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Nach Terrordrohungen

Islamisten in München festgesetzt


Nach den jüngsten Terrordrohungen sind in München zwei mutmaßliche Islamisten festgesetzt worden. Zugleich wurden die Sicherheitsmaßnahmen rund um das Oktoberfest drastisch verschärft. Bereits seit Samstag gilt über dem Oktoberfest ein Flugverbot.
Die Sicherheitsmaßnahmen rund um das Oktoberfest sind verschärft worden.

Die Sicherheitsmaßnahmen rund um das Oktoberfest sind verschärft worden.

© ddp

Wiesn-Chefin Gabriele Weishäupl verwies darauf, dass das Oktoberfest noch nie spektakulärer geschützt worden sei.

Laut Polizeipräsident Wilhelm Schmidbauer haben die zwei in Gewahrsam genommenen Islamisten in der Vergangenheit Kontakt zum mutmaßlich Al-Qaida-Sprecher Bekkay Harrach gehabt und bewegten sich „aktuell unverändert in einem islamistisch-extremistischen Umfeld“. Der Gewahrsam gelte bis zum Ende des Oktoberfestes am 4. Oktober. Dies sei reine Vorbeugung, da beiden Festgesetzten keine Straftat vorgeworfen werde.

Zum Schutz vor möglichen Terroranschlägen gilt zudem rund um die Theresienwiese ein erweitertes Sicherheitskonzept. Auch dabei handele es sich um eine „Vorsichtsmaßnahme“, betonte Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Konkrete Anschlagspläne gebe es nicht. Allerdings existierten zwei Terror-Drohvideos aus Al-Qaida- und Taliban-Kreisen, in denen Bezug auf das Oktoberfest genommen werde.

In einer der Botschaften sagt Al-Qaida-Sprecher demnach wörtlich: „Die Zeit ist für Deutschland reif, endlich zu begreifen, dass Afghanistan nicht das 17. Bundesland ist und auch nicht ein Bierzelt, um dort das ganze Jahr Oktoberfest zu feiern.“ Polizeipräsident Schmidbauer sprach von einer „weiteren Erhöhung der Gefährdungslage“.

Wiesn-Leiterin Weishäupl rechnet unterdessen mit einem Rückgang der Besucherströme. Sie vermute, dass die drastisch verschärften Sicherheitsmaßnahmen einen Einfluss auf die Besucherzahlen in den nächsten Tagen hätten. Sie sei aber mit dem Sicherheitskonzept einverstanden. Die Sicherheit gehe vor.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) sieht hingegen die tatsächliche Terrorgefahr für das Oktoberfest als nicht sehr konkret an. „Diese Terroristen spielen damit, Angst und Schrecken zu verbreiten“, sagte der DPolG-Landesvorsitzende Hermann Benker. Er halte es für illusorisch, durch noch mehr Polizeikontrollen eine höhere Sicherheit erreichen zu wollen. Wenn es wichtige Anhaltspunkte für Anschlagspläne gäbe, müsste das Oktoberfest geschlossen werden.

Wegen der aktuellen Terrorgefahr gelten auch für den Cannstatter Wasen in diesem Jahr erhöhte Sicherheitsbestimmungen. Zwar werde nicht mit einer Flugverbotszone wie in München reagiert, sagte ein Polizeisprecher. Die Präsenz der Polizei sei aber erhöht worden. Zudem werde der öffentliche Personennahverkehr strenger beobachtet. Grundsätzlich gelte auch für Stuttgart, „dass wir Teil des Gefahrenraumes sind“. Das Cannstatter Volksfest wurde am Freitag eröffnet und dauert bis 11. Oktober. Es gilt als größtes Schaustellerfest Europas.

ddp

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