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16:37 04.12.2018
Die „Fachpraktiker Küche“, Verantwortliche und Lehrpersonal (obere Reihe, v.l.): Johannes Hassolt, Susanne Sohns, Claudia Brehmer, Daniela Pietsch, Hans-Joachim Gilles; untere Reihe, v. l.: Cemal Onal, Ann-Kathrin Klees, Julia-Chantal Roll, Marie-Sophie Gralki und Sarah Möller. Quelle: Brasch
Göttingen

Jugendliche und junge Erwachsene mit Lernbehinderungen haben in der Regel Schwierigkeiten, nach ihrer Schullaufbahn einen Ausbildungsplatz zu finden. In Göttingen und Umgebung können die jungen Menschen durch eine Kooperation der Arbeitsagentur, der Deutschen Angestellten Akademie (DAA) und dem Internationalen Bund (IB) eine sogenannte „Fachpraktiker-Ausbildung“ absolvieren.

Viele der Schulabgänger mit diagnostizierter Lernbehinderung würden entweder über einen Förderschulabschluss oder einen Hauptschulabschluss mit unterdurchschnittlichen Leistungen verfügen. Jedoch hätten die Jugendlichen trotz ihrer Einschränkungen Fähigkeiten, die für Unternehmen interessant sein können, erklärte Daniela Pietsch, Mitarbeitern des Internationalen Bunds West. Deshalb würden die „Fachpraktiker“ während ihrer Ausbildung individuell betreut werden.

Berufe in verschiedenen Branchen im Angebot

Betroffene junge Menschen erhielten bereits zum Ende ihrer Schullaufbahn Informationen über mögliche Berufsperspektiven, so Susanne Sohns, Teamleiterin „Rehabilitanden/Schwerbehinderte“ in der Göttinger Agentur für Arbeit. Würden die Jugendlichen weitere Hilfe bei der Berufswahl oder dem Bewerbungsverfahren benötigen, stehen dafür zum Beispiel eine berufsvorbereitende Bildungsphase zur Verfügung. Dort ließen sich berufliche Möglichkeiten ausloten.

Für eine „Fachpraktiker-Ausbildung“ kommen die Jugendlichen dann zur Göttinger DAA. Hier werden zum Beispiel die Berufe Bau- und Metallmaler, Lagerfachhelfer, Fachpraktiker für Metallbau, Fachpraktiker im Verkauf, Fachpraktiker Küche und Fachpraktiker KFZ angeboten. Die Ausbildung wird von der DAA und dem IB kooperativ organisiert und von der Arbeitsagentur bezahlt. Die angehenden Fachpraktiker erhalten zwei Tage pro Woche einen theoriereduzierten Unterricht an Berufsschulen, außerdem arbeiten sie zwei weitere Tage in ihren Kooperationsbetrieben. Einen Tag kommen sie zum „Stützunterricht“ zur DAA. Die Betriebe erhalten so eine kostenlose Arbeitskraft.

„50 Prozent finden direkt einen Beruf oder eine Vollausbildung“

In Südniedersachsen werden zur Zeit 58 junge Menschen mit Lernbehinderung in verschiedenen Formen ausgebildet, 24 weitere sind in diesem Jahr bereits ins Berufsleben gestartet. Die Berufsperspektiven für die Fachpraktiker seien gut, erläuterte Claudia Brehmer von der DAA. „Oft sind es kleinere Betriebe, die sich dazu bereit erklären, die Jugendlichen zu beschäftigen“, so Brehmer weiter. Das liege auch an der guten Konjunktur, sagte Christine Gudd, Pressesprecherin der Göttinger Arbeitsagentur. „50 Prozent der Fachpraktiker finden direkt im Anschluss einen Beruf oder eine Vollausbildung, viele der Übrigen schaffen das innerhalb weniger Monate“, so Gudd weiter.

Auch die angehenden Fachpraktiker sind mit ihrer Ausbildung bei der DAA zufrieden. Julia-Chantal Roll und Ann-Kathrin Klees sind in der Gruppe „Fachpraktiker Küche“ im dritten Lehrjahr. „Ich bin mit meinem Ausbildungsbetrieb sehr zufrieden, die Arbeit gefällt mir sehr“, sagte Klees. Aber auch der theoretische Unterricht habe den beiden gefallen: „Ich hatte große Angst vor der Abschlussprüfung, aber wir wurden gut vorbereitet“, ergänzte Roll.

Die DAA und der IB sind in den Landkreisen Göttingen und Northeim regelmäßig auf der Suche nach Betrieben, die bereit wären, den praktischen Teil einer „Fachpraktiker-Ausbildung“ zu übernehmen. Interessierte Unternehmen können sich per Telefon 0551/5096701 oder per E-Mail an info.goettingen@daa.de an die DAA wenden.

Von Max Brasch

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