Zum Auftakt gegen Würzburg servierte Meacham gleich sieben Assists und brachte so die Veilchen-Fans bereits das ein oder andere Mal zum Staunen.
Smart, abgeklärt, aber ebenso spektakulär gibt sich der Neu-Göttinger auf dem Parkett – bekommt man die Möglichkeit sich nur 20 Minuten mit ihm zu unterhalten, dann weiß man umgehend, warum dies so ist. „The one who is in me, is greater than the one in the world“, beschreibt der aus Champaign im US-Bundesstaat Illinois stammende Profibasketballer seine Einstellung zum Leben. „Denn der in Euch ist, ist größer als der, der in der Welt ist“, lautet die deutsche Übersetzung des, aus dem Buch Johannes stammenden, Verses im neuen Testament. Jeder Mensch ist danach in der Lage eigene Entscheidungen alleine für sich zu treffen, die losgelöst von äußeren Umständen sind.
Entscheidungen hat Meacham in seinem Leben schon einige getroffen, seine letzte Große war es, den österreichischen Club Wels zu verlassen und seine Karriere in Göttingen fortzusetzen. Ein Schritt, zu dem er sich entschloss, nachdem er unter anderem mit Ex-Veilchen Chester Frazier lange Gespräche führte: „Chester und ich haben drei Jahre lang zusammen in Champaign auf dem College gespielt, wir sind sehr gute Freunde geworden und auch geblieben. Er hat mir einiges über den Göttinger Basketball, die Fans und auch den Coach erzählt“, berichtet der athletische Guard und fügt hinzu: „Chester ist jemand, der einem nicht nur dass erzählt, was man hören will, er erzählt dir die Wahrheit, und darauf konnte ich mich stets verlassen.“
Nach nur knapp drei Wochen in Göttingen fühlen sich Trenton, der eigentlich fast immer nur „Trent“ gerufen wird, und seine Frau Theresa bereits sehr wohl in ihrer neuen Wahl-Heimat. „Göttingen gefällt uns sehr. Wir mögen die Innenstadt, die alten Häuser und die Art und Weise wie sich die Menschen hier geben“, beschreibt der Sohn einer Lehrerin und eines Wirtschaftsprüfers seine ersten Eindrücke und hat schon einige Unterschiede zu seiner US-amerikanischen Heimat festgestellt. „Die Leute hier sind wesentlich entspannter, fahren mit dem Fahrrad überall hin, treffen sich häufig mit ihren Freunden in Cafés und Restaurants. Es scheint mir so, als ob in Europa wesentlich mehr Wert auf die Aufrechterhaltung zwischenmenschlicher Beziehungen gelegt werden würde. Diese Einstellung gefällt mir sehr und war in Wels ähnlich zu beobachten“, so Meacham, der nach seinem College-Abschluss an der University of Illinois während seiner Zeit in Wels einen Masterstudiengang in „Human Resources (Personalmanagement)“ online erfolgreich abschloss.
Heute kehrt Trent Meacham zurück nach Österreich, diesmal jedoch nur als Gast: „Ich freue mich schon auf das Spiel in Wels. Auch wenn nicht mehr alle Spieler der letzten Saison dort aktiv sind, ist es natürlich schon ein besonderes Gefühl dort gegen meinen alten Klub zu spielen“, freut sich der US-Amerikaner auf das Wiedersehen. Um 19.30 Uhr ist es dann auf dem Parkett wieder soweit: Meacham wird wieder Entscheidungen treffen müssen – ganz alleine für sich.
Von Daniel Endres
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