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Roman Polanski

Donald Tusk verteidigt Festnahme des Regisseurs


Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk hat die Festnahme des  französisch-polnischen Oscar-Preisträgers Roman Polanski vom 26. September verteidigt. Auch wenn Polanski einer der führenden polnischen Regisseure sei und seine Tat viele Jahre zurückliege, so gehe es doch um „Vergewaltigung und Sex mit einem Kind“, sagte Tusk am Mittwoch.
Regisseur Roman Polanski sitzt seit vergangenem Sonnabend in Haft.

Regisseur Roman Polanski sitzt seit vergangenem Sonnabend in Haft.

© afp

Tusk distanzierte sich damit von seinem Außenminister Radoslaw Sikorski, der gemeinsam mit  seinem französischen Kollegen Bernard Kouchner in einem Schreiben an US-Außenministerin Hillary Clinton die Freilassung des Filmemachers gefordert hatte.

Auch mehrere Schweizer Politiker verteidigten die überraschende Festnahme Polanskis. Es sei „schockierend“, dass die Vorwürfe gegen  Polanski „verharmlost“ würden, sagte die sozialistische Parlamentsabgeordnete Maria Roth-Bernasconi. Der Vize-Chef der  Christdemokraten, Dominique de Buman, betonte, vor dem Gesetz sei jeder gleich. Am Dienstag hatte die Schweizer Außenministerin  Micheline Calmy-Rey den eigenen Justizbehörden mangelndes Fingerspitzengefühl vorgeworfen, aber hinzugefügt, die Schweiz habe wegen eines Auslieferungsabkommens mit den USA keine andere Wahl gehabt als Polanski festzunehmen.

Schweizer Medien berichteten, der 76 Jahre alte Polanski sitze in Zürich in einer „sehr einfach“ ausgestatteten Gefängniszelle und habe Anrecht auf eine Stunde Ausgang im Gefängnishof pro Tag. Er erhalte täglich ein Taschengeld von fünf Schweizer Franken, umgerechnet etwa 3,30 Euro.

Polanski war am Samstag bei seiner Einreise in die Schweiz festgenommen worden. Er hätte am Sonntag beim Internationalen Filmfest in Zürich für sein Lebenswerk ausgezeichnet werden sollen und wurde in Abwesenheit geehrt. Der Filmemacher hatte sich 1977, im Alter von damals 43 Jahren, in den USA an einer 13-Jährigen vergangen. Er bekannte sich schuldig und saß dafür zunächst 47 Tage im Gefängnis, floh aber vor Urteilsverkündung nach Frankreich. In die USA kehrte Polanski seitdem nie zurück.

afp

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