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Halle/Leipzig-Erfurt

Elf Verletzte nach Unglück an ICE-Neubautrasse


Tragischer Unfall an Deutschlands größtem Infrastrukturprojekt: An einem Brückenbauwerk der ICE-Neubautrasse Halle/Leipzig-Erfurt sind am Mittwoch ein Kran und ein 1.000 Tonnen schweres Baugerüst umgestürzt und haben elf Bauarbeiter mit in die Tiefe gerissen.
Rettungskräfte bergen einen verletzten Bauarbeiter von der Baustelle der ICE-Brücke nahe Halle.

Rettungskräfte bergen einen verletzten Bauarbeiter von der Baustelle der ICE-Brücke nahe Halle.

© ap

Alle Männer konnten verletzt geborgen werden, einer zog sich schwere Verletzungen zu, wie eine Polizeisprecherin sagte. Berichte, dass einer der Bauarbeiter lebensgefährlich verletzt sei, konnte die Polizei zunächst nicht bestätigen. Auch die Unglücksursache war unklar.

Zu dem Unfall an der Baustelle unweit von Halle an der Saale kam es gegen 10.25 Uhr. Die beteiligten Bauunternehmen wurden gebeten, zu überprüfen, wer sich alles auf der Baustelle befunden hatte. Bis zum Nachmittag galt nach der Bergung der elf Verletzten, die in umliegende Krankenhäuser eingeliefert wurden, niemand als vermisst.

Die Bergung der Verunglückten war laut Polizei schwierig, da sich die Unglücksstelle im Flutungsgebiet der Weißen Elster befindet und die Region wegen des Tauwetters derzeit unter Wasser steht Feuerwehr und Technisches Hilfswerk konnten den Angaben zufolge nur mit Schlauchbooten zu den Verletzten vordringen. Zur Unglücksursache gibt es noch keine Angaben. Ob Wasser, durchweichter Boden oder Wind oder alles zusammen den Zusammensturz der tonnenschweren Geräte verursachten, müssten Experten erst noch ermitteln, sagte die Polizeisprecherin.

Für die neue Eisenbahntrasse entsteht zwischen Halle und Döllnitz eine mehrere Kilometer lange Brücke über die Elster-Luppe-Aue. Wie ein Sprecher des Polizeireviers Saalkreis erläuterte, darf das Gelände aus Gründen des Umweltschutzes nicht mit schwerer Technik befahren werden. Die Brücke werde daher von oben vorangetrieben, das Gerüst immer abschnittweise an das bereits vorhandene Bauwerk angehängt. Das am Mittwoch abgestürzte Gerüst soll rund tausend Tonnen schwer sein. Noch unklar sei, ob der Kran das Gerüst mit sich riss oder umgekehrt.

An der ICE-Neubautrasse zwischen Erfurt und Leipzig/Halle war für den selben Tag Halbzeit bei diesem nach Bahnangaben größten Infrastrukturobjekt in Deutschland. Am Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nummer 8 erfolgte am Nachmittag im Burgenlandkreis der Durchschlag des Finne- und Bibratunnels.

ap

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