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Wirtschaft Frank Herrmann erklärt „Faire Geldanlagen“
Nachrichten Wirtschaft Frank Herrmann erklärt „Faire Geldanlagen“
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00:18 18.09.2018
Autor Frank Herrmann im Weltladencafé an der Nikolaistraße. Quelle: Markus Riese
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Göttingen

Herrmann ist Diplom-Betriebswirt und Autor mehrerer Sach- und Reisebücher. Er hat mit Unterbrechung etwa 20 Jahre lang in verschiedenen Ländern Lateinamerikas gelebt, vor allem in Guatemala und Peru. Seit 2012 unternimmt er regelmäßig „Faire Biketouren“ quer durch Deutschland. „Die Idee kam mir nach meiner Rückkehr aus Lateinamerika, als ich festgestellt habe, dass ich Guatemala und Peru besser kenne als mein Heimatland“, leitete er seinen Vortrag ein. In den vergangenen Jahren ist Herrmann mehr als 10 000 Kilometer durch Deutschland geradelt und hat dabei mehr als 100 Vorträge gehalten. Seine Themen neben den „Fairen Geldanlagen“ sind „Fairer Tourismus“, „Fairer Handel“, „Faire Mode“ und „Faire Elektronik“.

„Mit den Vorträgen möchte ich mehr Bewusstsein schaffen für ein faires Leben und einen fairen Umgang miteinander, aber auch einen für einen emissionslosen Reisestil. Den Besuchern der Vorträge soll erläutert werden, warum wir in allen Lebensbereichen umdenken und zu einer generationengerechten, nachhaltigen und klimafreundlichen Lebensweise finden sollten“, schreibt Herrmann auf seiner Internetseite. Und genau nach dieser Maßgabe gestaltete er auch seinen Vortrag im Göttinger Weltladen, einen Tag vor dem offiziellen Beginn der „Fairen Woche“.

Atomkraftwerke nachhaltig?

Er erklärte zunächst, was Banken mit dem Geld ihrer Kunden üblicherweise anstellen, wenn es konventionell angelegt wird. Vielen Kunden sei nicht bewusst, dass mit ihrem Geld beispielsweise Waffengeschäfte unterstützt werden. Wer sich nun aber gezielt für nachhaltige Anlageformen entscheiden möchte, habe es gar nicht so einfach: „Der Begriff ,Nachhaltige Geldanlage’ verspricht viel, aber es fehlen einfach klar definierte Standards für Nachhaltigkeits-Fonds“, so der Referent. Als Beispiel führte er an, dass in Frankreich Atomkraftwerke als nachhaltig gelten. Und: Nicht einmal der Begriff „fair“ sei geschützt. „Zu 100 Prozent nachhaltige Geldanlagen gibt es nicht“, betonte Herrmann, während er einige aus seiner Sicht sinnvolle Optionen und leicht zugängliche Informationsquellen vorstellte. Der Markt für nachhaltige Geldanlagen sei zwar noch klein, aber er wachse dynamisch, erklärte der Experte. Dass das Interesse steige, lasse sich auch daran ablesen, dass die Kundeneinlagen von Spezialbanken mit Nachhaltigkeits-Fokus stetig wachsen.

Herrmann stellte einige Alternativbanken kurz vor – und ebenso Portale, die sich auf die Vergabe von Mikrokrediten spezialisiert haben. Zudem beschäftige er sich in seinem Vortrag mit „grüner Altersvorsorge“, Kryptowährungen wie dem Bitcoin, Risiken von Direktanlagen und Bürgerbeteiligungen, Themen wie „Divestment“ und „Crowdinvesting“ sowie den Nachteilen von Gold als Wertanlage. „Von Gold sollte man die Finger lassen, wenn man nachhaltig investieren möchte“, betonte Herrmann. Um etwa in Peru ein Gramm Gold zu gewinnen, müsse eine Tonne Material bewegt werden.

Wichtig bei allen nachhaltigen Anlageformen sei stets eine unabhängige, externe Prüfung, etwa durch ein anerkanntes Siegel.

Diskussion mit dem Publikum

Frank Herrmann im Weltladencafé an der Nikolaistraße. Quelle: Markus Riese

Abschließend richtete er allgemeine Appelle an die Zuhörer. Eine Packung Kaffee im Weltladen zu kaufen, reiche nicht aus, um die Welt zu retten. Vielmehr müsse ein Umdenken bei möglichst vielen Menschen einsetzen. Das interessierte Publikum nahm die Gelegenheit wahr, mit Herrmann ins Gespräch zu kommen und in einer Diskussionsrunde verschiedene Aspekte des Fairen Handels und des Themas Nachhaltigkeit zu erörtern.

Von Markus Riese

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