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Tendenz auseinanderzubrechen

BG läuft Gefahr, ihren guten Ruf zu verspielen

Von Mark Bambey

Ausgerechnet im wichtigsten Spiel der Saison hat die BG Göttingen ihre schwächste Saisonleistung gezeigt und einen sportlichen Offenbarungseid geleistet. Ein Sieg beim Vorletzten EnBW Ludwigsburg hätte die Hoffnung auf den Liga-Verbleib noch einmal befeuert, doch die Veilchen haben sich zerlegen lassen.

Muss in Ludwigsburg oft eindringlich mit seinen Akteuren sprechen: BG-Cheftrainer Michael Meeks.

© Theodoro da Silva

Göttingen. Besonders bitter: Es war kein Team zu sehen. Die Veilchen sind in ihre Einzelteile zerfallen, einige Athleten versuchten ausschließlich ihre Statistik zu verbessern und missachteten offensichtlich die Vorgaben des Headcoaches Michael Meeks. Mit ihren engagierten und couragiert kämpfenden Akteuren hat sich die BG Göttingen in den ersten vier Jahren in der Bundesliga den Ruf eines hart arbeitenden Kollektivs erworben.

Mit dem Werbe-Slogan „You can’t teach Heart“ wollte die BG zeigen, dass es wieder gelungen ist, Profis mit Charakter zu verpflichten, dass positive Charaktereigenschaften wie Ehrgeiz und Einstellung nicht zu lehren sind. Jetzt scheint es, als könne sich das Management hinter dem Slogan verstecken und aus der Verantwortung ziehen, da Einstellung und Ehrgeiz eben nicht von außen zu beeinflussen sind.

Teamkameraden ingnorieren Bauscher

Natürlich trifft dies nicht auf alle BG-Akteure zu: Bemitleidenswert war zum Beispiel Matt Bauscher. Der Spielmacher war einer der wenigen durchweg engagierten Akteure auf dem Parkett. Immer versuchte er sein Team bei Spielunterbrechungen in einem Huddle (Spielerkreis) zu versammeln, um Situationen zu analysieren und Verbesserungen einzuleiten. Doch mehrfach ignorierten einige Teamkameraden die Aufforderung, sie waren offensichtlich zu sehr mit sich selbst beschäftigt.

Sportdirektor Jan Schiecke machte dies so wütend, dass er zweimal über das gesamte Feld schrie und die Rollbanden wütend mit seiner Faust auf Druckfestigkeit prüfte. „Ich bin wirklich sehr enttäuscht, denn gegen Alba hat das Team gezeigt, dass es mit harter Defense zurück ins Spiel finden kann. Man hat gesehen, dass unser Basketball-Stil nicht funktioniert, wenn zwei, drei Akteure nicht mitmachen“, sagte Schiecke am Donnerstag.

Standpauke von Meeks

Auch Trainer Meeks war bisweilen außer sich, seine lautstarke Wut bekamen in Ludwigsburg besonders Jerel Allen und Sean Evans zu spüren. Allen wurde von Meeks nach einer schlampigen Defense zum Rapport bestellt. Evans musste sofort wieder vom Parkett, als er aus dem Dribbling heraus einen Wurf aus der Mitteldistanz nahm. Die Standpauke von Meeks quittierte Evans mit den Worten: „Lass mich einfach mehr spielen.“

Schiecke stützte die Position des Chef-Trainers: „Sean hat nach nur dreiminütiger Einsatzzeit gegen Alba Berlin leider nicht so auf die Herausforderung geantwortet, wie wir uns das erhofft haben.“ Der Sportdirektor attestiert dem Gros des Teams bis ins vierte Viertel eine gute Einstellung. „Leider ist es uns dann trotz Auszeiten nicht gelungen, das Team so einzustellen, dass wir den direkten Vergleich noch gewinnen.“

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