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Fundsachenversteigerung

14-Jähriger ersteigert in Salzgitter Handy mit Pornos


Es sollte ein Handy sein, das ganz viel kann. Fotografieren, filmen, navigieren, eben ein Multifunktionshandy. Das wünschte sich ein 14-jähriger Junge aus Salzgitter. Aber gebraucht sollte das Telefon sein, damit es nicht so teuer wird. Der Schüler wurde bei einer Fundsachenversteigerung der Stadtverwaltung Salzgitter fündig.
© dpa (Symbolbild)

Salzgitter. Für 46 Euro ersteigerte er ein Handy der Marke Samsung mit vielen technischen Raffinessen. Als der stolze Besitzer sich mit seiner Neuanschaffung in sein Zimmer zurückzog, um sie auszuprobieren, bemerkte er allerdings, dass nicht alle Daten vom internen Speicher gelöscht worden waren. Er entdeckte mehrere pornografische Filme sowie Nacktfotos des vorherigen Besitzers.

„Mein Sohn war danach sichtlich verstört“, sagt der Vater des Jungen, er will seinen Namen nicht in der Zeitung lesen. Auf dem Handy waren vier Pornofilme gespeichert sowie selbst gedrehte Filme, die den Vorbesitzer beim Geschlechtsverkehr zeigen. Auch auf einigen Fotos ist er nackt. Zudem waren Kurzmitteilungen mit intimen Inhalten gespeichert. Die privaten Kontaktdaten des Mannes waren auch noch da. „Ich habe sofort alles gelöscht“, sagt der Vater.
Der Stadtverwaltung von Salzgitter ist die Sache peinlich. Am Freitag entschuldigte sich der zuständige Fachdienst, ein derartiger Fehler dürfe nicht wieder passieren. Man habe lediglich die SIM-Karte sowie die SD-Speicherkarte entfernt. „Die Daten vom internen Speicher wurden allerdings übersehen“, sagte eine Stadtsprecherin.

Solche Nachlässigkeit lässt Datenschützer aufhorchen. „Die Stadt Salzgitter war in der Pflicht, alle Daten rückstandslos zu löschen, sodass sie nicht wiederherstellbar sind“, sagte am Freitag Michael Knaps, Sprecher des Landesdatenschutzbeauftragten Joachim Wahlbrink. „Wenn eine Kommune dazu nicht fähig ist, muss sie die Aufgabe Experten übertragen oder die Geräte datenschutzgerecht entsorgen.“ Schließlich trage die Stadt die Verantwortung dafür, dass sensible Daten für Dritte nicht einsehbar sind – ob es sich nun um pornografisches Material oder bloß um Telefonnummern handelt.

Offenbar ist der Vorfall in Salzgitter kein Einzelfall. „Es kommt häufiger vor, dass Kommunen bei Fundsachenversteigerungen nicht verantwortungsbewusst mit den Daten umgehen“, sagt Knaps. Und das, obwohl das niedersächsische Datenschutzgesetz hier eindeutige Regeln setze. „Wir werden eine Stellungnahme von der Stadt fordern“, kündigte Knaps an.

So löschen Sie richtig

Wer sein Handy verkaufen oder verschenken will, sollte sichergehen, dass alle darauf gespeicherten Daten gelöscht sind. Die Daten lassen sich entweder oberflächlich oder unwiederbringlich löschen.

Wenn es sich nicht um sensible Daten handelt, die ganz vernichtet werden sollen, genügt ein Klick auf den Menüpunkt „Löschen“. Anschließend sollten alle auf dem Handy vorgenommenen Einstellungen unter „Werkseinstellungen“ zurückgesetzt werden. Um zu überprüfen, ob tatsächlich alles gelöscht wurde, kann man das Handy anschließend noch einmal aus- und einschalten. „Bei nicht sensiblen Daten reicht es aus, die Daten nur oberflächlich zu löschen“, sagt Ronald Eikenberg, Sicherheitsexperte beim Heise Verlag, der auch die Computerzeitschrift „ct“ herausgibt. Dauerhaft gelöscht hat man seine Daten so aber nicht. Mit speziellen Programmen können die vermeintlich gelöschten Inhalte wiederhergestellt werden. Denn beim manuellen Löschen vermerkt das Datensystem lediglich, dass ein bestimmter Datenbereich auf dem Speichermedium frei wird. Physisch verbleiben die Daten jedoch so lange auf der Festplatte, bis der entsprechende Bereich mit neuen Daten überschrieben wird.

Wer sichergehen will, dass die Daten unwiederbringlich gelöscht sind, sollte sich eine spezielle Software zur Datenvernichtung zulegen. Entsprechende Programme gibt es im Internet. Das Programm Eraser etwa (deutsch: Radiergummi) kann kostenlos im Internet heruntergeladen werden. Es überschreibt die zu löschende Datei ein- oder mehrmals mit zufälligen oder ausgesuchten Zeichen.

Stefanie Nickel

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