An der Stätte, wo er im Mai mit Groningen in einer packenden Playoff-Finalserie im entscheidenden siebten Spiel nach dreifacher Verlängerung dem neuen niederländischen Meister ZZ Leiden mit 95:96 unterlegen war, will der 26-Jährige die Veilchen heute ab 20 Uhr zum ersten Sieg in der Euro-Challenge führen. Doch Zork en Zekerheid Leiden (die Versicherungsgruppe ist Namenssponsor) wird den Veilchen das Feld nicht kampflos überlassen. Denn dank des 77:75 von Istanbul gestern Abend bei Armia Tiflis hat Leiden es noch selbst in der Hand, sich für die Runde der besten 16 Teams zu qualifizieren.
Als die Veilchen gestern Abend zum Training in die Halle kommen, begrüßt Leidens Coach Toon Van Helfteren Matt Bauscher mit einem freundlichen Lächeln, dem während eines kurzen Gesprächs Glückwünsche zum neuen Team folgen. „Ich habe in den letzten zwei Jahren bestimmt 20-mal gegen Leiden gespielt, da lernt man sich gut kennen. Wir respektieren uns sehr“, sagt Bauscher. Die Playoff-Niederlage habe ihn den kompletten Sommer über verfolgt. Bauscher: „Das war die schlimmste Niederlage, die ich je erlebt habe. Ich werde alles geben, damit wir endlich mal in Leiden gewinnen.“
Das zweite Aufeinandertreffen der beiden wird während des Spiels also nicht so freundschaftlich sein, wie vor dem Training gestern Abend.
Leidens 2000 Zuschauer fassende und in einem Wohngebiet stehende Arena Vijf Meihal erreicht man vom Team-Hotel nach gut zehn Busminuten. Von außen wirkt die schlichte Arena eher wie eine Hochregal-Lagerhalle, und auch beim Innenausbau ist auf jeglichen Luxus verzichtet worden. Der kräftig auf das Blechdach prasselnde Regen ist ständiger Begleiter der gestrigen Einheit. Heute morgen folgt eine weitere. Die Ansagen von Meeks und dessen Assistenten Daniel Jusup auf dem Parkett sind kurz und klar. Die einzelnen Trainingsintervalle sind kürzer, das Team wirkt fokussiert und es wird weniger gesprochen als zuletzt. Die Stimmung leidet darunter nicht. „Das Training war gut. Wir haben wieder mehr Input gegeben, und das Team hat die Inhalte gut umgesetzt. Die Einheiten tun uns gut. Jetzt benötigen wir mal einen Sieg“, meint Meeks.
Das Hinspiel hatte die BG in der S-Arena 71:80 verloren. Damals gelang es ihr nicht, eine aus dem ersten Viertel resultierende 10:20-Hypothek noch aufzuholen. Besonders Leidens Innenspieler bereiteten der BG große Probleme. Gabe Kennedy war mit 22 Punkten der Matchwinner. „Leiden ist extrem heimstark. Die Halle ist zwar recht klein, aber das Publikum feuert das Team kräftig an. Leiden spielt mit viel Energie, da müssen wir mit aller Intensität dagegenhalten“, warnt Bauscher. Gelingt es den Veilchen heute die Intensität über 40 Minuten zu bringen, mit der sie gestern Abend ihre erste Trainingseinheit absolviert haben, dann sind die Chancen gut, dass gegen die starken Niederländer die seit 13 Spielen andauernde Niederlagenserie endlich zu Ende geht.
Nicht daran mitwirken kann – wie bereits in Bayreuth – BG-Guard Kwadzo Ahelegbe. Da nur sieben Ausländer spielen dürfen, musste die BG zwei ihrer neun nicht deutschen Akteure zu Hause lassen. Es traf erneut Ahelegbe und Vitalis Chikoko. „Man sieht eine deutliche Handschrift der Coaches, die von den Spielern angenommen wird. Jetzt brauchen wir einfach mal einen Sieg, der betonte BG-Sportdirektor Jan Schiecke.
Das Euro-Challenge-Match gegen ZZ Leiden können Sie live im Internet verfolgen. Unter gt-liveticker.de präsentiert das Göttinger Tageblatt Hintergrund-Informationen, Analysen, packende Spielszenen und zahlreiche Fotos.
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