Der mit Spannung erwartete Hirtenbrief von Papst Benedikt XVI. zu den Missbrauchsfällen in Irland wird am Sonnabend veröffentlicht. Das Schreiben werde in englischer und italienischer Sprache verfasst sein, teilte der Vatikan am Donnerstag mit. Zuvor hatte der Papst angekündigt, den Brief am Freitag, dem Tag des Heiligen Josef, zu unterzeichnen. Bei einer Audienz mit irischen Pilgern hatte Benedikt am Mittwoch gesagt, der Brief sei „Zeichen meiner tiefen Besorgnis“ über die Fälle sexuellen Missbrauchs, die die katholischen Kirche in Irland „schwer erschüttert“ hätten.
Unklar blieb weiter, ob sich der Hirtenbrief auch auf sexuellen Missbrauch durch katholische Geistliche in Deutschland und anderen Ländern bezieht. Der Kurienerzbischof Rino Fisichella hatte Anfang der Woche erklärt, der Papst sei „entschlossen“, neue Maßnahmen gegen den sexuellen Missbrauch in der Kirche zu erlassen. Diese könnten in dem päpstlichen Schreiben vorgestellt werden.
Laut einem im Auftrag der Regierung erstellten Untersuchungsbericht vertuschten katholische Würdenträger in Irland jahrzehntelang Vergewaltigungen und Misshandlungen von Minderjährigen durch Geistliche. Insgesamt ist von 14.500 Opfern die Rede. Nach Angaben des Vatikans will das Kirchenoberhaupt in dem Hirtenbrief „klare Positionen“ zu dem Skandal darlegen. In Deutschland häufen sich Forderungen, dass sich der Papst auch zu den Fällen in Deutschland äußert. Seit Ende Januar sind weit mehr als hundert Missbrauchsfälle in den meisten der 27 deutschen Bistümer ans Licht gekommen.
afp
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