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Landgericht Mannheim

Wetterexperte Jörg Kachelmann bleibt in Untersuchungshaft


Der Fall Kachelmann geht in eine weitere Runde: Das Landgericht Mannheim hat am Donnerstag abgelehnt, den Haftbefehl gegen den Schweizer aufzuheben. Damit bleibt der 51-Jährige weiterhin in Untersuchungshaft. Das Oberlandesgericht Karlsruhe muss nun über den Haftbeschwerde-Antrag des Anwalts entscheiden.
Weiterhin in Untersuchungshaft: Jörg Kachelmann.

Weiterhin in Untersuchungshaft: Jörg Kachelmann.

© ap (Archiv)

Seit fast 15 Wochen sitzt TV-Wettermoderator Jörg Kachelmann in Untersuchungshaft - und er muss sich weiter gedulden. Das Landgericht Mannheim lehnte es am Donnerstag ab, den Haftbefehl gegen den Schweizer aufzuheben. Der 51-Jährige sei weiter dringend verdächtig, seine frühere Geliebte vergewaltigt zu haben, erklärte das Gericht. Kachelmann, der die Tat bestreitet, sitzt seit dem 20. März in Untersuchungshaft. Sein Anwalt Reinhard Birkenstock hatte Haftbeschwerde eingelegt, um seinen Mandanten freizubekommen. Nun muss das Oberlandesgericht Karlsruhe über den Antrag des Anwalts entscheiden.

Das Landgericht bezeichnete die Angaben der 37-jährigen Ex- Freundin als glaubwürdig. Die Aussagen Kachelmanns dagegen wirkten unter anderem „im Hinblick auf das sich aus den Akten ergebende Bild seiner Persönlichkeit und der Persönlichkeit des mutmaßlichen Opfers sowie der Eigenart ihrer Beziehung als wenig plausibel“. Die Aussagen der Frau würden durch aussagepsychologische und rechtsmedizinische Gutachten gestützt.

Über die Gutachten herrscht allerdings Unklarheit. In verschiedenen Medienberichten heißt es, die Angaben der Frau würden im Gutachten einer Psychologin für unglaubwürdig erklärt. Der Verteidiger hatte unter Berufung auf Gutachten erklärt, die angebliche Vergewaltigung könne nicht wie geschildert stattgefunden haben. Eine „absichtliche Falschbelastung“ durch die ehemalige Geliebte Kachelmanns sei wahrscheinlich, hieß es in einer Mitteilung Birkenstocks vom Anfang der Woche.

Die Staatsanwaltschaft hatte Mitte Mai Anklage gegen Kachelmann erhoben. Die Ermittler beschuldigen ihn der Vergewaltigung in einem besonders schweren Fall und der Körperverletzung. Ihm drohen bei einer Verurteilung mindestens fünf Jahre Haft. Das Gericht befürchtet, dass sich Kachelmann bei einer Entlassung aus der Untersuchungshaft absetzen könnte.

Das Landgericht gibt die Akten nun an das Oberlandesgericht in Karlsruhe weiter. Das OLG entscheidet, ob es den Haftbefehl gegen Kachelmann aufhebt. Dafür gibt es den Angaben zufolge keine Frist, allerdings entscheiden Gerichte in Haftsachen möglichst schnell.

Noch nicht entschieden hat das Landgericht Mannheim, ob es die Anklage gegen den Wettermoderator zulässt. Die Richter setzten Kachelmanns Anwalt eine Frist von einer Woche für weitere Stellungnahmen. Danach wollen sie entscheiden - wann genau steht noch nicht fest.

dpa

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  • Möglichkeit der Wahrheitsfindung Lügendetektorempfehler – 04.07.10
    Die Frau in Beugehaft nehmen solang
    bis sie die Wahrheit sagt.
    Wenn denn Kachelmann unschuldig ist,
    was zu erwarten ist, die verantwortlichen Richter und Staatsanwaltschaftsmitarbeiter
    aus dem öffentlichen Dienst entfernen und inhaftieren.

    Ihr Vermögen requiriren, für den
    bei Herrn Kachelmann eingetretenen Schaden verwenden und einen möglichen Überschuss, da eine ganze Zahl von Verantwortlichen auszumachen sind, der Allgemeinkasse zuführen.
    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • ein beeindruckender Kommentar dem das gefällt. – 04.07.10
    Zitat:
    Die Welt 4.7.2010
    Kachelmanns Sex, Lügen und Wettervorhersagen

    Über hundert Tage laufen die Ermittlungen gegen Jörg Kachelmann. Von seinem Privatleben wissen wir viel, von seiner Schuld nichts.


    von Hannelore Crolly

    Jörg Kachelmann, 51 Jahre alt, Sternzeichen Krebs, von Beruf Wettermoderator, leidet nicht an eingewachsenen Fußnägeln. Das wüssten wir sonst mittlerweile. Die Öffentlichkeit erfuhr ja auch, dass er einst seinen alten VW-Golf mit Haribo-Tüten und Cola-Dosen zumüllte, und zwar knöcheltief. Dass er (vor 21 Jahren) mal per Post-it-Aufkleber einen Journalistenjob kündigte. Dass er auf Pastagerichte steht und auf Frauen.

    Dass er 810 Wettermessstationen besitzt, zwei Kinder hat und ebenso viele Scheidungen. Details über Details. Was eben in 107 Tagen so alles an Haribo-Post-it-Pasta-Liebesschutt ans Licht kommt, wenn nur genug Menschen tief genug wühlen.

    Im September soll vor dem Landgericht Mannheim der Prozess beginnen. Bis dahin gehen die Spekulationen weiter. In Nahaufnahme und Zeitlupe entfaltet sich vor aller Augen ein Drama um Allzumenschlich-Unmenschliches, das Hollywood kaum perfekter hätte inszenieren können. Häppchenweise wurden in den Tagen seit Kachelmanns Verhaftung immer unglaublichere Dinge bekannt und schickten ein staunendes Publikum auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Nun steuert die „Causa K.“ mit Volldampf auf ihren ersten echten Höhepunkt zu, gelenkt von einem aggressiven Verteidiger und beharrlich ausgebremst von einer Justiz, die sich weit vorgewagt hat und nun womöglich um ihr Image bangt.

    Der bisher eher zurückhaltende Kachelmann-Anwalt Reinhard Birkenstock äußerte am Dienstag nämlich einen geradezu ungeheuerlichen Verdacht: Er habe „dringenden Anlass zu der Befürchtung“, dass die Vergewaltigung frei erfunden sei. Und dass die Mannheimer Justiz das ahne, das angebliche Opfer aber dennoch tatkräftig bei seinem Schwindel schütze. Andernfalls hätte das Gericht die Frau mit Tarnnamen „Simone“ mit einem neuen Gutachten konfrontieren müssen. Das aber wird verweigert.


    Die Frau mit dem Tarnnamen "Simone"

    Im Auftrag der Staatsanwaltschaft hatte die renommierte Bremer Psychologieprofessorin Luise Greuel stundenlang mit Simone gesprochen. Danach notierte die Gutachterin auf 126 Seiten massive Zweifel an der Glaubwürdigkeit der 37-jährigen Blondine. So konnte Simone nicht plausibel machen, wie Kachelmann sie und sich selbst teilweise entkleidet haben soll. Seltsam sei auch, dass sich Simone an die Gewalttat selbst kaum erinnere. Eine „absichtliche Falschbelastung“ sei nicht auszuschließen, so das Resümee. Die Geschichte erschien prompt im „Spiegel“.

    Was Wunder, dass das verärgerte Mannheimer Gericht heftig auf die Anwürfe regierte. Die von Birkenstock beantragte Freilassung des prominenten Untersuchungshäftlings wurde harsch verweigert. Nur zwei Tage nach der Attacke des Anwalts ließen die Richter die Öffentlichkeit kaum verklausuliert sogar wissen, dass sie Kachelmann für schuldig hielten. Es bestehe „dringender Tatverdacht“, formulierte Gerichtssprecher Christian Hirsch ungewöhnlich offen und nannte das Opfer im selben Atemzug „glaubwürdig“.

    Nach Ansicht von Strafrechtsexperten wie Arnd Hüneke von der Universität Hannover wagen sich Gerichte noch vor Eröffnung einer Hauptverhandlung nur dann so weit vor, wenn sie der Meinung sind: Der Beschuldigte geht ziemlich sicher einer Verurteilung entgegen.


    Promisker Wetterfrosch

    In der „Causa K.“ ist damit nun aber die Konfusion endgültig perfekt. Erst der überraschende, schwer vorstellbare Vergewaltigungsvorwurf gegen den netten Stoppelbart, der auf der Mattscheibe so kindlich begeistert seine Blumenkohlwölkchen kraulte. Dann die an die Medien durchgestochene Behauptung, es sei ein Messer im Spiel gewesen. Kurz darauf zärtliche Versicherungen von Ex-Ehefrauen und Ex-Geliebten in den Zeitungen, dass nichts weniger zusammenpasse als Kachelmann und Gewalt. Prompt folgte die Offenbarung, wie der promiske Wetterfrosch von Blatt zu Blatt gehüpft war. Sechs, sieben Liebschaften soll er parallel gepflegt haben, in jedem ARD-Sendegebiet eine andere. Der Chef sei gerade bei der MDR-Frau oder bei der SWR-Frau, soll man in seiner Schweizer Wetterfirma Meteomedia geulkt haben. Und jede dachte angeblich, sie sei die eine.

    Just war in diesem Stadium also die Bereitschaft des gespannten Publikums unter null gesunken, Kachelmann jegliche Unschuldsbeteuerung abzunehmen, da kam heraus: Simone soll die Polizei in mehreren Verhören angelogen haben. Sie habe, berichtete der „Spiegel“, einen Brief gefälscht, in dem von einer Nebenbuhlerin die Rede war. Die Wochenzeitung „Die Zeit“ legte mit der Analyse eines weiteren Gutachters nach, der zu dem Schluss kommt: Die Blutergüsse an den Oberschenkeln und die Striemen am Hals habe sich Simone wahrscheinlich selbst zugefügt.

    Von Beginn, so scheint es, haben Ankläger und Verteidiger ihr Spiel über die Bande der Medien gemacht. Es wurden Informationen aus den Ermittlungen lanciert oder Teile von Gutachten verbreitet. Doch so langsam wirken die Offenbarungen, als kämen sie direkt aus der Feder eines für Kitsch und billige Effekte empfänglichen Drehbuchschreibers.


    Ein Desaster aus Erotik und Eifersucht

    Simone, die Blondine aus Schwetzingen, will also den anonymen Brief mit dem Hinweis auf die andere („Sie schläft mit ihm!“, so der Text) nach einem Spaziergang im Briefkasten vorgefunden haben. Und das zufällig, wenige Stunden bevor sich der Wettermann im Februar bei ihr angekündigt hatte. Die Ermittler glaubten ihr.

    Sie habe Kachelmann am Tatabend mit dem Schreiben konfrontiert, danach sei es zum Streit gekommen, sie habe Schluss gemacht, sagte Simon. Da soll der 51-Jährige plötzlich mit hasserfülltem Blick über sie hergefallen sein. Kachelmann schilderte alles ganz anders: Er kam gegen 23 Uhr abends, die Wohnungstür war nur angelehnt, wie üblich. Es kam umgehend zu einvernehmlichem Sex, dann gab es Penne Bolognese und Pinot Grigio auf dem Sofa. Schließlich folgte der Streit aus Eifersucht, Tränen flossen. Dann will Kachelmann ohne weitere Vorfälle ins Hotel gegangen sein. Das zumindest ist verbürgt: Die Rezeptionistin erinnert sich an einen lockeren Wettermann, der mitten in der Nacht in guter Laune bei ihr eincheckte.

    Wiederholt soll Simone der Polizei versichert haben, sie wisse nicht, wer der Briefeschreiber gewesen sei. Doch als die Ermittler dann ihren Computer unter die Lupe nahmen, fand sich dort das selbst getippte Werk. Die Moderatorin hat der im Brief erwähnten Nebenbuhlerin offenbar sogar im Internet nachgestellt. Sie soll sich als frühere Bekannte ausgegeben und lässig nachgefragt haben, wie es denn eigentlich so laufe in der Beziehung mit „dem Jörg“. Den Tarnnamen für ihre Mails, die ihr schließlich die Bestätigung der Zweitbeziehung einbrachte, klaute sie bei der populären Telenovela „Verbotene Liebe“. Die läuft seit 15 Jahren täglich in der ARD, und auch dort spielte eine Vergewaltigung eine Rolle. Die Tat war erfunden – aus Eifersucht.

    Angesichts all dessen verwundert nicht, wie sehr in der Öffentlichkeit immer mehr außer Acht gerät, dass es sich bei Jörg Kachelmann und der 37-jährigen Radiomoderatorin aus Schwetzingen um echte Menschen handelt, die wohl schrecklich leiden und das Geschehene ihr Leben lang werden verarbeiten müssen.

    1

    Unter der Überschrift "Justizskandal Kachelmann" hat der Anwalt des wegen Vergewaltigung angeklagten Meteorologen Jörg Kachelmann eine „Medienerklärung" versendet.
    Darin begründet er seine Beschwerde gegen die Haftfortdauer und erhebt schwere Vorwürfe gegen die Staatsanwaltschaft und die Klägerin.
    Hier die Erklärung des Kölner Verteidigers Reinhard Georg Birkenstock in Auszügen:
    (...) „Aus rechtsmedizinischer Sicht steht nach den vorliegenden Sachverständigengutachten fest, dass die angebliche Vergewaltigung, wie die Anzeigeerstatterin sie im Rahmen ihrer aussagepsychologischen Begutachtung eingehend geschildert hat, nicht stattgefunden haben kann und darum erfunden sein muss."
    "Die Verteidigung sieht den Freiheitsanspruch ihres Mandanten auf skandalöse Weise missachtet. Sie hat dringenden Anlass zu der Befürchtung, die Mannheimer Justiz schütze durch die Aufrechterhaltung des Haftbefehls gegen Herrn Kachelmann die Täterin einer Falschbeschuldigung – während über Verlautbarungen der Staatsanwaltschaft fortgesetzt verbreitet wird, sie sei das Opfer einer Vergewaltigung." (...)
    "Zur Aufklärung von Grund und Zustandekommen der Falschbeschuldigung der Anzeigeerstatterin kann Herr Kachelmann aus eigener Wahrnehmung nichts beitragen. Schließlich war er nicht zugegen, als die Anzeigeerstatterin ihre Geschichte erfand."
    "Die Verteidigung muss befürchten, dass die Funktion von Herrn Kachelmann bei einem alleinigen Auftreten im Haftprüfungstermin letztlich darin bestünde, ihm die Last aufzuerlegen, seine Unschuld zu beweisen, was der verfassungsrechtlich garantierten und in der Strafprozessordnung verankerten Unschuldsvermutung widerspricht."
    Hier verkörpern nicht Laiendarsteller tapsig ein fremdes Schicksal. Das Desaster aus Erotik und Eifersucht, aus Geheimniskrämerei und Hass mag wirken, wie aus der Seifenoper direkt ins Wohnzimmer geplumpst. Doch alles ist echt und wirkt authentisch.

    Jetzt muss sich das Karlsruher Oberlandesgericht in den Fall einarbeiten. In Kürze soll es wenigstens eine Information darüber geben, wann die Karlsruher über die Haftbeschwerde befinden. Unabhängig davon, ob er vielleicht sogar das Gefängnis verlassen darf, steht dann die Entscheidung über Eröffnung eines Verfahrens wegen mutmaßlicher Vergewaltigung an. Sollte es dazu kommen, werden Anklage und Verteidigung eine Gutachterschlacht eröffnen, die ihresgleichen sucht. Und die in der deutschen Medienlandschaft zu einem wahren Orkansturm führen dürfte.



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  • über Verhältnismäßigkeit nachgedacht Aufmerksamer Nachdenker – 02.07.10
    Deutsche Männer haben vor wenigen Monaten in Afghanistan ca 150 Menschen, darunter viele Frauen und Kinder durch Abwurf einer Bombe getötet.
    Was sind die Folgen ?
    Nothing.
    Die (bewiesenen) Schuldigen werden in luxeriösen Airliners nach D. geflogen, erhalten fürstliche Entlohnung, Urlaub und leben im Luxus.
    Hat nun Kachelmann oder hat er nun nicht, das weiss offenbar nur er und die Frau.
    Wenn also die Verhältnismässigkeit betrachtet wird, für das Töten von
    150 Menschen: gibts Luxus, Urlaub,
    Pensionen,
    für (vermutlich) gewalttätigen Sex :Gefängnis.

    Und für Polizeifolter: Beförderung.

    Denk ich an Deutschland in der Nacht, so bin ich um den Schlaf gebracht.



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