Der Diakon aus dem Bistum Hildesheim gab an, zum Schweigen verdonnert worden zu sein.
„Ich wusste, dass es um Missbrauchsvorwürfe ging“, sagte der Diakon der Katholischen Gemeinde „Guter Hirt“, Wilfried Otto, laut „Spiegel Online“. Er habe seinen Vorgänger als sehr schwierigen Menschen erlebt, einen echten Eigenbrötler. Er hätte „die Bombe damals platzen lassen sollen“, sei jedoch zum Schweigen verdonnert worden. Auf Nachfrage war der Diakon, der 1997 die direkte Nachfolge des Paters Peter R. antrat, am Dienstag nicht zu erreichen.
„Ich weiß nicht, ob man mir geglaubt hätte, wahrscheinlich hätten sie mich rausgeschmissen“, wird der Diakon bei „Spiegel Online“ zitiert. Er habe sein Schweigen an die Bedingung geknüpft, dass R. in anderen Gemeinden keine Jugend-Freizeiten mehr begleiten durfte. Als Otto jedoch Jahre später erfuhr, dass der Verdächtige auch weiterhin mit Freizeiten Jugendlicher zu tun hatte, habe er Druck gemacht. Die Folge: Pater R. ging vorzeitig in den Ruhestand.
Niedersachsens Justizminister Bernd Busemann (CDU) hatte das Vorgehen der katholischen Kirche als „Vertuschungsmentalität“ kritisiert. Es sei nur schwer zu verstehen, wenn Vorgesetzte bei Missbrauchsvorwürfen schwiegen.
dpa