Um die neuen Auflagen der Basketball-Bundesliga in der kommenden Spielzeit zu erfüllen, fehlen der BG nun noch zwei weitere Spieler mit einem deutschen Pass. Die Veilchen haben jetzt fünf Akteure unter Vertrag, denn Jason Boone und Dwayne Anderson haben ihre Kontrakte ebenfalls um ein Jahr verlängert.
Basketball-Interessierte haben sich daran gewöhnt, dass die exakte Länge der meisten Akteure meist drei bis fünf Zentimeter kürzer ist, als im Steckbrief angegeben. Bei US-Amerikanern wird gern begründet, die Differenz entstehe beim fehlerhaften Umrechnen vom angloamerikanischen Maßsystem ins europäische. Gern wird auch gewitzelt, dass die fehlenden Zentimeter beim Flug über den Atlantik verloren gegangen seien. „Größe ist im Basketball nicht alles“, betont BG-Headcoach John Patrick beinahe gebetsmühlenartig und hat seine Kritiker alljährlich mit den Erfolgen seiner kleinen und quirligen Teams widerlegt. Jetzt hat er zwei überraschend große Akteure verpflichtet.
Um bei der BG zu landen, mussten weder Raffington noch Adler über den großen Teich fliegen. Das sieht man den jungen Deutschen sofort an. „Ja, die 2,05 Meter sind echt“, betont Raffington. Und Adler dürfte mit seinen 2,00 Metern zu den größten BBL-Akteuren auf der Shooting-Guard-Position gehören. Eine Woche lang sind beide nun in Göttingen und erarbeiten mit John Patrick, Physiotherapeut Patrick Rißler und Sportwissenschaftler André Weimer ein Programm, das sie individuell bis zum offiziellen Trainingsbeginn am 23. August abspulen. Jeder BG-Akteur bekommt ein persönliches Workout.
„Ich mag an beiden Spielern, dass sie mehrere Positionen spielen können und Verteidigungsarbeit nicht scheuen. Sie sind jung, erfolgshungrig und wollen sich verbessern“, begründet Patrick die Verpflichtungen. Raffington betont, er sei vom Umfeld in Göttingen beeindruckt und hoffe, fester Bestandteil der Rotation zu werden. „Ich bin nicht gekommen, um Busfahrer zu sein“, so der Power Forward, der sich besonders auf die Europapokalspiele freue. „Nur 106 Kilogramm“ wiege er, deswegen wolle er nun Muskelmasse aufbauen. „Spieler wie Jason Boone, die trotz ihrer Masse sehr beweglich sind, gibt es in der Pro A nicht. Das wird spannend, mich mit ihm im Training zu messen und mich zu verbessern. Auf 110 Kilo will ich schon kommen“, sagt Raffington. Der gebürtige Hamburger gilt als guter „pick and pop“-Spieler, wirft also gerne von außen, nachdem er einen Block gestellt hat. „Ich möchte variabler werden, deswegen arbeite ich an meiner Penetration und Center-Bewegungen.“
Der ehemalige Urspringschüler kam in der vergangenen Meisterschaftssaison bei Bayreuth durchschnittlich auf zehn Punkte und fünf Rebounds. Im Schnitt stand der 25-Jährige 25 Minuten auf dem Parkett.
US-Point Guard Dale kommt
An der Urspringschule war auch Adler aktiv, er spielte zuletzt beim Kooperationspartner Ehingen in der Pro B. „Ich mag den Göttinger Stil. Ich habe zwar noch nie auf diesem Niveau gespielt, aber ich glaube schon, dass ich besonders in der Verteidigung helfen kann“, sagt der 21-Jährige, der sich langfristig in der BBL etablieren will. Sein erstes Erstliga-Match kann er am 2./3. Oktober in der Lokhalle gegen Trier bestreiten, am 8. Oktober wartet dann Bonn.
Ebenfalls zu den Veilchen stößt Louis Dale. Der US-Amerikaner twitterte gestern, dass er einen Vertrag bei der BG Göttingen unterschrieben habe und jetzt bei der Fußball-WM Deutschland anfeuern werde. Der 1,80 Meter große Guard spielte die vergangenen vier Jahre für die Cornell Big Red (NCAA) und markierte in seinem letzten College-Jahr durchschnittlich 13 Punkte und fünf Assists. Von jenseits der Drei-Punkt-Linie trifft er fast 40 Prozent seiner Versuche. „Ja, das ist wahr, Louis hat bei uns unterschrieben. Er ist für mich in diesem Jahr der stärkste Point Guard in der NCAA gewesen“, bestätigte Patrick am Dienstag, 6. Juli, die Twitter-Meldung.
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