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Skisport

Desaster bei WM-Probe: DSV-Athleten enttäuschen

Deutsches Desaster in Oslo: Nur drei Wochen nach den medaillenintensiven Olympischen Winterspielen haben die deutschen nordischen Skisportler bei der Probe für die Weltmeisterschaften in einem Jahr bitter enttäuscht.
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Simon Ammann

Simon Ammann

© afp

In den sieben Wettbewerben im neuen Skistadion am Holmenkollen sprang mit Platz drei im Team-Wettbewerb der Nordischen Kombination nur ein Podestplatz heraus. Die Skispringer erlebten auf der neuen Schanze ein Debakel und schieden komplett nach dem ersten Durchgang aus. Die Langläufer hatten wie bei Olympia große Materialprobleme und schafften lediglich durch Evi Sachenbacher-Stehle (Reit im Winkl) als Fünfte im 30-Kilometer-Rennen ein passables Resultat.

Ihre zurückgewonnene Vormachtstellung im nordischen Skisport demonstrierten dagegen die Norweger. Vor den Augen ihres Königs Harald V. gewann die dreimalige Olympiasiegerin Marit Björgen sowohl den 30-Kilometer-Lauf als auch den Freistil-Sprint. Ihre Landsmänner Petter Northug über 50 Kilometer und Anders Glöersen im Sprint und das Kombinierer-Team standen Björgen in Sachen Erfolgshunger in nichts nach. Den kompletten norwegischen Triumph durchkreuzten lediglich die Gesamtweltcup-Sieger und Olympiasieger Simon Ammann (Schweiz) im Skispringen und Jason Lamy Chappuis (Frankreich) im letzten Einzel der Kombinierer in diesem Winter.

Erschreckend war besonders der Auftritt der Skispringer. Eine Woche vor den Skiflug-Weltmeisterschaften in Planica stürzten die Schützlinge von Bundestrainer Werner Schuster förmlich ab. Martin Schmitt (Furtwangen) war als 40. noch der beste DSV-Springer. „Wir sind mit dem Radius nicht klargekommen, sind beim Absprung einfach zu weit hinten gewesen. Die Leistungen waren zu schwach, um eine Rolle zu spielen. Wir sind hier nur hinterhergelaufen. Mit jedem Sprung sind die Fehler noch größer geworden“, betonte Schuster, und verordnete vor dem letzten Saisonhöhepunkt in Planica der Mannschaft häusliche Ruhe.

Allerdings spielte wieder einmal der Wind eine entscheidende Rolle. Lediglich Michael Uhrmann (Rastbüchl/41.) wollte seinen Absturz nicht darauf schieben. „Es lag definitiv bei mir nicht am Wind. Es passte einfach nichts zusammen. Wenn ich in Planica so springe, überstehe ich die Qualifikation nicht. In dieser Form wäre dort definitiv nichts möglich. Aber wir wollen eine Team-Medaille“, sagte er.

Die Langläufer suchen wie bei Olympia nach geeignetem Ski- Material. Temperaturen um den Gefrierpunkt sind für die von den deutschen Athleten genutzten Ski Gift. „Ich weiß nicht, ob es am Schliff liegt, aber wir haben für diese Bedingungen einfach kein Material“, sagte Bundestrainer Jochen Behle ratlos. Angesichts der Tatsache, dass im nächsten Jahr an gleicher Stelle und bei möglicherweise gleichen äußeren Bedingungen die Weltmeisterschaften stattfinden, ist dringend Handlungsbedarf geboten. „Ich will nächstes Jahr hier Medaillen gewinnen, wenn’s geht auch in der Staffel. Da müssen wir uns zusammensetzen und gemeinsam nach Lösungen suchen“, sagte der Olympia-Zweite Axel Teichmann (Bad Lobenstein) nach dem 50- Kilometer-Rennen, das er entnervt nach der Hälfte der Distanz beendet hatte. Auch Tobias Angerer (Vachendorf) dachte schon an Aufgabe, ehe er doch noch einen brauchbaren Ski unter die Füße bekam und wenigstens noch 15. wurde.

Mit Platz drei im Team-Wettbewerb und einem achten Rang von Tino Edelmann (Zella-Mehlis) im Einzel beendeten die nordischen Kombinierer ihre Saison. „Es war nach einem starken Saisonstart ein ständiges Auf und Ab“, bilanzierte Bundestrainer Hermann Weinbuch und sah das Weltcup-Finale als Spiegelbild einer ganzen Saison. Mehr als ihm lieb war musste der Coach experimentieren und einen Generationswechsel einleiten. Zukünftig kann Weinbuch auch nicht mehr auf die Dienste und Erfahrungen von Turin-Olympiasieger Georg Hettich (Schonach) zurückgreifen, der in Oslo seine Karriere beendete. Ob der viermalige Weltmeister Ronny Ackermann (Dermbach) noch einmal auf die Schanzen und in die Loipen zurückkehrt, blieb auch beim Saison-Finale fraglich.

dpa


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