Die Veilchen führen nun mit zwei Siegen aus zwei Partien die Vorrundengruppe A der Euro-Challenge an. Im zweiten Match des Tages bezwang KK Buducnost das russische Team Lokomotiv Kuban mit 61:49 und liegt somit vor Gravelines und Kuban auf Rang zwei.
Bereits acht Minuten vor Spielende skandierten die Veilchen-Fans lautstark: „Ihr könnt nach Hause fahren.“ 70:37 lagen die Göttinger zu diesem Zeitpunkt in Front, und die Franzosen hatten ob der aggressiven Veilchen-Defense schon lange die Lust am Basketballspielen verloren und ebenso lange das Kämpfen eingestellt. In den letzten fünf Minuten saßen die MEG-Leistungsträger auf der Bank, und die Ergänzungsspieler um Töpper, Meeks, Welzel und Co. hielten die Franzosen in Schach und verstanden es sogar, mit sehenswerten Aktionen Selbstbewusstsein zu tanken.
Im dritten Viertel zeigte Gravelines Guard Stanley einmal Emotionen: Er schreit, schimpft und versucht sein Team wachzurütteln, doch seine Kameraden schauen nur müde und beinahe teilnahmslos auf den Boden. „Ich kann das natürlich nur schwer beurteilen, aber mir kommt es so vor, als ob Gravelines über ein Team verfügt, dass nur dann ins Laufen kommt, wenn alles stimmt. Harte Defense verträgt es sichtlich nicht“, resümierte Ex-Veilchen-Coach Martin Lindemeier. Vollkommen aus dem Spiel nahmen die Veilchen den BCM-Topscorer Ben Woodside. Der mit reichlich Vorschusslorbeeren überhäufte Guard fand gegen Chester Frazier, Ben Jacobson, John Little und Taylor Rochestie nie zu seiner Form.
Bokolo prallt an Boone ab
Unter den Körben beeindruckte Jason Boone mit seiner unglaublichen Athletik, ein sehenswertes Highlight war neben mehreren Dunkings und Rebounds ein sprichwörtlicher Monster-Block: In der 23. Minute prallte der bemitleidenswerte Bokolo förmlich an Boone ab. Topscorer war erneut Chris Oliver, aber auch Chris Anderson zeigte erneut sein Potenzial.
Die Hausherren kamen vor 2205 Zuschauern in der Lokhalle gut in die Partie und setzten sich schnell ab. Mit mehreren Auszeiten versuchte BCM-Coach Christian Monschau sein verunsichert und überfordert wirkendes Team neu einzustellen, doch dies gelang ihm nicht. Besonders in der Defensive und beim Rebounding waren die Franzosen absolut nicht ebenbürtig. „Wir haben heute nicht viel richtig gemacht“, stöhnte Monschau. MEG-Coach John Patrick lobte die geschlossene Teamleistung.
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