem Sen den Ball mit der Hand gespielt hat; 3:1 Zackenfels (71.), wuchtiger Kopfstoß unter die Latte nach wunderschön getimter Freistoßflanke von Weska; 4:1 Weska (78.), drückt Zackenfels-Hereingabe aus kurzer Distanz über die Linie; 5:1 Matezki (81.), verlädt beim Elfmeter Cohrs, nachdem dieser von Zackenfels umspielt und vom Keeper von den Beinen geholt worden ist.
Von Hauke Rudolph
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