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Tschechien-Besuch

Papst feiert in Brünn Messe mit 120.000 Gläubigen


Wenige Wochen vor den Feierlichkeiten zum Fall der Berliner Mauer hat Papst Benedikt XVI. in Tschechien für ein im Christentum verwurzeltes freiheitliches Europa geworben.
Papst Benedikt XVI. hat bei einem im Freien abgehaltenen Gottesdienst im tschechischen Brünn vor etwa 120.000 Menschen dazu aufgerufen, getreu dem Evangelium ein solidarisches und friedliches Morgen zu schaffen.

Papst Benedikt XVI. hat bei einem im Freien abgehaltenen Gottesdienst im tschechischen Brünn vor etwa 120.000 Menschen dazu aufgerufen, getreu dem Evangelium ein solidarisches und friedliches Morgen zu schaffen.

© afp

Während eines im Freien abgehaltenen Gottesdiensts vor etwa 120.000 Menschen im mährischen Brno rief der Pontifex maximus die Gläubigen dazu auf, getreu dem Evangelium ein solidarisches und friedliches Morgen zu schaffen.

In seiner Predigt nahe des Brünner Flughafens am zweiten Tag seines Tschechien-Besuchs warnte der Papst die Katholiken vor einer Verdrängung der Religion ins Privatleben. Zugleich wandte er sich dagegen, menschliche Hoffnung auf Fortschritte in Wissenschaft und Wirtschaft zu verkürzen. Die "Erfahrung der Geschichte" zeige, zu welcher "Sinnlosigkeit" der Mensch gelange, wenn er Gott von seinem "Entscheidungs- und Handlungshorizont" ausschließe. An der Messe in der Provinzhauptstadt der katholisch geprägten Region Südmähren nahmen auch der Kölner Erzbischof Joachim Meisner und der Vorsitzende der österreichischen Bischofskonferenz, Kardinal Christoph Schönborn, teil.

Am Sonnabend hatte der Papst in Prag erklärt, der Fall der Berliner Mauer sei ein "Scheidepunkt in der Weltgeschichte". Danach hätten die "von unterdrückerischen Regimen befreiten" Länder in Zentral- und Osteuropa ihren "rechtmäßigen Platz als unabhängige Akteure im Konzert der Völker" eingenommen. Auch nach dem "langen Winter der kommunistischen Diktatur" und der "Wiedererlangung der Freiheit" sei ein Leben nach dem Evangelium nicht einfach, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche bei einem Abendgebet im Prager Veitsdom. Die Gesellschaft trage noch die "von der atheistischen Ideologie verursachten Wunden". Angaben des Vatikans zufolge bezeichneten sich Ende 2008 nur etwas mehr als 30 Prozent der tschechischen Bevölkerung als gläubig.

Zuvor war Benedikt XVI. auf der Prager Burg mit dem tschechischen Präsidenten Vaclav Klaus zusammengetroffen. Anschließend nahm er dort an einer Versammlung von Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft teil. Am Montag reist der Papst zum Abschluss seines dreitägigen Tschechien-Besuchs in die Pilgerstadt Stará Boleslav bei Prag. Dort feiert er den traditionellen Festgottesdienst zum Gedenken an den Nationalheiligen Wenzel von Böhmen aus dem 10. Jahrhundert.

afp

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