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Fußball-Oberliga

Verband setzt Spiele gegen insolvente Klubs ab


Nachdem mehrere rote Signale überfahren worden sind, zieht der Niedersächsische Fußballverband (NFV) die Notbremse: Gegen die insolventen Klubs der Fußball-Oberliga, Kickers Emden und Eintracht Nordhorn, muss aller Voraussicht nach in dieser Saison keiner der anderen 16 Oberligavereine mehr antreten.

Im Jahnstadion: Voraussichtlich fällt die Partie zwischen dem RSV mit Patric Förtsch (unten, gegen Osnabrück) und Lüneburg aus.

© SPF

Göttingen. Das ließ am Donnerstag der Spielausschussvorsitzende Jürgen Stebani durchblicken. Die Partien am kommenden Wochenende zwischen Nordhorn und Rehden sowie Goslar/Sudmerberg und Emden wurden bereits gestern von Verbandsseite abgesetzt. „Vor einer Lösung für das Gesamtpaket in der nächsten Woche wollen wir den zwei Gegnern unnötigen Aufwand ersparen“, begründete Stebani die Maßnahme.

Nach der Eröffnung ihrer Insolvenzverfahren waren Emden und Nordhorn ans Ende der Tabelle gesetzt und sämtliche absolvierten Spiele gegen die beiden Teams annulliert worden. Gleichwohl haben diese das Recht, ihre restlichen Spiele auszutragen und treten in der nächsten Saison in der klassentieferen Landesliga an, nicht in der Kreisklasse. „Wir haben dadurch erst gemerkt, dass die jetzigen Statuten bescheuert sind“, gab Stebani gestern zu. „Vereine wie Göttingen fahren doch nicht mit Kosten im vielleicht vierstelligen Bereich für ein Kasperspiel nach Emden.“

Nun soll eine NFV-Präsidiumssitzung am kommenden Freitag für Klarheit sorgen. „Es soll der erste Schritt in Richtung eines Pakets sein, das uns aus dieser Scheiße herausholt“, wählte Stebani deutliche Worte. Nach Tageblatt-Informationen könnte eine Lösung folgendermaßen aussehen: Die Gegner treten zu den Spielen gegen Emden und Nordhorn nicht an, die Strafe in Höhe von 250 Euro bleibt ihnen aber erspart. Wenn Klubs jedoch gegen Emden und Nordhorn spielen wollen, dürfen sie das ruhig tun.

Mit einer entsprechenden Regelung soll vermieden werden, dass für die Gegner der betroffenen Vereine „ein Nachteil entsteht“, sagte Stebani. Gemeint sind etwa rote Karten und Sperren oder Verletzungen. Mit einem Nachteil muss der RSV 05 bereits leben, konterte RSV-Manager Jan Steiger. „Wir sind zu zwei Spielen hochgereist, bei denen es im Nachhinein um nichts ging.

Für uns ist das eine blöde Geschichte.“ Zudem habe man für die beiden ausstehenden Heimspiele Dauerkarten verkauft, und fraglich sei, ob Nordhorn oder Emden im Jahnstadion antreten würden – bis zu dreimal dürfen Klubs Spiele absagen, bevor sie aus der Liga genommen werden. Die Partie am kommenden Sonntag um 14 Uhr im Jahnstadion gegen Lüneburg sei im Übrigen stark gefährdet, teilte Steiger mit.

Der Verband muss nun im Hinblick auf die kommende Spielzeit für den Fall von Insolvenzen eine Neuregelung finden – und hinsichtlich der beiden aktuellen Fälle sein Lizensierungsverfahren überdenken. „Selbst wenn die Regularien klar sind, die Leute in der Kommission werden nicht mehr so schnell die eingereichten Unterlagen durchblättern“, prognostizierte Stebani.

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